FeedAnn-Arbor
ReligionBrockhaus 1882

Ann-Arbor, Hauptstadt des County Washtenaw im nordamerik. Staate Michigan, am Huronfluß und an der Michigan-Centralbahn, in gesunder und fruchtbargr Gegend, ist regelmäßig angelegt und zählt (1880) 8061 E., die Woll⸗ und Eisenwarenfabriken unterhalten. Die Stadt ist wichtig als Sitz der Michigan-Universität, welche 1837 mit reichen Stiftungen gegründet wurde und mit welcher eine Sternwarte und eine Medizinische Schule verbunden ist. Aunäten heißen die für die nicht in consistorio erfolgende Verleihung einer uach befouden an den päpstl. Stuhl zu zahlenden, nach besondern Taxen normierten Abgaben. Früher nur außerordentlich oder transitorisch, wurden sie seit Bonifaz IX. in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh., seit welcher Zeit auch erst der Name A. aufkam, zu einer regelmäßigen, teils in dem ganzen Jahresertrage einer Pfründe (daher der Name), teils in der Hälfte desselben be-Dem früs, Steuer. So bildete sich im Gegensatz zu em früher allgemein anerkannten kirchlichen Grundsatze, daß das Sakrament der Weihe unentgeltlich erteilt werden müsse, ein förmliches Besteuerungssystem, wonach von den vom Papste im Konsistorium präkonisierten Erzbischöfen, Bischöfen und Abten die im einjährigen Ertrage bestehenden servitia communia und daneben noch als Kanzleigebühren die servitia minuta, von den niedern, jedoch über 24 Goldgulden angesetzten Pfründen die A. im eigentlichen Sinne, und endlich von allen für immer unierten Pfründen alle 15 Jahre die quindennia gegeben werden sollten. In Deutschland sind die beiden letzten Arten der A. nie sehr praktisch geworden, weil die deutschen Pfründen in den Taxrollen sämtlich mit weniger als mit jenem Werte verzeichnet waren, und über die servitia gab es fortdauernde Streitigkeiten bis zur Auflösung der deutschen Kirchenverfassung infolge des Reichsdeputationshauptschlusses. Ähnlich steht es in Frankreich, Spanien, Belgien und Polen. In den neuern Konkordaten einzelner deutscher Länder mit dem päpstl. Stuhle sind, zum Teil in Widerspruch mit anderweiten Vereinbarungen, die A. für höhere Kirchenämter wiederhergestellt, und zwar meist in einer regulierten Aversionalsumme. Die eine Zeitlang auch für vakante Pfründen im halben t Runtin d. zu zahlenden A. sind durch den Papst Martin V. bereits 1418 aufgehoben worden. unécy, Hauptstadt des franz. Departements Hochsavoyen, Bischofssitz, liegt 36 Em südlich von Genf,‚, 448 meüber dem Meere am Nordende des gleichnamigen Sees in der fruchtbaren, von Rebenhügeln umsäumten Ebene des Fins und ist durch eine Zweigbahn nach Aix-les-Bains (40 km) mit der Paris-Lyon-⸗Mittelmeerbahn verbunden; eine andere Linie zur direkten Verbindung mit Genf ist im Bau. Die Stadt, welche neben neuen, einförmig im pariser Kasernenstil erbauten Quartieren zahlreiche enge, winkelige alte Straßen mit Arkaden besitzt, wird von drei Kanälen (les Thioux) durch-Waßerrr welche dem regen Gewerbfleiß reichliche asserkraft liefern und die Gewässer des Sees Den Bunt dem Rhönezufluß Fier zuführen. Von en Bauwerken der Stadt sind zu erwähnen die im 16. Jahrh. erbaute Kathedrale, die got. St. Mauritiuskirche mit schön geschnitztem Hochaltar, die Präfektur und das Rathaus, der alte und der neue bischöfliche Palast, die alte Burg der Grafen von Genevois, jetzt Kaserne. A. zählt (1876) 10976 C. und ist der Mittelpunkt des savoyischen Gewerbfleißes mit Baumwoll⸗ und Wollspinnereien und Webereien, Seiden⸗, Papier⸗ und Parkettfabriken, Glashütten, Eisen⸗ und Messerschmieden u. s. w. und sehr lebhaften Märkten. Die Stadt, lat. Annesium, ist röm. Ursprungs; urkundlich wird sie zuerst unter Kaiser Lothar, 867, erwähnt. Vom 10.—15. Jahrh. war sie der Sitz der Grafen von Genevois, ging dann 1401 an Savoyen über und mit diesem 1860 an Frankreich. Bei der Reformation von Genf (1535) wurde der Sitz des Bischofs und Domkapitels hierher verlegt. Der bekannteste Bischof war der heilige Franz von Sales (Bischof 1602 —22), dessen überreste in der Kirche des Klosters «de la Visitation o ruhen. Der See von A. ist 14 km lang, in der Mitte 3½ km breit, 28 qkm groß, bis 62 mtief und hat die Richtung von SSO. nach NNW.; seine Ufer sind freundliche grüne Wiesen- und Rebgelände, übersäet mit Baumgruppen, schmucken Dörfern und Villen, überragt von den Bergketten der Tournette (2357 m) und des Mont de Veyrier im O., der Montagne de Semnoz mit dem Crét de Chätillon (1704 m) und dem Créêt du Maure im W. Ein Dampfboot vermittelt den Verkehr der Uferorte; sonst wird die Fläche des ziemlich fischarmen Sees nur von wenigen Barken belebt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 682Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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