FeedAnker
VerkehrBrockhaus 1882

Anker heißt ein Weinmaß von verschiedener Größe in Dänemark, Norwegen, Rußland und den russ. Ostseeprovinzen. Bis Ende 1871 war der A. auch in den verschiedenen deutschen Staaten gebräuchlich, bis Ende 1862 in Schweden, bis Ende 1829 in Holland. Der Inhalt aller dieser A. variiert zwischen 33 und 40 1. Der preuß. A. von 30 Quart, die Hälfte des preuß. Eimers, war = 34,351 1. Anker, Name einer angesehenen Familie in Norwegen, welcher mehrere verdienstvolle Männer angehören. Die namhaftesten unter denselben sind: Bernt A., geb. 1746 in Christiania, studierte in Kopenhagen und machte dann eine längere Reise im Auslande. Nach seiner Rückkehr 1767 betrat er die diplomatische Laufbahn, verließ dieselbe aber, um die bedeutenden Besitzungen seines verstorbenen Vaters zu verwalten sowie dessen Handelseschäft zu übernehmen. A. entfaltete jetzt eine aufmännische Thätigkeit, wie sie vorher in Norwegen kaum erhört gewesen war. Besonders verdient machte er sich um die Entwickelung des Bergwerkbetriebs und der Holzausfuhr. Er besaß mehrere Eisenwerke (Moß und Hakedal), das Goldwerk (später Kupferwerk) zu Eidsvold, das Kupferwerk Frederiksminde und ein Bleiwerk auf Hadeland. Er hatte 40 Schiffe in See und war der erste Norweger, der Ostindienfahrer ausrüstete. Auch unterstützte er auf das freigebigste Wissenschaften und Künste. Unter anderm arbeitete er eifrig für die Errichtung einer norweg. Universität, schenkte der Kriegsschule seine Bibliothek und ein ansehnliches Gebäude und vermachte der Kathedralschule in Christiania sein Haus nebst Garten. Er starb 1805 in Kopenhagen. — Sein jüngerer Bruder, Peder A., geb. 1749 in Christiania, studierte ebenfalls zu Kopenhagen, machte dann ausgedehnte Reisen und lebte hierauf auf seinem Gute Bogstad bei Christiania. Seit 1789 General-Wege-Intendant zunächst für das Amt Agershus, später für ganz Norwegen, machte er sich um die Anlage neuer Kommunikationsmittel hoch verdient. Er war auch 1814 Mitglied der Reichsversammlung zu Eidsvold und nach der Vereinigung Norwegens mit Schweden norweg. Staatsminister, bis er 1822 seinen Abschied nahm. A. starb 1824 zu Bogstad.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 669Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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