Anübis, ein ägypt. Gott, auf den hieroglyphischen Denkmälern Anepu oder Anup genannt, ist nach dem Mythus ein Sohn des Osiris, welchen dieser, in dem Wahne seine Gemahlin Isis zu umfangen, mit der Nephthys zeugte. Von den Griechen wurde er öfters Hermes, bisweilen auch, die ägypt. und griech. Namensform vereinigend, Hermanubis genannt. Auf den Denkmälern wird er dargestellt mit dem Kopfe eines Schakals mit spitziger Schnauze und Ohren, den die Griechen häufig mit dem Hunde verwechselten; hier und da trägt er die doppelte Krone von Ober⸗ und Unterägypten. Ihm wurde nach Plutarch ein weißer oder ein gelber Hahn geopfert. Er begleitet, wie Hermes Woe pompos bei den Griechen, die Toten in die Unterwelt, in den Amenthes (s. d.), und wägt dort mit Horus ihre Thaten vor Osiris ab. Als in der Römerzeit ägypt. Kulte sich auch außerhalb Agyptens verbreiteten, wurde A. mit Hermes verschmolzen und sein hundsköpfiges Bild mit den Insignien des Hermes dargestellt.