FeedApenrade
ErdkundeBrockhaus 1882

Apenrade, früher plattdeutsch: Openraa, Schleswig und Kreisstadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, an der Apenrader Föhrde, einem 11 km tiefen, bis 3 km breiten Busen der Ostsee, liegt halbwegs zwischen Flensburg und Hadersleben, wird von einer bewaldeten Hügelkette mit den schönsten Aussichten umgeben und ist durch eine Zweigbahn nach Rothenkrug mit der Eisenbahn Altona-Wamdrup verbunden. Die Stadt, unter deren öffentlichen Gebäuden die neu restaurierte Nikolaikirche, das Rathaus mit den Bildern der deund oldenburg. Stammes, die Navigationsschule und die neue Mädchenschule, sowie eine im Norden vor der Stadt errichtete Aktienbierbrauerei zu nennen sind, ist Sitz eines Amtsgerichts und zählt (1880) 6378 CE., deren Hauptbeschäftigung Fischerei und der Seehandel sind. A. wird zum erstenmal 1148 bei Gelegenheit seiner Zerstörung durch die Wenden genannt. Auf dem Schlosse (Brönlund oder Brunlund) daselbst hielt König Knut VI. 1193 wig, gefangen. Die dän. Königin Margarete ließ dieses Schloß niederreißen und 1411 das nachherige Schlob Br (etzt Wohnung des Landrats) oder sog. Schloß Brundlund, das jedoch nicht vollendet wurde, vor der Stadt aufführen. Von Herzog Waldemar IV. erhielt der Ort 1284 Stadtrechte, welche 1514 und 1533 bestätigt wurden. A. wurde 28. April 1848 und 9. Febr. 1864 von den Preußen besetzt. — Der Kreis A. umfaßt 677 qkm mit (1880) 29 486 C.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 751Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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