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ErdkundeBrockhaus 1882

Ilsenburg, Marktflecken in der Grafschaft und im Kreise Wernigerode des preuß. Regierungsbezirks Magdeburg (9 km nordwestlich von Wernigerode), liegt 238 müber dem Meere an der Ilse, wo sie aus dem Gebirge tritt, am nordnordöstl. Fuße des Brockens, in romantischer Umgebung, hat ein in neuerer Zeit teilweise neu aufgeführtes gräflich stolbergisches Schloß (Bothobau genannt) mit Schloßkirche und schönem Park, Eisenhütten⸗ und Hammerwerke, Kunstgießerei, Maschinenfabrikation, ein Walzwerk und Drahthütten, Säge- und andere Mühlen, und zählt (1880) 3563 E. Der Fremdenverkehr ist im Sommer sehr bedeutend, besonders seit J. im Mai 1884 durch Eisenbahn mit Wernigerode verbunden ist; auch besteht im Sommer eine tägliche Omnibusverbindung mit dem Brockenhotel. Das Schloß, wahrscheinlich von Heinrich J. erbaut, war einst kaiserl. Burg, kam 1003 durch Schenkung an das Bistum Halberstadt und wurde dann in eine Benediktinerabtei verwandelt, deren Klosterschule besonders zu Ende des 11. Jahrh. in hohem Rufe stand. Nachdem das Kloster 1572 in den Besitz der Grafen von Stolberg gelangt war, wandelten diese es wieder in ein Schloß um und residierten hier bis 1710. Vgl. Jacobs, «Urkundenbuch des Klosters J.» (Halle 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 545Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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