Aphrodisiäka (grch.) nennt man Mittel, die den Geschlechtstrieb künstlich erhöhen oder anreizen. Dies geschieht auf psychischem Wege durch Einwirkung auf die Phantasie, auf physischem durch berauschende Mittel sowie durch Reizung, in welcher Hinsicht namentlich bei Männern dies charfen, die Harnröhre entzündenden, kantharidinhaltigen Stoffe (Spanische Fliegen, Maiwürmer, Diabolinis) gemißbraucht werden. Auch die Vanille und andere feine Gewürze (Safran, Ingwer, Zimt) sowie Mous und Myrrhe galten früher für A. Alle diese ittel sind schon aus er die scharon Gründen verwerflich, besonders aber die scharfen und narkotischen Stoffe, aus denen wohl meist die Liebestränke (Philtra) der ältern Zeit bestanden.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 756Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei