FeedArächis L.
TierreichBrockhaus 1882

Arächis L., Phlurzer oder ee aus der Familie der Schmetterlingsblütler oder Leguminosen. Die Gattung A. umfaßt nur wenige Arten, von denen die meisten in Brasilien heimisch sind; nur eine Art, die A. hypogaea L. (Erdmandel, Erdeichel, Erdnuß, Erdbohne, Untergrund⸗ oder S Im tbohne) hat eine weitere Verbreitung in den Tropenländern und wird daselbst schon seit längerer Zeit als Kulturpflanze gebaut. Die Pflanze ist einjährig, treibt ästige, mit paariggefiederten, rankenlosen, aus vier Blättchen bestehenden Blättern besetzte Stengel, welche in den Blattachsen drei bis sieben gestielte, rötlichgelbe Blüten mit zweilippigem Kelch und Bluten snd nucht ahne tragen. Bloß die untersten Blüten sind fruchtbar, alle übrien enstel nach! Bei erstern verlängert sich der lütenstiel nach dem Abblühen bedeutend und senkt sich abwärts, sodaß bald die daran befindliche, zuletzt länglicheiförmige und HWhn aufgeblasene Hülse den Boden berührt. In diesen drängt sich die Hülse förmlich hinein, um unter der Erde die Samen, zwei bis vier an der Zahl, zu reifen. Die Samen haben die Größe und Färbung von Zuckererbsen und sind sehr reich an He sch Ol. Sie enthalten 40—50 Proz. Ol. dwohl be schmeckt dem Mandelöl ähnlich und kann sowohl als Speise⸗ wie als Brennöl und auch zu mediz. und techn. Zwecken verwendet werden. In Deutschland wird die Erdeichel nur als Kuriosität in Töpfen, selten im freien Lande in Gärten gezogen, in Südspanien dagegen (namentlich um Valencia und Malaga) als Olpflanze in größerm Maßstabe angebaut. Man benutzt dort das Erdeichelöl besonders bei der Bereitung der Seife und Chokolade. Im tropischen Amerika bilden die Erdmandeln auch eins der hauptsächlichsten Nahrungsmittel. Sie werden dort teils gekocht, teils geröstet genossen. Gegenwärtig wird die Erdmandel bereits im südl. und sogar im mittlern Frankreich als Olgewächs im Freien kultiviert. Sie verlangt einen leichten, milden Boden und einen geschützten Standort und muß als Hackfrucht behandelt werden. Unter günstigen Verhältnissen liefert sie einen 80—100fältigen Ertrag. Die beim Pressen der Früchte zurückbleibenden Kuchen Rehl, do reichlich Stärke; sie geben ein weißes Mehl, das der besten Weizenstärke gleichkommen soll; außerdem eignen sie sich wegen des hohen Proteingehalts (gegen 40 Proz.), ähnlich wie die Leinkuchen, sehr gut als Fütterungsmaterial.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 817Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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