Araujo Porto-Alegre (Manoel de), einer der namhaftesten Dichter Brasiliens, auch als Maler und Architekt nicht ohne Bedeutung, geb. 29. Nov. 1806 zu Rio-Pardo in der Provinz Säo f Pedro, wurde in Porto-Alegre erzogen, trat 1829 in die Kunstakademie zu Rio de Janeiro und bildete sich im Atelier des Prof. Debret, eines Schülers von David, zum Maler und Architekten heran. Einige Porträts des Kaisers Dom Pedro I. und seiner Familie verschafften ihm die Möglichkeit, in Paris seine Studien fortzusetzen und mit seinem Freunde und Landsmann, dem Dichter Magalhäes ein Jahr in Italien (1834 -35) zuzubringen. Nach Brasilien kehrte er 1837 zurück und erhielt bald darauf eine Professur an der Kunstakademie, die er später mit einem Lehrstuhle an der Militärschule vertauschte. A. entwickelte nun eine ungemeine Thätigkeit im Interesse der Kunst, indem er an allen Anstalten, die für wissenschaftliche und künstlerische Zwecke begründet wurden, organisierend mitwirkte. Als vorzüglichen Architekten erwiesen ihn die Pläne zur Kirche Sta.⸗Ana und zum Bankhause in Rio, dem anerkannt schönsten Gebäude der Stadt. Ferner sorgte er für einen prächtigen Umbau des Theaters und suchte auch die Bühne selbst zu heben und sie in eine nationale Richtung einzulenken. Er schrieb selbst einige Komödien, wie liticoy, die mit vielem Beifall gegeben wurden, bisher aber ungedruckt geblieben sind. Nur zwei davon: «Angelica e Firmino o und (A Estatua amazonicay, erschienen in der brasil. Zeitschrift Minerva Braziliensed (1843—44). Der Einfluß seines Freundes Magalhäes, ar. von dessen „Suspirosy, ist unverkennbar. Zu größerer Originalität schwingt er sich in seinem großen, aber unvollendeten Epos Colombop auf. In seinem besten Werk, den Prasilianasv, schildert er mit glühenden Farben die großartige Natur seines Landes. „Brasilianaso ist der Gesamtname für eine Reihe einzelner Gesänge, von denen „A destruicäo das florestas (Rio 1845) und 40 corcovadov (Rio 1847), besonders erschienen. A. war 1859 — 65 brasil. Generalkonsul in Stettin und ging dann nach Brasilien zurück. Seine Lebensskizze und Proben des (Colomboy und der &Brasilianas enthält F Wolfs „Le Bresil litterairev (Berl. 1863).