FeedAravali oder Aravalli
ErdkundeBrockhaus 1882

Aravali oder Aravalli, Gebirgskette in der olit. Agentschaft Radschputana der brit.⸗ ind. Präsidentschaft Bengalen, welche sich zwischen 26 50 bis 22, 40 nördl. Br. von NO. Hesan SW. erstreckt. Ihr nördl. Ende verschmilzt mit den niedrigen, aber felsigen Hauptzügen von Shekhawati und Delhi, ihr südliches aber mit den westl. Ausläufern der Vindhyakette. Von der Westseite ist die Aravalikette steiler und unzugänglicher als von der 2½ Die hervorragendste Partie des A. ist die Abu genannte in dem Territorium von Seruhi, wo sich der höchste Gipfel des ganzen Gebirgs, der Guru Sikra, ein berühmter Wallfahrtsort der Djaina oder Djaino, 1600 m och über die Meeresfläche erhebt. Auf seiner halben Höhe, zu Dilwara, befindet sig ein ½ aus vier ein Kreuz bildenden Tempeln bestehender Tempelbau. Der großartigste von ihnen ist Richabdeo gewidmet, soll von Bimul Sah, einem Diainakaufmann aus Ankulwara, gegründet sein und 18000 000 Pfd. St. gekostet haben, wozu noch 560000 für die Abtragung der Seiten des Hügels kamen, auf dem er sich erhebt. Vor dem Tempel ist eine Reiterstatue seines Gründers errichtet. Der zweite, Nemninath geweihte Tempel stammt, zufolge einer Inschrift, von 1236 n. Chr. Beide sind aus weißem, in dieser Gegend nicht vorkommendem, sondern weit hergeholtem Marmor erbaut. Unweit dieser Tempelgruppe befindet sich der kleine, aber schöne See Nuki Talao.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 830Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6