FeedArdeche
ErdkundeBrockhaus 1882

Ardeche, ein südfranz. Departement, das seinen Namen von einem gleichnamigen, etwa 110 km landuuch eun führt, der in den Cevennen entspringt, durch ein romantisches Thal gegen SO. fließt und unweit Pont-St.⸗Esprit in den Rhöne fällt. Das Departement A. liegt zwischen den Cevennen (Depart. Lozere) und dem Rhöne (Depart. Dröme), den Depart. Loire und Haute-Loire im N. und Gard im S., umfaßt den nördlichsten Teil vom alten Lanuedoc, die Landschaft Vivarais. Es hat zur Hauptstadt Privas, zerfällt in die drei Arrondissements Privas, Largentière und Tournon, in 31 Kantone und 339 Gemeinden und zählt auf 5527 qkm (1876) 384378 E. (gegen 380277 im J. 1872, Zunahme 1 Proz.). Das Land ist fast durchweg gebirgig, mehr als ein Viertel ist unkultivierbar; am höchsten ist es an der Denren der oil wo der Kulminationspunkt der Cevennen, der vulkanische Mont-Mezene, 1754 m hoch aufsteigt. Von diesem in Südostrichtung über Montagne-du-Coiron bis zum Rhöne bei Rochemaure erscheinen hintereinander die Regionen der Gneis⸗, Sandstein⸗, Schiefer⸗ und Ka lein Hesonde⸗ von vulkanischem oder Eruptionsgestein, esonders von Basalt durchbrochen und zertrümmert. Die verschiedenen Felsarten, die vielen erloschenen Vulkankegel, tiefen Krater, Thalspalten und vulkanischen Tuffmassen, seltsamen Grotten, Felslabyrinthe, basaltischen Kolonnaden und Riesendämme (3. B. bei den Mineralquellen von Vals) bieten hier einen außerordentlichen Reichtum von pittoresken Schönheiten (s. Antraigues) und geolog. Merkwürdigkeiten dar. Das Departement ist sehr reich an Mineralien. Eisen liefern die Minen von Lavoulte, wo auch Hohöfen stehen, die von Veyras und die schon von den Römern ausgebeuteten von Aubenas; mon zu M. gewinnt man an mehrern Orten, Antimon zu Malbose, Silber bei Largentieère, Bleiglanz in verschiedenen Gegenden, Kupfer bei Pranles; Kalkbrüche bei Crussol, Marmor von Cruas; Porphyr, Kaolin u. s. w. Berühmte und besuchte Mineralquellen sind zu Vals, Celles, Lavoulte, Neyrac, St.⸗Laurent-les-Bains, St.⸗Georges. Das Oberland hat sechs bis acht Monate Winter, kein Getreide, aber gute Viehweiden. Dagegen besitzen das östl. Stufenland, dessen steile Bergabhänge fast überall durch Mauern, welche das Erdreich stützen, mit Kulturterrassen umkleidet sind, sowie die Thäler, besonders das des Hve⸗ ein sehr warmes Klima. Hier gedeihen die Olive, Feigen, Mandeln, geschätzte Rot⸗ und Weißweine (St.⸗Péray, Cornas), Maulbeeren, derbinätte-Hanf, Raps, Zuckerrüben. Lebhafte Gewerbthätigkeit zeigen die Gerbereien, namentlich von ausgezeichnetem Ziegenleder zu Handschuhen, Papierfabriken (sehr berühmt in Annonay), Eisenwerke, Tuchfabriken, Walnußölfabriken, vor allem die Seidenproduktion. Den Handel fördern gute Straßen, mehrere Zweigbahnen der Mittelmeerbahn und der Stromlauf des Rhöne, welcher Don außer der Ardeche noch den Erieux und den Doux aufnimmt. Der volkreichste und betriebsamste Ort ist Annonay (s. d.). Vgl. Joanne, 4Géographie du département de I'A. (Par. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 859Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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