FeedArgusaugen
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Argusaugen, eine bildliche Bezeichnung für scharf beobachtende, alles bemerkende Augen, der griech. Sage von Argus (s. d.) entlehnt. Kndig⸗. (lat.), Spitzfindigkeiten; argutiös, rgyll oder Argyle (spr. Argeil), Grafschaft in Wiestschottland, grenzt im N. an Inverneß, im W. und S. an die See, im O. an Perth und Dumbarton, umfaßt die Landschaften Morvern und Ardgower im W. vom Loch Linnhe, Appin und Lorn im O. desselben, ferner A., Knapdale, Cantire (Kintyre) und Cowal, schließlich die 0 01 Mull, Tiree, Coll, Lismore, Jslay, Jura und Colonsay und hat ein Areal von 8430 qkm, wovon gegen 2500 auf die —. entfallen. Sie ist ein malerisches Gebirgsand mit 59. Küsten und tiefeingeschnittenen Baien (Lochs). Kein Teil der Grafschaft ist mehr als 18 km von der See entfernt. Die Gebirge sind mit Heide bewachsen. Wälder mit zahlreichem Wild kommen an den Bergabhängen und am Ufer der Lochs vor, Ackerland in den Thälern und an den Seearmen. Die höchsten Punkte des zu den südl. Grampians gerechneten Gebirgs sind der 776 m hohe Buchael Etive, der 45km im Umfang messende und 1119 m hohe Ben Cruachan und der 967 m hohe Ben More auf Mull. Glimmerschiefer, von rappfelsen und Granit durchbrochen, herrscht vor. Der Bergbau liefert Blei, Silber, wenig Eisen und Steinkohlen. Man bricht Kalkstein, Marmor, Granit und namentlich viel Schiefer baeh dem Festlande zu Balachulish 3 Mill., auf den Inseln 5 Mill. Platten jährlich), hren auch Strontianit und Strontianerde, die ihren Namen von einem Orte Strontian am Loch Sunart — wo sie zuerst gefunden und analysiert wurde. Die Landwirtschaft beschränkt sich meistens auf Schafzucht. Nur 3/0 Proz. der Bodenfläche sind angebaut. Der Boden befindet sich in den Händen weniger Eigentümer. Die Bauern leben, mit Ausnahme der sog. Tacksmen, die halb Eigentümer des Bodens sind, wegen Kleinheit der Grundparzellen, Kürze der Pachtzeiten und Mangel an Kapitalien überaus armselig und abhängig. Die Tacksmen gehören zu den abergläubischsten und beschränktesten Menschen des ganzen brit. Inselreichs. Gebaut wird Hafer und eine Art Gerste (bear oder big), Flachs für den Hausbedarf des einzelnen Wirts, atten ilden Kartoffeln, die das Hauptnahrungsmittel bilden. Meist ist das benutzte Land Wiese, aber es wird Reael Heu gemacht. Die Schafe sind in der Regel von der Lintonrasse, schwarzköpfig. Rindvieh bildet einen Ausfuhrartikel auf dem westl. Hochlande, von wo es 21 den Südmarkt transportiert wird. Industrie ist ohne alle Bedeutung. Der Hauptgrundbesitzer, der Herzog von A., hat ich bemüht, in Inverary Wollfabrikation einzufhren, aber ohne großen Erfolg. Wichtiger ist die Hering⸗, Klippfisch- und Kabeljaufischerei. In neuerer Zeit hat sich der Ausdehnung der Dampfschiffahrt, welche all2. die entferntesten Punkte unter sich und vorzüglich mit — 5 in Verbindung brachte. Die Bevölkerungszahl ist auffallend in Abnahme; 1881 betrug sie nur 76440 E., während sie 1850 noch 89298 und 1831 sogar 100993 betragen hatte. Unter den wenigen Städten der Grafschaft sind nennenswert: Inverary am Loch Fyne, die Hauptstadt der Grafschaft und königl. Burgh mit 863 E.; Campbeltown in Cantire, ebenfalls königl. Burgh mit 7558 E., und Oban 9. d.). Die Grasscha t sendet ein Mitglied, und die Burghs Inverary, Oban und Campbeltown senden zusammen mit den 4 Ortschaften Ayr und Irvine ebenfalls ein Mitglied ins Unterhaus. Die Sprache

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 882Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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