FeedAriel
ErdkundeBrockhaus 1882

Ariel (hebr., d. h. der Löwe Gottes) ist der Name mehrerer Personen des Alten Testaments. Auch die Stadt Jerusalem wird von Jesaias so benannt, insofern ihm der Berg, auf dem sie liegt, wie ein ruhender Löwe erscheint. In der ka balistischen Dämonologie der spätern Juden bezeichnet A. einen Wassergeist. Endlich ist A. der Name eines Luftgeistes in Shakspeares Sturms. Arier, lesnam ärja (d. h. der Treue, Ergebene), ist der Volksname, mit welchem die indogerman. Bewohner Vorderindiens und Persiens (in der Gadenta der letztern airja und arija) sich selbst im Gegensate zu den Völkern anderer Rasse (anskrit. dasju, pers. anairja, d. h. Nichtarier) be eichneten, vielleicht in dem Sinne aden Volksgöttern des Stammes anhangende ergebenes gegenüber andersgläubigen Völkern. Bei den pers. Stämmen ist der Name stets als Volksname gebräuchlich geblieben, daher der Name des Landes Iran, d. i. Airjana, das Land der A.; auch in dem ältesten Denkmale der ind. Litteratur, im Rigvedar, der entstanden ist, als die Inder noch auf das Fünfstromland (Pendschab) beschränkt waren, ist Arja nur Volksname. Nachdem das Volk sich über das Gangesthal verbreitet hatte, die brahmanische Religion und das Kastenwesen eine feste Gestalt angenommen hatten, bezeichnet jener Ausdruck einen Mann, der einer der drei obersten Kasten angehört, weil nur diese arischen, indogerman. Ursprungs waren, die Angehörigen der vierten Kaste dagegen (die Sudras) aus den unterworfenen nichtarischen Stämmen hervorgegangen waren. Vgl. Pösche, Die A.v (Jena 1878). ö d. der neuern Sprachwissenschaft ist es zum Teil Gebrauch geworden, unter dem Namen A. ämtliche Völker indo-german. Stammes zusammenzufassen, doch ist die Bezeichnung Indogermanen (s. 15 oder Indoeuropäer vorzuziehen, um Zweideutigkeit zu vermeiden, da man unter A. in der Sprachwisten schaft in der Regel nur die ind. und iran. Indogermanen zusammen versteht. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 888Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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