Iran (von einem altpers. Worte Ariyana, noch erhalten im Zend [Airyanem vaédscho] und in der Parsisprache [Eran]) ist ursprünglich das Land der Arier. Der Name Ariana, der sich bei den klassischen Schriftstellern findet, begriff im ganzen ausdrücklich Ostiran, Afghanistan und Balutschistan. Bei den alten Persern findet sich dieser Ausdruck als ein geographischer nicht; denn die von den Alten Aria genannte Provinz des Achämenidenreichs ist aus dem altpers. Haraiva, neupers. Herat entstanden, und ist fälschlich mit dem Ausdrucke Aria verwechselt worden. Unter den Parthern und Arsaciden findet sich zuerst nachweisbar der Unterschied zwischen J., dem Lande der Arier, und Aniran, dem Lande der Nichtarier, d. i. der nördl. Barbaren tatar.⸗altaischen Stammes. Ein Titel der Sasaniden (225—651) war König von J. und Aniran. Doch ist der Name Aniran älter, denn die Griechen sprechen von einem Volksstamme der Anariaken. Die jetzigen Perser kennen nur den Gegensatz von J. und Turan (s. d.), dem südl. Teile Hochasiens. Im weitern Sinne ist J. das große Tafelland, das zwischen dem Hindukuh, den Gebirgszügen Chorasans sich bis an die Ausläufe des Kaukasus erstreckt, zwischen dem Kaspischen und Persischen Meere liegt und Afghanistan, Balutschistan und das Neupersische Reich umfaßt. Die Ostgrenze bildet das Industhal, die Westgrenze das Kurdische Gebirge, im Altertum Zagrus und Kambelidus genannt. Die mittlere Höhe des Plateaus ist 1000—1300 m, in der Mitte befindet sich eine große Salzwüste. Jetzt ist IJ. im engern Sinne der offizielle Name des Neupersischen Reichs, und die Bedeutung variiert mit der Grenze desselben. Die von bedeutenden Gelehrten angenommene Form Cran ist nur eine unnötige und mit der heutigen Aussprache unvereinbare Anderung. Vgl. Ritter, Erdkunde von Asien (Bd. 6, Berl. 1838), und Spiegel, Eran, das Land zwischen Indus und Tigris » (Berl. 1863).