Arnold (Gottfr.), bedeutender prot. Kirchenhistoriker, geb. 5. 9010 1665 zu Annaberg, studierte in Wittenberg Theologie, ward als Hauslehrer in Dresden im Umgange mit Spener für das einnere Christentum gewonnen und schrieb 1696 Die erste Liebe, d. i. wahre Abbildung der ersten Christenv. H* J. 1697 folgte er einem Rufe als Professor der eschichte zu Gießen, legte aber schon 1698 sein Amt nieder, weil seine pietistische Frömmigkeit nicht in Einklang kommen wolle mit der Zerstreuung der weltlichen Gelehrsamkeit und dem Greuel des Universitätswesens. A. ward 1700 Hofprediger der verwitweten Herzogin von Sachsen-Eisenach zu Allstedt, aber 1702 seines Amtes entsetzt, 1705⁵ Prediger und Inspektor zu Werben, 1707 Prediger zu Perleberg im Brandenburgischen, wo er 30. Mai 1714 infolge eines Schrecks über preuß. Werber starb, welche während der Predigt in die Kirche eindrangen. Sein Hauptwerk ist die Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorier (2 Bde., Frankf. 1699; 1700—15; 1729; 3 Bde. lesenhet 1740—42). Dasselbe ist mit großer Belesen eit geschrieben, obwo aterrals Der und ohne kritische Sichtung des Materials. Der Wert des Buchs liegt teils in dem Umstande, daß es in deutscher Sprache eschrieben ist, welche durch A. wie durch seinen Weale Thomasius in die Gelehrtenwelt an der telle des Lateinischen mit Erfolg wieder eingeführt wurde, teils in der Freimütigkeit, mit der er die Ketzer als ein notwendiges und hochbedeutendes Glied der kirchlichen Entwickelung zu Ehren brachte. Die übrigen Schriften A.s, wie die (Historia et descriptio theosophiaer (1702; deutsch 1703), «Das Leben der Gläubigen» (1701), Das Geheimnis der göttlichen Sophiap (1700) u. s. w., sind in wesentlich gleicher Richtung wirksam gewesen. Seine vielfach in diese Schriften eingestreuten geistlichen Lieder wurden gesammelt und herausgegeben von Knapp (Stuttg. 1845) und Ehmann (Stuttg. 1855). Vgl. Dibelius, Gottfr. A. Sein Leben und seine Bedeutung für die Kirche