abfrieren, neutr. Z., frz. se perdre par le froid, engl. to fréeze off. Das Lostrennen einzelner Theile d. Putzes, der Mauersteine, frischer Bruchsteine, gebrannten Thons oder Gipses durch den Einfluß des Frostes kann 1. danneintreten, wenn diese Theile beim Eintritt d.kalten Jahreszeit noch so viel innere Feuchtigkeit enthalten, daß durch das Gefrieren derselben ein Abstoßen deräußeren Schichten herbeigeführt werden kann. Um dies zu verhindern, muß man dafür sorgen, daß der Bau noch bei warmen, trockenen Tagen vollendet wird. Nach dem Eintritt der ersten Nachtfröste noch Maurerarbeiten fertigen und putzen zu lassen, ist absolut schädlich für die Gebäude und nur durch die unbedingte Willensäußerung des Besitzers oder durch die Machtäußerer Umständezu entschuldigen. — 2. eine zweite Ursache des Abfrierens ist das Stehenbleiben u. Einsickern v. Wasser auf den oberen Flächen vorstehender Theile, die dann bei eintretendem Frost durch die Ausdehnung des eingesickerten Wassers zersprengt werden. Sehr schädlich in dieser Beziehung wirken die weit und flach ausladenden Gurtsimse, Fensterverdachungen, Sohlbänke, Balkons etc. Auf ihnen bleibt der Schnee liegen, an warmen Tagen schmilzt erzum Theil, das Schneewassersickert sich ein, friert dann in der Nacht wieder und sprengt einen Theil des betr. Gliedes ab. Unsere deutschen Vorältern im Mittelalter wässerten alle diese Theile auf ihren Oberseiten sehr stark ab und kehlten sie unten tief aus, was, bei weitem wirksamer als das Anbringen einer bloßen Wassernase, das Wasser nöthigt, an der Vorderkante abzutropfen, statt sich nach den dahinterliegenden glatten Wandflächen zu ziehen und dieselben zu nässen; s. d. Art. Gurtsims, Verdachung, Abwässerung, Wassernase und goth. Stil. Ms.