Abtrittsgrube, f., frz. fosse, f. d'aisance, engl. cesspool. Die A. muß natürlich so angelegt werden, daß weder Geruch noch Theile der in ihr sich ansammelnden Unrathsmassen in den Keller dringen können. Die Umfassungen der Grube stelle man daher möglichst wasserdicht her (s. wasserdichte Mauern) u. lasse sie möglichst wenig an der Mauer des Gebäudes anliegen; dies geschieht am besten dadurch, daß man die Grube kreisrund macht. Die Grube ist gut zu überdecken, damit kein Regenwasser hineinfließt, welches leicht eine Ueberschwemmung herbeiführen könnte und auch die Fäulnis beschleunigt. Ueber der Grubendecke unter dem Schlauch führe man frische Luft ein. Da auch thunlichst sorgfältig gebaute Mauern nicht völlig wasserdicht sind, so umgiebt man die Gruben meist mit doppelten Mauern und bringt zwischen dieselben einen Lehmschlag. Neuerdings hatte man sich mit großer Vorliebe der gußeisernen Grube zugewendet; diese besteht aus Kasten von gußeisernen Platten, die in die Erde versenkt und ummauert werden, hat sich aber nicht lange in der Gunst des Publikums erhalten. Auch suchte man überhaupt die Anlage v. Gruben zu vermeiden. Seiteinigen Jahren aber ist der Konstruktion der Arn wieder viel Aufmerksamkeitzugewendet worden, wobei man meist auch die Desinfektion der Exkremente mit ins Spiel gezogen hat. Das Resultat dieser Studien isteine Reihe von Anlagen, die sich recht gut bewährt haben. Unter ihnen wählen wir hier die den Herren Wilhelm Tuch u. E. O. Wilhelmy in Leipzig patentirte, indem wir die vollständige Darstellung der zwei verschiedenen von diesen Herrenprojektirten Grubenanlagen nebst Abbildungen geben. I. Haus-Desinfektionsanlage mit Desinfektionserreger, Absatz. und Klärgrube nebst patentirtem Desinfektions- und Stauventil. Die Konstruktion, in Fig. 42—46 dargestellt, bewirkt die Desinfektion der Aborte und Abortröhren sowie der in die Gruben einfallenden Abfallstoffe selbstthätig u. ermöglicht anderseits die möglichst vollständige Klärung und Absonderung der verbrauchten Spülwässer und dünnflüssigen Abfallstoffe nach deren Desinfektion u. vor Ueberführung der geklärten Wässer in das Schleusensystem. Das System erfordert nur die gewöhnliche Steigeleitung im Anschluß Fig. 42. an die städtische Wasserleitung oder dgl. Der Desinfektionsapparat Owird hinter dem Closethahn (Eckventil) u. vor dem Closetbecken eingeschalten, die spezifisch schwerere Desinfektionsmasse nimmt ihren Weg demnach nicht durch Hähne od. Ventile, sondern geht vom Apparat C, in welchem sie sich mit dem reinen Spülwasser der Wasserleitung vermischt, direkt ins Closet u. s. w., nachdem das Closet gezogen worden ist. Das von dem Closethahn B nach dem Apparat führende Zuleitungsrohr endet in dem trichterförmigen Boden von O als ringförmiges, mit Ausspritzöffnungen versehenes Rohr. Durch die Verschlußschraube des Apparates Owird in geeigneten Zeiträumen eine Quantität von breiartig angerührter Desinfektionsmasseeingeworfen, die für eine Woche ausreicht, nach der Kopfzahl der - in jeder Wohnung wohnenden ꝰỹẽx Familie zu bestimmen ist und auf dem Boden des Apparates sowie über dem ringförmigen Rohr ablagert. Bei Oeffnung des Closethahnes Benach dem Gebrauch des Closets wird durch das zuströmende und aus dem Ring ausspritzende Wasser die Desinfektionsmasse aufgeregt und durch das Abgangsrohr mit dem Wasser vermengt nach dem Closetbecken getrieben. Die nahe oder entfernt vom Boden des Apparates angeordnete Mündung des Abgangsrohres bedingt die schnellere od. langsamere Fortführung der angebrachte Wehr Jin der Absatzgrube 3 werden, passiren die leichten u. völlig flüssige ktionsmasse. Fig. 45. r Absatzgrube ‚mmenen Ab⸗ Wehrb.überlaufendem Wasserstand a das patentirte Stau- und Wässer u. Desinfektionsventil G,u. zwarmüssen die überfließenden hier den Klä- Wässer, vermöge der Konstruktion dieses Ventils, nochzeß durch, ge mals zu sicherer Erreichung der vollständigen Desinfeka in die Stau⸗ tion durch die in das Ventil eingeworfene Desinfektionsgrube E, als masse, welche ebenfalls in geeigneten Zeiträumen zu er-Wasser über; neuern ist, durchpassiren, wodurch anderntheils noch das alle schwere-oftmals versäumte Ziehen des Stauventils überflüssig edurch das vor gemacht wird. Das Ueberlaufsrohr des Ventils bildet in ergang aus ei- Verbindung mit dem Trichter desselben einen Raum andere Grube zu Aufnahme der Desinfektionsmasse. Bei Erreichung zurückgehalten des überfließenden Wasserstandes a der Grube kommt das gen nach diesem überlaufende Wasser in den rinnenförmigen kreisrunden stoffe in der Grube zi Weise von Zeit zu Ze Abtrittskümmer: lieu, m. de la chaise] Die Abtrittskammer Tiefe angelegt werdet direkt ins Freie führ besondere Vorkamme Winter nicht kalt we