FeedAgstein
BaukunstBau-Lexikon 1881

Agstein, Agtstein, m., manchmal fälschlich für Agat oder Achat gebraucht, eigentlich s. v. w. Bernstein (s. d.). ügyptische Mauerziegel, m. pl. Die alten Agypter fertigten ihre Mauerziegel aus feinem Nilschlamm, den sie mit klein gehacktem Stroh vermischten, in Formen preßten und dann mehrere Jahre an der Sonne trocknen ließen; s. Luftziegel. ügyptischer Säül, m., lat. oecus aegyptius, m.; so nennt Vitruv, ebenso nannten die späteren Römier, für die er schrieb, einen Säl, der rund herum freistehende Säulen hat; diese tragen Unterbalken, von welchen nach den umherlaufenden Wänden Balken liegen; hierauf liegen Breter u. ein nhan unter freiem Himmel, so daß man rings herum gehen kann; innerlich stehen auf den Unterbalken, gerade über den unteren Säulen, um ein Viertel kleinere Säulen, zwischen denen Fenster angebrach sind 0— deren Gesims eine zierliche Felderdecke trägt. Diese Säle haben also viele Ahnlichkeit mit den späteren Basiliten, nur daß die Seitenschiffe ringsum gehen, die Emporen unbedeckt sind und die Tribüne fehlt. Ihr ägyptisches Vorbild ist der Basilika noch ähnlicher, indem alle drei Schiffe! bis an beide Endwände gehen; s.d d. Art. ägyptischer Stil u. Fig. S4. ügyptischer Stil, nu, frz. architécturé égyptienne, engl. egyptian style. Das älteste Volk, dessen Bauweise sich zu einem vollständig geordneten Baustil heranbildete, war das Volk der Agypter. Sie wohnten in dem von Felsenreihen und Wüsten eingeschlossenen T Thal, welches der Nil durch Ueberschwemmungen jährlich befruchtet, im heutigen Agypten u. Nubien (früher Athiopien). Ernstes „ fleißiges, immer wachsames Entgegenarbeiten gegen die schädlichen Einflüsse der benachbarten Wüste und der Nilüberschwemmungen, weise, umsichtige Regelung und Benutzung der letzteren, beide zur Existenz dieses Volkes nöthig, gaben seiner geistigen Thätigkeit eine eigenthümliche Richtung, die noch schärfer durch Regierungsform, Verfassung u. Religion begrenzt wurde. Strenge Priesterherrschaft, wohlgeregelte Kasteneintheilung, hohe mathematische Kenntnisse befähigten die herrschende Priesterkaste schon früh, das Volk ganz nach Willen zu leiten. Alles dies nun sprach sich natürlich auch in Form und Wesen der ägyptischen Baukunst deutlich und klar aus, die so lange fast stereotyp blieben, als die Religion, getragen von der Priesterschaft, dieselbe war. Die Bauwerke verrathen vor allem die Grundzüge riesenhafter Willenskraft, Ausdauer und Energie, weiser Benutzung des vorgefundenen Materials, klugsberechneter Vereinigung des Zweckmäßigen mit dem, dem gemeinen Volk als heilig Geschilderten. Alles ist mit weiser Ordnung, Besonnenheit und Konsequenz behandelt, Alles für ewige Dauer berechnet und ausgeführt. Diese Haupteigenschaften erhielten sich fast durch die ganze Zeit ägyptischer Kunst, von etwa 4000 vor Christo, wo der erste pharaonische König Menes oder Mena die äthiopische Priesterkaste von der nominellen Herrschaft verdrängte, bis zum Jahr 395 nach Christo, wo Theodosius begann, die ägypt. Tempel vom Götzendienst zu säubern und zu zerstören. Dabei muß man jedoch an keinen vollständigen Stillstand denken, vielmehr läßt sich dieser Zeitraum füglich nach der Kunstentwickelung in 8 Perioden theilen. Zunächst müssen wir die Spuren einer vorbereitenden Periode erwähnen, die wir in schwachen Ueberbleibseln finden, welche vielleicht aus dem sechsten Jahrtausend vor Christus stammen. Noch erkennt man quadratische Außenwälle und Mauerreste von Substruktionen. Oberbauten und etwaige Hallen etc. mögen in dieser Zeit von Holz errichtet gewesen sein, wie aus manchen, dem Holzbau entnommenen Formen auch der ältesten erhaltenen steinernen Bauten zu schließen ist, und zwar einem schon künstlerisch entwickelten Holzbau, ein Umstand, der auf Jahrtausende vorhergehender Kultur schließen läßt. Die erste Periode nun historisch nachweisbarer Kunstthätigkeit umfaßt die Zeiten der 1. bis 12. Dynastie (etwa von 4000 bis 2380 vor Christus). Von den ersten Bauten in Memphis (Stadt des Menes), welche unter der ersten Dynastie errichtet wurden, scheint nichts mehr erhalten zu sein. Die Bergwerke aus der Zeit des Snefru in Wadi Maghära auf der Sinaihalbinsel gehören nicht eigentlich hierher. Die ältesten erhaltenen Bauten außer dürftigen Resten in This (Abydos) sind der sogenannte Mastabat el Pharaoun, südlich von Sakkarah, u. die Beamtengräber an der Pyramide des Chufu (Cheops) bei Gizeh, länglichviereckige, ziemlich niedrige Quaderbauten mit schrägen Bänden, erstere mit dem feinen Kalk von Mokattem, ähnlichen 2 etztere ganz ohne Mörtel versetzt. Der Mastabat besteht von Meydr us einem von geböschten Mauern umgebenen Hof, dessen ältesten PI Zeristyl von 12 viereckigen Pfeilern getragen ward. In großen gebi er nordöstlichen Seite ist der Eingang und in der S.-W.⸗art von inn scke des Hofs führt eine Thüre zu einem kleinen Gemach immer für nit Statue und Räucheraltar. Von da gelangt man in treffenden § en eigentlichen Grabraum, unter welchem der Sarko⸗ Höhe. — hagraum liegt. Die hier erhaltenen Thüren sowie in ramiden v nehreren der Beamtengräber die an der Ostseite angeChufu (Che rachte Thüre zu dem Gemach der Todtenfeier zeigen in 3032 ff., di hrem runden Deckbalken bereits die Nachahmung der oder Myker holzbauformen in Stein. Die Westseite öffnet sich ineinen Die Pyre u dem Sarkophagraum führenden Schacht. Selbst wenn Durchschnit ins nicht die Chroniken Agyptens erzählten, daß unter dem Basislänge er ersten Dynastie angehörenden König Atothes, Er-errichten. dauer der Königsburg von Memphis, Säge, Haustein-halten. De nauerung und Schrift erfunden worden seien, würden wir men dennoc in der in der dritten Dynastie, etwa um 3500 v. Chr., er-⸗König Phie auten Pyramide von Sakkarah allein schon die damals vor 2700 v. sewonnenen Fortschritte der Technik erkennen. haben soll, Die genannte Pyramide (Fig. 74) und die ähnliche, aber bei Benihat sur in drei Hauptstufen aufsteigende, auch mit zwei thurm- gehalten m Aufbauten auf dem Gipfel bekrönte Pyramide un (fünfte Dynastie) zeigen deutlich, daß die yramiden, ähnlich denen der Olmeken, in öschten Stufen errichtet wurden und zwar derien nach außen fortschreitend, daß die Pyramide vollendet gelten konnte, wenn der Tod den be-König, der sie für sich als Grab baute, während des Baues überraschte. Dies geschah offenbar bei beiden erwähnten, von denen namentlich die zu Meydun mit ihren großen, sehr steilen Stufen auffällige Ahnlichkeit mit der Moschee zu Timbuktu hat. Nachdem die Hauptmasse zu erwünschter Ausdehnung aufgeführt war, fing man dann von oben herab an, die großen-Stufen zunächst durch kleinere und endlich schräg auszufüllen. In diesem Stadium wurde die Erbauung der Steinpyramide von Daschuhr (fünfte Dynastie) unterbrochen, daher ist dieselbe in ihrem oberen Theil schon flach (unter 427) abgeschrägt, während unten noch die steilere Böschung (557) sichtbar ist. Die andere Pyramide bei Daschuhr ist nur von Lehmziegeln erbaut und mit Quadern bekleidet gewesen. Sie enthält an der Nordseite einen Vorbau mit dem Gemach für die Leichenfeier, welches durch übergekragte Steinschichten im Spitzbogen geschlossen ist. Die drei Pyramiden von Abusir sind aus Bruchsteinen mit Nilschlamm als Mörtel erbaut und mit Kalksteinquadern verkleidet. Sie messen 5070m. Der 4. Dynastie gehören die drei großen Pydon Gizeh an, deren älteste und größte von eops) 3095ff., die zweite von Chafra (Chephren) hie dritte von Menkera, Menkeres (Ramenke rinos) 2966 ff. erbaut ward. amide des Cheops, von der wir in Fig. 75 einen itt geben, hat nach Thevenot's Messung 227 m e, 137 m. Höhe und 208 Stufen, die vormals 1100 deren, besonders aber an — kleinere Stufen ausfüllte, Architektonische Theile sind leider nicht eroch sind uns für die Beurtheilung ihrer Forch nicht alle Spuren verloren gegangen. Unter ops, welcher der 6. Dynastie angehörte, etwas . Chr. lebte und die ersten Obelisken errichtet sind auch die Grottengräber in Zauietel Meitin issan entstanden, deren Wandbilder, zusammennit jenen kümmerlichen Tempelresten an der gens neuen Tempels Tothmes' III. in Theben, mit den blinden Thüren und den, Palmenstämme nachahmenden, Decken der genannten Felsengräber, endlich mit dem Sarkophag des Königs Menkera (Fig. 76), uns in den Stand setzen, einen Schluß auf die Tempelformen dieser ersten Periode zu thun. Danach bestanden diese Tempel sämtlich, den von Mena (um 4000 v. Chr.) dem Phtahzu Ehren errichteten vermuthlich nicht ausgenommen, im wesentlichen aus einer langgestreckten Cella mit oder ohne geschlossene Vorhalle, umgeben von einer Pfeilerhalle, deren Pfeiler aber erst auf hohen Brüstungsmauern begannen. Ursprünglich waren diese Pfeiler viereckig, allmählich wurden zunächst blos die den Eingang flankirenden, dann auch die anderen durch Verbrechung der Ecken zu achteckigen, dann sechzehnseitigen, endlich runden Säulen. Die Eckpfeiler mußten nun um der Festigkeit willen stärker, besonders breiter gemacht werden; dann wurden die Zwischensäulen bis zum Fußboden herabgeführt, und nun stand die Brüstung zwischen ihnen. Man hatte gelernt, Brüstung von Gründung, ausfüllende, schließende Theile von stützenden zu unterscheiden, sah aber auch in den Stützen nicht mehr bloße Gestellträger, sondern zugleich Begrenzung der Offnung. So wurde der Eckpfeiler aus einer verstärkten Stütze zum Mauerstück, die Halle war nicht mehr ein um den eigentlich baulichen Kern gestelltes Gerüst, sondern zeigte sich als Fensterreihe in der Mauerumfassung. Infolge dessen gab man nun auch ihr die geböschte Gestalt, welche schon längst die aus Lehm aufgeführten Wände der Wohnhäuser, die Wände der Cella und die Stufenwände jener ältesten Pyramiden gehabt hatten. Das Dach war wohl schon bei den vorhergehenden Holzbauten ziemlich, von Beginn des Steinbaues aber ganz flach. Die Hohlkehle des Simses scheint ebenfalls nicht zu den ursprünglichen Formen zu gehören. An dem Sarkophag des Menkera tritt sie zuerst auf. Gerade dieser aber zeigt gleich jenen blinden Thüren Formen, welche auf einen früheren Holzbaustil deuten, der jedenfalls auch auf die erwähnten Bildungen Einfluß hatte, die den Schluß dieser Periode bezeichnen. Zweite Periode. Die hervorragendste Stelle unter den betr. Bauten gebührt den Werken der 12. Dynastie (nach Lepsius 2380—2171 v. Chr.). Die von Usurtesen IILerrichteten Burgen zu Semneh u. Kumnée, der von ihm erbaute, von Thotmes III. reparirte Tempel zu Kumnée mit seiner gestreckten Cella, der Tempel des Amenemeha III. zu Sarbut el Chadem, das Allerheiligste in Karnak, von Usurtesen III gebaut, ein großer Theil der Gräber bei. Benihassan und viele andere Werke dieser Zeit zeigen die dem Steinbau direkt angehörige protodorische Säule in ! ihrer ersten, einfachsten Form, zeigen aber namentlich auch l zum Theil das entschieden auf vorhergehenden Holzbaustil deutende Gebälk mit Tropfen. Wir geben in Fig. 77, 78, H 79 und 80 eine Außenansicht, einen Durchschnitt und das ! Pfeilerdetail eines der Gräber von Benihassan. Amenemeha III., genannt Möris, war es auch, der die Wunderwerke in Fayum, den künstlichen See und das Labyrinth, schuf. Die Pyramide an der vierten Seite des an drei ! Seiten von Regierungsgebäuden umzogenen Labyrinthhofes und die beiden Pyramiden im See bestanden aus Lehmziegeln und sind verschwunden. Sie zeigten nach der Beschreibung des Strabon und Herodot bereits die ausgebildetste Pyramidenform, der wir in Agypten überhaupt e begegnen, mit Vorterrasse, pylonenbekrönter Vorhalle u. Bekrönung durch eine Statue oder ein Tempelgebäudchen,“ ähnlich den später in Meros errichteten. In dieser Zeit lommen zwei Formen von aufrecht stehenden Monolithen vor: neben den allbekannten Obelisken, quadratischen l Spitzpfeilern, erscheinen noch Standplatten von recht- 1 mig abgeschnitten. Das sind weltliche Erinnerungszeichen, während die Obelisken, deren ursprünglicherName Menu lautete (άι2σe, Spießchen, ist ein griechischer Spottname), dem Sonnengott Ra geweiht sind, dessen Verherrlichung auch oft ihre Inschriften gelten. Der älteste bekannte Obelisk, der von Heliopolis, ist von Usurtesen er— Fig. 76. Sarkophag des Königs Ramenka (Menkera). richtet. So wurden in dieser zweiten Periode bereits alle Grundzüge zu dem ägyptischen Stil gegeben. Dritte Periode, circa 2170—1680 v. Chr.; die 13. bis 17. Dynastie. In dieser Zeit schwerer Kämpfe mit den eingedrungenen Hirtenvölkern Asiens, den Hyksos, kam das Land nicht zur Ruhe; kein Wunder also, daß wir aus dieser Periode weder von großen Bauten noch von Fortschritten in der Kunst melden können. Ganz ruhte die bauliche Thätigkeit allerdings nicht. Einzelne kleine Tempel, Festungen etc., entschieden auch Statuen etc. wurden errichtet, wie wir denn die Statue eines Flußgottes zu Tanis aus dieser Zeit besitzen. Zwei wichtige Veränderungen auch vollzogen sich unter dem Einfluß der Hyksosherrschaft. Erstens verdrängten die Koila— DũDU naglyphen die bis dahin vorherrschend üblichen Flachreliefs, und zweitens nahm der Ziegelbau noch mehr als früher überhand, weil der Krieg den Transport der Steine nach Unterägypten erschwerte. WV Vierte Periode, Di circa 1680—729 v. Durchschnitt eines Grabes bei Benihassan. Chr., 18. bis 23. Dynastie. Dem Heldenkönig Thotmes III. war das von seinem Vorgänger begonnene Befreiungswerk gelungen. Die Hyksos waren vertrieben; das Land athmete wieder auf, Macht u. Wohlstand Agyptens blühten empor und die Glanzperiode ägyptischer Kunst brach an. Der Reichstempel zu Karnak wurde von jedem. Könige vergrößert. Tempel u. Paläste und bei so unausgesetzter Gelegenheit machten Kunst und Technik rasche Fort— Bauten knüpfen an die Formen des die sich auch noch lange erhalten. Der von Thotmes III. erbaute Tempel zu Amada, mit seiner fast an das Etruskische erinnernden Anlage dreier Zellen neben einander, zeigt jene vieleckigen protodorischen Säulen, die wir in einem von demselben König erbauten Nebensal des hinteren Palastes in Karnak wiederfinden, die uns auch an dem von Amenophis IL.errichteten Tempel des Hor Amun zu Wadi Halfa und an zwei Bauten Amenophis'III. wiederum begegnen. In Karnak zeigen sie sich in gesunder Weise weitergebildet Fig. S1), an dem Tempel bei El Kab und in Sedinga aber tragen die 16seitigen Pfeiler bereits Hathormasken. Selbst der unter Rhamses II. erbaute Höhlentempel zu Kalabsche zeigt noch die gestreifte Säule von 32 Seiten, von denen vier glatt, die anderen hohl, als Kanälirung gestaltet sind. Aber es treten nun auch andere Formen als tonangebend auf, welche bald jene einfachen verdrängen. Wir meinen die schon beim Labyrinth und in Benihassan vorkommenden Bündelsäulen, eine Nachbildung der aus mehreren zusammengeschnürten Stämmen bestehenden Holzpfeiler, die runden Säulen, als Vertreter des gereiften Steinbaues, die viereckigen Pfeiler mit daran gestellten Statuen nebst den diesen Schaftbildungen entsprechenden Kelchkapitälen, Knospenkapitälen ve. Andeutungen dieser Form finden sich zwar schon auf Wandmalereien aus dem alten Reich, aber wirkliche Säu-Gestalt sind uns erst an den Bauten der in Periode erhalten. Namentl. unter Sethos J. Rhamses II. (Sesostris) entstanden Osiristempel in Abydos u. das Memferner unter Rhamses III., 20. Dynastie aus Karnak. Fig. 82. Vom Rhamesseion. Rhamesseion. Das hundertthorige Theben jetzt die Orte Karnak, Luxor, Medinetstehen, ferner die Tempel von Wadi Gerf-Hossäyn, Abu Simbel (Ipsambul), der Kalabsche, die Memnonssäulen und eine lange, glänzende Reihe anderer Riesenwerke entstammen dieser Zeit, während welcher auch (um 1600 v. Chr.) zuerst Wölbungen vorkommen; s. Fig. 83. Auch die hypostilen Säle mit erhöhtem, oben von der Seite beleuchtetem Mittelschiff traten jetzt auf. Fig. 84 ist ein Beiiel vom Südtempelzu Karnak, Fig. 85 der Grundriß, in welchem A B die Linie des obigen Durchschnitts bezeichnet. Einen der schönsten dergl. Säle enthält das Rhamesseion Fig. 87. Der stetig steigende Einfluß der Priester zeigt sich in dem immer riesenhafteren Umfang, den immer komplizirter werdenden Dispositionen der Tempel, von denen Fig. 85 freilich nur Fig. 9 ein sehr einfaches Beispiel ist, Grabkammerwölbung. in der Anlegung der Todtenstädte, in dem Aufhören der Pyramidenbauten, an deren Stelle gebaute oder in den Felsen eingegrabene Königsgräber treten. Fünfte Periode, 729 525 v. Chr. Der minder gebildete Bewohner Athiopiens dagt über die verweichlichten Insassen von Agypten. Die äthiopischen Könige bauten, gleich den früheren Herrschern, Kanäle und Straßen, nahmen Restaurationen in 2 0 vor; auch nahmen sie den Pyramidenbau wieder auf. Auf der Insel Meros M, sindüber 170, am Berge Bar⸗ , kal ebenfalls sehr viele solcher Pyramiden, von Ziegeln errichtet u. abgeputzt, erhalten, von denen viele im Spitzbogen gewölbte Vorhallen haben (s. Fig. 86, 88). Aus derpel des Phtha und der große östliche Tempel am Berge Barkal, der Tempel zu Mauri etc. Die Kapitäle sind mit Isisköpfen und sogenannten Typhongestalten verziert, doch kommt auch das Knospenkapitäl vor. Unter der Dynastie von Sais nahm die ägyptische E Kunst nochmals einen Auf- — schwung. Die damals be— 9—— gonnenen Bauten von Philä, die Mauern und das Südthor des Phtahtempels zu Memphisetc. zeigen sehr feine, E= zierliche Verhältnisse u. Formen. Das Palmenblätterkapitäl wird in dieser Zeit vielfach angewendet, kommt aber schon unter der 19. Dynastie in Tanis vor. Amasis gab einen Beitrag Hane Tempelbau von Delphi und stand auch sonst in regem Verkehr mit den Griechen. Sechste Periode, 525—331 v. Chr. Die altehrwürdige ägyptische Kunst drohte unter der eisernen Faust der Perserherrschaft zu ersterben. Aber noch einmal gelang die aren im Stande, die; esseion in Medinet-Ab If der Insel Philä (Fi In der siebenten Peri dtolemäern, wurde trultur doch noch ziem! lus dieser Zeit stamme 0, Edfu, Esneh, sowi der griechische Einfluß abei aber den ältesten und. Die Mammetisi zierlichen Anbauten an das Rhabu, den eben sofeinen Hathortempel ig. 89) etc. auszuführen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 51Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6