Altarbekleidung, k., Altarausstattung, f., Altarschmuck, ornament, lat. vestis altaris. 1. Für katholische Altäre. Ein gültig geweihter Altar wird auf der Oberfläche mit drei weißen leinenen Altartüchern, Twelen (lat. mappae, tuellae, tobaleéa, lintéeamiina, frz. touailles, linges d'autel, engl. towels, altarcloths, span. mantelés), deren oberstes an den Seiten bis auf die Erde herabgeht, bedeckt, und an der Vorderseite über dem frontale, oder, wenn dieses fehlt, an Stelle desselben mit einem Altarbehang, Altargewand, Altarverhüllung (lat. pallium, antipendium, frz. nappe d'autel, engl. pallium, span. sabana), verdeckt, der dieselbe Farbe mit den Meßgewändern hat, die für die verschiedenen Feste besonders vorgeschrieben ist. Die anderen zu Ausstattung des Altars noch gehörigen Tücher sind das Corporale, die Palla, das Purificatorium, das Kommuniontuch, das Vorsatzvelum, das Conopeum, das Vesperale etc., s. die betr. Art. in M. M. a. W. Sonst ist über die Altarausstattung noch Folgendes zu bemerken: In der Mitte steht ein Kruzifix und an jeder Seite desselben mindestens ein, nach dem Rang des Altars auch mehr Leuchter mit Kerzen. Am Fuß des Kreuzes steht die Kanontafel, tabella sécretarum (Weihungsurkunde des Altars). Ahnliche kleinere Tafeln mit Gebeten etc. stehen an den Hörnern des Altars. Auf der Epistelseite steht ein Pult für das Meßbuch und eine Kerze. Daneben aufeinem Tischchen, credentia, (s. d.), Konsol, od. in einer piscina (s. d.) steht ein Glöckchen, eine Wein- und Wasserflasche, ein Waschbecken und ein reines Handtuch, auf der Nord-oder Evangelienseite das Sakramentshäuschen (s. d.). Vgl. auch M. M. a. W. 2. Der evangelische Altar wird ebenfalls mit einem leinenen Altartuch überdeckt, unter welches man eine Unterdecke aus stärkerem, auch wohl ungebleichtem Linnen legen kann. Das Altartuch selbst soll von möglichst feiner Leinwand sein (Damast ist dabei mit großer Vorsicht in Bezug auf die Muster zu wählen). Das Altartuch selbst soll, namentlich wenn der Altar die einzig richtige Form eines Tisches mit Füßen hat, nach vorn nur wenig überhängen und erhält eine Kantenstickerei in weißem, rothfarbigem oder (für Passionszeit, Todtenfest, Bußtage) schwarzem Zeichengarn, oder eine Einfassung in guten leinenen Spitzen mit stiltreuen Mustern, in den Ecken gestickte Kreuze, aus weißem, rothem od.schwarzem Zeichengarn. Das Corporale, Leibtuch, zur Unterlage für Kelch und Hostienkapsel, ist ebenfalls von Leinen, entweder so groß, daß es den ganzen Theil der Altarplatte bedeckt, der bei der Konsekration und Distribution in Anspruch genommen wird, oder es können zwei kleinere Tücher sein. Sie werden von feinstem Leinen gefertigt und nur mit fingerbreiter Kante sowie mit einem Kreuzchen in der Mitte bestickt. Die Pallen, Decktücher für Patene und Kelch, bestehen aus demselben Stoff wie die eigentlichen Altargewänder, mit Tressen besetzt und mit Leinwand gefüttert. In der Mitte unterlegt man sie mit einer Papptafel von 0,5 m. ins Quadrat, die beim Waschen herausgenommen wird. In einem großen Theil Deutschlands verhüllt man die heiligen Gefäße bis zum Beginn der Kommunion mit einem Velum, welches bis zu 0,8¾Hm. ins Geviert aus feinstem Linnen oder aus weißer Seide gefertigt und dann mit Linnen gefüttert ist und mit Gold, Silber oder Seide gestickt sein kann. Die Altargewänder, vela, vestes, gewöhnlich Altarbehang, Altarverhüllung oder schlechthin Altarbekleidung genannt, liegen unter dem Altartuch. Sie bedecken entweder die ganze Platte und ragen vorn nur um Handbreite unter dem Altartuch hervor, während sie an beiden Seiten bis fast auf die Sockel herabreichen, wo man sie dann mit symbolischen Darstellungen besticken kann, während der vordere Saum nur eine schmale gestickte Kante erhalten kann. Oder man legt eine lange, schmale Decke auf die Leinentücher, in der Breite ½— ½ der Altarlänge einnehmend, dabei aber von solcher Länge, daß sie, in der Mitte des Altars quer über die Platte gebreitet, diese von hinten nach vorn überdeckt und vorn bis zum Sockel herabhängt. Dieser Antipendienstreifen ersetzt dann zugleich die sonst nöthige Unterlagsdecke für Bibel und Agende, od. für das Pultchen, welches diese beiden Bücher trägt und dann wiederum ein gesticktes Pulttuch erhalten kann, und bietet in seinem herabhängenden Theil Raum zum Aufsticken einer Unterkante, eines Medaillons, Kreuzes etc. Ist jedoch, u. das ist leider oft vielfach der Fall, der Altartisch glatt, schlicht, od. gar aufgemauert und geputzt, so kommt ein eigentlicher vollständiger Altarbehang zur Anwendung; dieser braucht die Platte nicht zu bedecken, sondern kann an deren Unterkante angehängt werden, am besten über einem Unterkleid von grobem, dickem Stoff; er hängt glatt od. auch in Falten, wobei man sich aber hüten muß, die Faltung nicht wie bei Fensterdraperien zu machen, thunlichst an allen vier Seiten des Altars. Die Vorderseite kann, als Antependium, reich gestickt sein. Die Ellbogenstützen, Appoditerien zu der Seite des Podestes bekommen einen Polsterbezug aus demselben Stoff wie das Unterkleid und werden mit Fächeln von der betreffenden Farbe, darüber mit Vorhaltetüchern von Linnen überlegt. Kniebänke, Podest und Altarstufen erhalten eine Bekleidung mit Teppichstoff, ebenso kann vor den Altarstufen ein Teppich ausgebreitet werden. Auch können die Wände des Altarraumes mit Teppichen behangen werden. Der Stoff zu den Altarverhüllungen muß schwer, stark, solid sein, Tuch, Reps, Wollendamast, Halbseide, Serilin, schwerer Seidenstoff oder seidener Sammetkann genommen werden. — Wollensammet, Wollenplüsch eignet sich nur zu den Teppichen. Baumwolle ist zu vermeiden. Ueber die Farben u. Stickereien der Altarbekleidung s. d. Art. Farben, Symbolik re.