Androneum, n., lat., spätere Benennung des Andron oder der Andronitis. den Griechen das Männerhaus (s. d. Art. Haus), das der Straße näher lag als das Weiberhaus. Der Eingang von der Straße her wurde durch eine Art Hausflur gebildet, welche in den mit Säulenhallen umgebenen Hof mündete (s. Peristyl). Auf der Mitternachtsseite dieses Hofes lagen kyzikenische Speisesäle u. Bildersäle, gegen Osten Bibliotheken, gegen Abend Exedern, gegen Mittag aber große quadratische, auf vier Tafeln eingerichtete Speisesäle. Später nannten die Römer die mesaulae, d. h. die schmalen Gänge od. Höfe zwischen den Peristylen des Männerhauses und des Gastgebäudes, Andronen; obgleich diese Benennung etymologisch kaum zu rechtfertigen ist, weshalb sie schon Vitruv wunderlich findet, scheint sie sich ziemlich lange erhalten zu haben, denn Androna (s. d.) ist jedenfalls daraus entstanden. Es scheint, als ob es auch öffentliche Spaziergänge blos für Männer gegeben hätte, die ebenfalls Andronen hießen.