FeedAnemometer
TechnikBau-Lexikon 1881

Anemometer nach Wollaston. u. Ound aus einer gebogenen Röhre DEF, welche beide Gefäße von unten verbindet. Das eine Gefäß B ist oben verschlossen und mit einem seitlichen Mundstück & versehen, welches gegen den Wind gerichtet wird. Das zweischenkelige Rohr ist bis etwa zur Hälfte mit Wasser und darüber mit Ol gefüllt, welches auch in beiden Gefäßen emporsteht, so daß jedoch die Mündung des Rohres Anoch frei bleibt. Der durch A eindringende Windstrom verdrängt das Ol mehr oder weniger aus dem geschlossenen Gefäß B in das Rohr D hinab, und dadurch steigt in entsprechender Weise das Wasser im Rohr Fund man kann die Kraft des Windstoßes danach beurtheilen. — 3. Man bestimmt sie durch die Hebung oder vielmehr Verschiebung eines Pendels. Die Apparate dieser Art ähneln den als Hydrometer gebrauchten Stromquadranten und sind für den gewöhnlichen Gebrauch am bequemsten. Fig. 163 u. 164 stellen einen solchen dar. Auf einer festen Unterlage ist ein metallener Rahmen aa in senkrechter Stellung befestigt, in welchem sich ein anderer Rahmen bh leicht um seine Achse d dreht. An deren oberem Ende ist eine Windfahne Wiangebracht, durch welche der Rahmen b b stets winkelrecht gegen die Windrichtung gestellt wird. Am unteren Ende der Achse ebefindet sich ein horizontal gerichteter Zeiger, der auf einer Windrose die Richtung des Windes genau ablesen läßt. Während man nun den Rahmen a a so gegen den Wind stellt, daß letzterer nicht durch die Stäbe à a des Rahmens in seiner Wirkung auf die im Rahmen b b befindliche Vorrichtung gehindert wird, wird mittels einer Magnetnadel die Windrose stets wieder genau eingestellt. Durch den Rahmen bebegeht nämlich in horizontaler Richtung eine feine Stahlachse e k, um welche sich ein Pendel gh schwingt, welches unten eine Scheibe G von 0,¾5 m. Durchmesser trägt; besser dürfte eine hohle Blechkugel sein, weil der Windstoß bei allen Neigungen des Pendels derselbe bleibt, während er sich bei der Scheibe mit der Neigung derselben ändert. Die Länge des Pendels, von der Achse bis zur Mitte der Scheibe gemessen, beträgt 0,3 m. Damit der Wind gegen den kurzen Theil der Pendels, über der Achse e k, eben so stark wirkt als auf den langen, unter der Achse befindlichen Theil, so wird der obere Theil g metwas breiter gemacht als m h, so daß die gegen den Wind gekehrten Flächen wenigstens annähernd gleich sind. Der Winkel, um welchen das Pendel durch die Gewalt des Windes aus seiner vertikalen Richtung gebracht wird, wird an einem Gradbogen i Kabgelesen. Auf diesem Gradbogen befindet sich ein verschiebbarer Index n, welchen der Zeiger 2 einstellt, so daß man nach einem bestimmten Zeitraum den größten Ablenkungswinkel ablesen, also die Maximalstärke des Windes erkennen Anemoskop, u., Windzeiger, frz. anéẽmoscope, m.,engl. anemographer, v. griech. 49⁴e, Wind, und gονπe, gewöhnlich Windfahne, Wetterfahne gen., Vorrichtung, um die Richtung des Windes zu erkennen. Das A. besteht zu diesem Zweck aus einer ebenen Fläche in oblonger Form, welche an einer ihrer kurzen Seiten um eine Achse leicht drehbar ist. Man bringt solche Vorrichtungen so hoch als möglich an, damit nicht durch Rückprall und Ablenkung des Windes durch Gebäude und Mauern die Angaben des Instruments verfälscht werden. Die Gestalt der Windfahne selbst ist willkürlich, nur muß man bei ihrer Herstellung durch ein Gegengewicht oder dergl. dafür sorgen, daß die Achse durch den Schwerpunkt der Fahne geht, ohne dabei die einseitige, die Drehung der Fahne durch die Kraft des Windstoßes bewirkende Massenvertheilung aufzuheben. Das Gegengewicht wird daher am besten durch leicht eine an einen dünnen, stabförmigen Hebelarm gesteckte metallene Kugel gebildet werden, etwa in der Weise, wie Fig. 165 zeigt. Bei Windfahnen für sehr genaue Beobachtungen muß noch bedacht werden, daß der Wind meist in einer gegen den Horizont geneigten Richtung bläst. Mit Rücksicht hierauf ist die in Fig. 166 dargestellte durch das Gewicht einer Metallkugel é ausbalancirt, während A durch das Ge wicht der ganzen, für die Fahne B nöthigen Vorrichtung im Gleichgewicht erhalten wird. Ist die Vorrichtung so getroffen, daß die in einer gewissen Periode stattfindenden Windrichtungen vom Apparat selbst verzeichnet werden, sowirder Anemograph genannt. Daß ein Anemostop alle Richtungen u. Veränderungen des Windes im Zimmererkennen lasse, erreichtman auf folgende Weise: die Fahne steht, statt auf einer feststehenden Spindel, vielmehr auf einer Röhre, in der sich die Achse der Fahne in Gestalteiner schwachen runden Spindel dreht; diese geht herab bis an die Decke des betr. Zimmers und hat dort einen horizontal liegenden Zeiger, der an einem Zifferblatt die Richtung des Windes anzeigt. Soll das Zifferblatt an einer andern Stelle der Decke angebracht werden, so kann man die Bewegung durch ein Laufband oder durch Zahnräder leicht auf die an der gewünschten Stelle angebrachte Zeigerachse übertragen; die dazu nöthige Vorrichtung; kann zwischen den Balken oder auf dem Dachboden angebracht werden; soll die Windrose oder das dieselbe vertretende Zifferblatt nicht an der Decke, sondern vertikal an der Wand des Zimmers stehen, so läßt man das Getriebe der Spindel in ein vertikal stehendes Kronrad greifen, dessen Achse, horizontal durch die Wand geführt, den Zeiger dreht; hat das Getriebe eben so viel Zähne wie das Rad, so bewirkt eine volle Umdrehung der Fahne auch eine volle Umdrehung des Zeigers. Seμποαε.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 96Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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