Anschlag, m., 1. (Deichb.) der obere Theil eines Deiches oder Dammes, vom höchsten Wasserspiegel aufwärts, an den die Wellen anschlagen und der also bei Sturm als Schutzwehr dient. — 2. frz. feuillure, f., engl. rabbet, rebate. a) Fensteranschlag. Um Raum u. Unterstützung für die Befestigung der Fensterrahmen oder Futter an den Gewänden zu haben, läßt man letztere meist nach innen etwas freistehen, d. h. man macht das Fensterlichte innerlich zwischen den Laibungen (s. d.) etwas breiter alsäußerlich zwvischen den Gewänden. Der dadurch nach innen zu freistehende Theil der Gewände und des Sturzes wird A. genannt; oben am Sturz wird nämlich der innere Bogen auch höher gerückt als der Sturz. Die Breite des Anschlags betrage mindestens 5 em.; macht man ihn schmäler, so gehen die Fenster nicht weit genug auf, aber man darf ihn auch nicht zu breit machen, damit die Gewände noch genug in der Mauer stecken. Die Rahmen oder Futter der Fenster werden inwendig stumpf an den A. der Gewände angelegt, mit Haken befestigt und die Fuge zwischen ihnen und der Laibung (Anschlagsmauer, s. d.) verputzt. Hier und da pflegt man wohl auch jetzt noch, wie früher allgemein, in die Gewände einen Falz zu arbeiten u. das Fenster in denselben einzupassen; da aber das Holz seine Dimensionen beim Temperaturwechsel sehr verändert, so wird eine solche Einfalzung nie dicht und ist daher nicht zu empfehlen. Auch der Theil des hölzernen Fensterrahmens oder Futters, welcher an dem Anschlag des Gewändes anliegt, wird A. genannt, s.übr. Fenster. — b) Thüranschlag. Hat die Thüre steinerne Gewände, so ist der Anschlag derselben ganz so, wie bei den Fenstern, nur in der Regel etwas breiter. Hat aber die Thüröffnung hölzerne Verkleidung, so besteht der A. in der Regel blos aus einem Falz, in den sich die Thüre hineinlegt; in die Thüre selbst ist dann oft auch ein Falz gearbeitet, dessen Ueberschlag sich auf die vordere Fläche der Thürverkleidung auflegt, auch kann der Falz der Verkleidung doppelt sein, welchem dann die Ausfälzung der Thüre entsprechen muß. Je nach Anwendung dieser verschiedenen Konstruktionsweisen des Anschlages sagt man dann: die Thüre schlägt stumpf auf, oder: sie liegt im Falz, oder: sie ist überfälzt, oder: sie ist doppelt überfälzt; s. d. Art. Thüre. — 3. Anschlag, u Backen, m., eines Werkzeugs, frz. Conduit, m., guide, m joue, f. dengl. ledge, fence, leader. Versch iedene Werkzeuge, bes. Hobel, haben behufs genauerer Führung einen Anschlag, . Lawider die die betreffenden Werkzeuge behandelnden Artikel. — 4. Anschlag eines Streichmäßes, eines Winkels, einer Reißschiene, auch Kopf genannt, frz. régulateur, m., appui, m., tete, f., éEpaulement, m., engl. head, ledge, shoulder, s. d d. Art. Anschlagwinkel, Reißs chiene, Streichmäß ac. — 5. (Kostenanschlag) frz. devis, m. vengl. valuation, Berechnung der Kosten eines Baues, 5 Bauanschlag. 1. Hammer zum Anschlagen der Thüren u. Fenster, dessen Bahn sehr schmal ist. — 2. Hammer, welcher, von der Thurmuhr bewegt, auf den Glockenrand anschlägt.