Balkendecke, f., 1. frz. plancher, m., engl. ceiling of timbers, jede flach liegende, aus Balken konstruirte Ueberdeckung eines Raumes, im Gegensatz zur Ueberwölbung. Die Konstruktionsweisen s. in d. Art. Balkenlage u. Decke. — 2. frz. plafond enfoncé, lambris, engl. span-ceiling, ital. soppalcho, span. techo de vigas, Decke mit sichtbarer Balkenlage (s. d.); Disposition u. Verzierung kann natürlich sehr verschieden sein; am häufigsten dürften wohl folgende vorkommen: a) Deutsche Balkendecke. Die Balken liegen einfach parallel neben einander; sie bekommen dann in der Regel an der Unterkante eine Gliederung, welche nicht ganz bis an die Wand geht, in deren Nähe sie vielmehr vollkantig bleiben; die Einschubleisten werden ausgekehlt u. bilden einen Saumsims, die Einschubbreter werden gehobelt und mit Leisten auf die Fugen versehen; die vollkantigen Enden werden entweder durch Konsolchen oder durch einen fortlaufenden Kehlsims etc. unterstützt. b) Deutsche Decke mit Crägern. Die Balken liegen auf Trägern od. Unterzügen; da dies in der Regel bei größeren Räumen vorkommt, so kann man die zwischen den Trägern gebildeten Abtheilungen ganz wie oben subea behandeln. Den Trägern entsprechend führt man noch an den denselben parallelen Wänden blinde Halbträger hin oder legt wirkliche Halbträger, Streichbalken, auf Balkensteine. e) Man kann auch die Gestaltung b bei kleinen Räumen anwenden, dann legt man aber die eigentlichen Balken etwas weitläufig, vielleicht 1,½ — 2 m., von Mitte zu Mitte und überlegt sie mit Pfostenstreifen oder kleineren Balken von 10 — 12 em. Höhe und 0, —0„ m. Entfernung etc. Aehnlich sind die französischen und englischen Balkendechen angeordnet. In Entfernungen von circa 3 m. liegen starke Balken, Träme, frz. poutres, engl. girders; auf diesen ruhen, entweder stumpf aufgelegt oder mitversatzten Zapfen seitwärts eingesetzt, die eigentlichen Balken, Längenbalken, frz. solives, engl. binding-joists, u. auf diesen die Polsterhölzer, frz. soliveaux, engl. bridging-joists, boardingsjoists, nordengl. raglins. Diese Decken sind häufig, bes. die mittelalterlichen, reich mit Schnitzwerk, frz. boisérie, engl. néedle-Work, verziert. d) Die venetianischen Balkendecken sind ungefähr wie behandelt, andere aber auch wie a, nur daß die Balken kaum circa 30 em. im Lichten von einander entfernt liegen, und zwar so, daß die Einschubfelder Quadrate bilden. e) Durch Einziehen von wirklichen od. blinden Wechseln zwischen die Balken erzeugt man Felder mit gleichmäßig starker Umgebung an allen Seiten, sogen. Kasetten. Bei solchen Kasettendecken kann man eine sehr große Verschiedenheit der Anordnung, Vertheilung und Gestaltung der Feldererreichen, welche man dann mit Simswerk, Konsolen, Schnitzwerk etc. reich ausstatten und auch farbig verzieren kann, wodurch freilich oft der konstruktive Charakter einer Holzdecke verloren geht, indem man erstens solche Decken in der Regel wird größtentheils aus Bretkästen unter die Balken nageln müssen, zweitens auch die Holzfarbe nicht immer wird beibehalten können. s. — 3. (Kriegsb.) Ueber bombensichere Balkendecken, s. d. Art. bombenfest.