Balkenlage, k., Gebälke, n., frz. solivuré, empoutrerie, f., engl. framing ofjoists 2etc., lat. contignatio, span. armadura, madeéraje. Jedes Stockwerk eines Gebäudes muß (mit seltener Ausnahme) von dem darüber befindlichen durch eine Decke geschieden sein; dies geschieht nun entw. durch Ueberwölben od. durch eine sogen. B. IJ. Allgemeine Regeln. Bei übrigens massiven Gebäuden kommen die Balken entweder auf die reine Mauer, od. auf 8—10em starke Langhölzer (Mauerlatten, s. d.) zu liegen, indem man sie auf dieselben aufkämmt (Fig. 356) od. aufdollt (Fig. 357), u. zwar so, daß die Balken an jedem Ende mindestens 12 em. aufliegen. Zu den Mauerlatten (s. d.) sollte man nie Nadelholz, sondern nur Eiche od. Buche, am liebsten aber Eisen verwenden. An den Giebelmauern u. massiven Scheidewänden müssen die Balken (sogen. Streichbalken) nicht auf einem Mauerabsatz, sondern neben der Mauer liegen; blos auf die Holzwände kommen die Balken (Wandbalken) unmittelbar aufzuliegen, u. in der Dachbalkenlage kommt auf jede massive Scheidemauer ein Balken. Beim Legen der Balken muß Zopf- und Stammende abwechseln und jeder dritte oder vierte Balken mit der Mauer verankert sein (Binderbalken, Ankerbalken, s. Anker). Bei Fachwerksgebäuden werden die Bal lken auf die Rahmen der Umfassungswände aufgekämmt und mit denselben bündig verschnitten; besser jedoch ist es, auch hier die Balkenköpfe 3—6 em. vorstehen zu lassen. Die Dachbalken aber ragen bei Fachwerk in der Regel (mindestens 2030 em.) über die Umfassungswände heraus. Wird man verhindert, die Balken in ihrer ganzen Länge durchgehen zu lassen, so muß man Wechsel einlegen etc.; s. Balken. Bes. Vorsicht ist beim Vermauern der Balken nöthig (s. Balkenkopf). Ueber die Stärke der Balken, die sich aus der freitragenden Länge bestimmt, über die Weite derselben etc. s. d. Art. Balkenstärke, Balkenweite, Festigkeit, Elastizität, Biegung etc. ge eines rechtwinkligen Eckgebäudes mit ungleich tiefen Schenkeln. Hochkante gestellt, in der Anwendung auf Gebälke den Vorzug verdienen vor den aus dem runden Stamm gezimmerten Balken. Da nun zwischen sehr hohen u. dabei schmalen Balken eine Verspannung hergestellt werden muß, so haben sich aus der Berücksichtigung dieser Anforderung verschiedene Konstruktionen der Gebälke aus Hölzern von verschiedener Stärke ergeben, die zu bedeutender Ersparnis an Material führen. S. unter II. sub O u. ff. II. Verschiedene Arten der Bin. 5 A. Deutsche Balkenlage, einfache Balkenlage, frz. Plancher V single joisted floor, single naked floor. In Deutschland A sind fast allgemein Gebälke von gleich starken Balken üblich. Bei mehrstöckigen Gebäuden werden Stockwerksgebälke, frz. empoutreérié, engl. timber-work for a story, diejenigen Balkenlagen genannt, welche zwischen den einzelnen Stockwerken liegen. Eingeschobene Balkenlage, Zwischengebälke, franz. kaux plancher, entre-solivureé, engl. insertéd ceiling, bringt man zu Gewinnung von Halbgeschossen in hohen Stockwerken an. Dachbalkenlage, Dachgebälke, frz. enrayuré, f. plancher de combleé, engl. framing for the carcass of a roof, ist das die Decke des letzten Stockwerkes bildende Gebälke, worauf das Dachwerk gesetzt ist, u. unter Kehlgebälken verstehen wir die im Dachwerk selbst vorkommenden Balkenlagen. Die einzelnen Balken haben je nach der Stelle, welche sie einnehmen, und nach dem Zweck, dem sie dienen, besondere Namen, welche in Art. Balken nachzulesen sind. Die Entfernung der einzelnen Balken von einander hängt von Zweck und Stellung sowie von Vertheilung der Last über ihnen ab. Bei Bestimmung dieser Entfernung, der Balkenweite (s.d.), muß man aber auch noch berücksichtigen, daß von einem Balken zum andern die Dielung sich frei tragen muß, und daß die Sparrenweite sich durch die Balkenweite zugleich mitbestimmt. Wenn man daher durch Mangel an starker Bretwäre, hohe Preise derselben re. gezwungen ist, schwache Fußböden, Dachschalung etc. anzunehmen, so muß man die Balken etwas dichter legen, kann sie aber dafür schwächer machen; s. d. Art. Balkenstärke. Ueber die verschiedenen Arten, die Balken mit einander zu Abschließung der Stockwerke zu verbinden, s. d. Art. Fußboden und Decke. Einige dieser Arten machen nöthig, daß Nuthen in die Seitenfläche der Balken gehauen oder gestoßen werden, was unmittelbar nach dem Beschlagen resp. Trennen des Holzes geschieht, ehe man die Balkenlage zuzulegen beginnt. Dies nun geschieht natürlich mit dem Auflegen der Wandrähme oder Mauerlatten (s. d. betr. Art.) nach Mäßgabe der Zeichnung, resp. einer vorher vorgenommenen Ausmessung am Gebäude selbst. Die X Vertheilung der Balken richtet sich theilsnach Obenerwähn-be tem, theils nach der Richtung, in welcher man die meisten E derselben ganz (unausgewechselt) lassen und genügend oft unterstützen kann. Dachbalken legt man allerdings gern nach derselben Richtung wie die Sparren, obgleich es nicht unbedingt nöthig ist. Jedenfalls aber richte man ihre Lage so ein, daß wenig Stichbalken und Wechsel vorkommen. Wo dies aber nicht zu vermeiden ist, wendet man gern doppelte Mauerlatten an, wie in Fig.358. Nach Auflegung der Mauerlatten werden zuerst die zugleich den darunterstehenden dienen, aufgelegt. Sodann werden BD aufgeschnürt, und an den die Walme sich anschließen, die welcher blos die Binder durchgehen. Von diesen Wand- und Binderdann die möglichst gleichmäßige liegenden Balken, deren Entfernung wohl weniger, aber nie mehr betragen darf als die durch die Eindeckung vorgeschriebene Weite der Sparren, bis auf die Weite eines