Bei allen Operationen muß die größte Vorsicht beobachtet werden, da das Quecksilbersublimat ein sehr heftiges Gift ist. Diese große Gefährlichkeit, die Kostspieligkeit u. die Kenntnis anderer Methoden zur Konservirung des Holzes, welche billiger u. eben so zuverlässig sind, haben veranlaßt, daß in der neuesten Zeit das Kyanisiren beinahe gar nicht mehr angewendet wird. 2. Die Kreosotirung des Holzes besteht in Anwendung einer durch Destillation des Buchenholztheers gewonnenen Verbindung mehrerer bituminöser Oele mit Kreosot, welche, in ein Stück Holz hineingebracht, folgendermaßen wirkt: Das Kreosot koagulirt den vegetabilischen Eiweißstoff und verhindert dadurch dessen Fäulnis und Zersetzung, und die bituminösen Oele durchdringen die Härröhrchen, umgeben so die Holzfaser mit einer Decke und verschließen die Poren, so daß Luft und Wasser ausgeschlossen werden, da die bituminösen Oele im Wasser unlöslich sind u. von der Luft nicht berührt werden. Holz, das sehr porös od. saftreich, od. zu jung, oder gar zur unrechten Jahreszeit gefällt ist, nimmt eine größere Menge der konservirenden Substanz auf als die harten, dichten Holzarten, und wird sehr gehärtet. Man wird dadurch in den Stand gesetzt, wohlfeileres Holz mit größerem Nutzen anzuwenden, als wenn man ein theures Holz unkreosotirt gebrauchte. Eine ungefähr 17 Miles lange Strecke der London— North-Western-Eisenbahn ist auf kreosotirte Schwellen gelegt, und nach 14 Jahren waren die letzteren noch fortwährend eben so gesund, wie bei ihrer ersten Verlegung. Bei der Lancashire-Yorkshire-Eisenbahn ist kreosotirtes Holz zu Ständern, Holzpflasterungen u. dergl. gebraucht worden, u. Untersuchungen thaten nach? Jahren dar, daß der obere Theil sehr hart geworden, der unter dem Erdboden befindliche noch eben so frisch war wie bei der Herausnahme aus dem Kreosotbehälter, obgleich das Holz ziemlich saftreich gewesen war. Indem Kreosot im Innern des Holzes unverändert bleibt, möge dieses nun trocken od. naß sein, alles animalische Leben zerstört, schützt die Kreosotirung das Holz zugleich gegen den Angriff des Bohrwurms (Teredo), was beim Gebrauch zum Schiffbau, Hafenbau u. anderen vom Seewasser bespülten Anlagen wichtig ist. Die metallischen Salze hingegen werden größtentheils ausgewaschen und derjenige Theil derselben, welcher mit dem Albumin gerinnt, wird dadurch unschädlich für das thierische Leben. Das Verfahren selbst ist verschieden: a) Einpumpung von Kreosot. Hierbei wird das Holz in einen starken eisernen Cylinder gelegt und mittels einer Luftpumpe so viel Luft aus dem Innern des Cylinders herausgepumpt, daß der luftverdünnte Raum einem Druck von Ikg. auf den qem. entspricht; hierauf läßt man das Kreosot in den Cylinder einf ließen u. setzt es (bei Fichtenholz) mittels einer Druckpumpe einem Druck von 14kg. auf den gem. aus. Nun wird das Holz herausgenommen und ist zum Gebrauch fertig. In Kiefernholz presse man 185 kg. Kreosot pro Kbm., und zwar unter einem Druck von 15 kg. pro qem. Jedes Stück Holz werde gewogen, ehe es in den Kreosotbehälter kommt und wenn es wieder herausgenommen wird; es muß dann um 161½ kg. pro Kbm. schwerer geworden sein; das verbrauchte Quantum der Flüssigkeit ist stets etwas größer, weil das Holz durch den Verlust der mittels der Luftpumpe herausgezogenen Feuchtigkeit etwas an Gewicht verliert. Lange Hölzer erfordern nach Verhältnis ihrer Länge größeren Zeitraum zur Sättigung, da das Kreosot zuerst an den Enden eindringt u. der Länge nach in die Poren hineingedrängt wird. b) Dämpfung mit Kreosot. Da grünes od. sehr nasses Holz sich nicht gut kreosotiren läßt, indem kein Druck im Stande sein würde, das Kreosot in solches Holz hineinzudrängen, wegen der in den Poren befindlichen Feuchtigkeit, so ist es nothwendig, das Holz zuvor so weit zu trocknen, daß Fichtenholz mindestens 129 kg. pro Kbm. leichter wird, worauf es dann ein gleiches Gewicht Kreosot aufzunehmen im Stande ist. Zunächst wird das Holz in ein Trockenhaus gebracht, durch welches man die Verbrennungsprodukte von Holz und Steinkohlen, am besten Theerdämpfe, durchziehen läßt. Dadurch wird das Holz ausgetrocknet und mit den flüchtigen öligen Stoffen und dem Kreosot imprägnirt, welche in der zur Heizung des Hauses verwendeten Feuerung beim Verbrennen sich entwickeln. Wenn das Holz aus diesem Haus herausgenommen wird, taucht man es sofort heißes Kreosot ein, das sich in einem offenen Behälter befindet, und erspart auf diese Weise die Dampfmaschine und Pumpen. C) Wässerige Lösung. Da selbst das bestgetrocknete Holz noch Wasser enthält od. aus der Atmosphäre begierig einsaugt; da infolge dessen ölige Substanzen, zu denen auch das Steinkohlentheeröl gehört, selbst mit Gewalteingetrieben, schwer im Holz haften, so thut man besser, eine wässerigeLösung von Kreosot (Karbolsäure) anzuwenden, welche sich leicht«aus der jetzt im Handel sich findenden krystallisirten Karbolsäure darstellen läßt. Das Holz wird damit bestrichen oder in Behältern damit übergossen und bis zu 100 C. erwärmt, dann langsam abgekühlt u. mit verdünnter Eisenvitriollösung bestrichen. Ebenso kann man Segeltuch und Taue behandeln. (Deutscher Telegraph 1861.) 3. Anderweite Flüssigkeiten, welche man zur Tränkung des Holzes bis jetzt in Anwendung gebracht hat, theils um die stickstoffhaltigen Substanzen auszutreiben, theils auch um die Poren des Holzes mit fäulniswidrigen Stoffen anzufüllen, sind folgende. Welche von ihnen den Vorzug verdienen, ließ sich bis jetzt nicht feststellen. a) Zinkchlorid als Material zum Tränken des Holzes hat vor allen anderen Metallsalzen den Vorzug der Billigkeit, sowie den weiteren, daß es die Farbe des Kiefern- u. ebenso jedes andern Nadelholzes nicht verändert, einen Oelfarbenanstrich auf dem Holz haften läßt, auch das Leimen des Holzes nicht erschwert. Die Bereitung des Zinkchlorids geschieht wie folgt: Man zerschlägt rohe Zinkplatten in kleine Stücke, bringt sie in steinerne Töpfe und gießt Salzsäure darauf; es bildet sich unter Wärmeentwickelung salzsaures Zinkoxyd. Drei Gewichtstheile Salzsäure lösen etwa einen Gewichtstheil Zink auf; es ist aber zweckmäßig, daß bei der Bereitung Zink im Ueberschuß vorhanden sei, damit man gesichert ist vor überschießender Salzsäure. Man läßt daher die Auflösung mehrere Tage stehen, um möglichst wenig überschüssige Säure darin zu behalten. Nach dieser Zeit hat die Auflösung in trockenem und warmem Wetter 56—58 Bé., bei feuchtem u. kaltem Wetter aber nicht über 52“. Durch Erwärmen in einem Sandbad kann man diese schwächere Lösung auf vorgenannten größeren Gehalt konzentriren. b) Kupfervitriol-Auflösung (schwefelsaures Kupferoxyd in Wasser gelöst) wird in einer Stärke von 2½ —4Bé. verwendet; 500 g. Kupfervitriol auf 12½ kg. Wasser giebt eine Auflösung von 2½ Bé. Bei der Imprägnirung des Holzes mit dieser Lösung setzt sich in den weniger dichten porösen Theilen des Holzes, wo der Saft saß, und in den harzreichen Theilen ein basisches Salz an, welches mehr Kupferoxyd auf eine bestimmte Menge Schwefelsäure enthält als der Kupfervitriol selbst. Die übrigen Theile der Imprägnirungsflüssigkeit können ausgewaschen werden. Harzarmes Holz nimmt nichts fest auf. Die stickstoffhaltigen Eiweißbestandtheile des Holzes werden durch die Schwefelsäure gelöst und ausgesogen. Die im Holz zurückbleibende Kupferharzverbindung umhüllt die Fasern, hält den Zutritt des Sauerstoffs ab, macht das Holz unzugänglich für Insekten, vermindert aber seine Tragfähigkeit u. bewirkt, daß alle Anstriche, bes. Oelfarben, leichtgabblättern. 5 Kg Kupfervitriol genügen pro Kbm. Holz. Nach Boucherin führt man die Flüssigkeit aus einem 2—3 m. über dem Holz stehenden Bassin durch Schläuche in das Hirnende des Holzes oder in Einschnitte auf der Längenseite ein. Eine Kochung des Holzes in der Lösung während 2 Stunden ist für Kiefernholz gut, für Floßholz und dürres Bauholz ist eine Theerkochung besser. Versuche von Dalpiaz über Gewichtszunahme der Hölzer durch das Aufnehmen von Metallsalz-Lösungen ergaben folgende Resultate in Prozenten des ursprünglichen Gewichts: Tannen 2 Proz. 52 Proz. Nußbaum . . 100 „ „ Landse, 140 „