Holzteer ist eine schwarze ölige Flüssigkeit, welche neben Holzessig (s. d.) bei der trockenen Destillation des Holzes gewonnen wird. Bei der Destillation von hardreichem Holz erhält man einen Teer, dem viel Terpentinöl beigemengt ist und der dadurch spezifisch leichter als Wasser ist, während der aus Buchen⸗ und Eichenholz gewonnene in Wasser untersinkt. Der H. ist nicht identisch mit dem Steinohlenteer, obgleich der letztere den H. in den meiten Anwendungen ersetzen kann. itunter wird er H. ohne Rücksichtnahme auf den entstehenden holzessig gewonnen, indem man in primitiven Kühlvorrichtungen nur die leichter kondensierbaren Aneile verdichtet und die übrigen Dämpfe entweichen äßt (Teerschwelerei), so namentlich in Rußland, wo nan Birkenholz in Gruben oder Meilern verkohlt und die Dämpfe in Ableitungsröhren so weit abzühlt, daß Teer abfließt. Der 10 enthält eine ganze schwache Säuren wirkenden aromatischen Alkohole entzogen und aus dieser Lösung wird das echte Kreosot (s. d.), ein Gemenge von Guajacol und Kreosol, gewonnen. Bei der Destillation geht zuers. leichtes 59145 Kienöl, über, dann folgt schweres Ho öl, welches alles Kreosot enthält, der Rückstand Trtarit zu einer schwarzen, glänzenden Masse, Schusterpech. Durch Destillation von Birkenteer erhält man ein aromatisch riechendes Ol, welches in Rußland zum Tränken des Juchtenleders dient und als Daggert, Döggut, Schwarzer Degen u. s. w. bezeichnet wird. Außer zur Gewinnung dieser Produkte dient der H. vielfach als konservierender Anstrich für Holz, Eisen u. s. w.