Befestigungskunst, k. (Kriegsb.), franz. architecture militaire, hercotectonique, f. engl. art of fortification, die Kunst, irgend einen strategisch oder taktisch wichtigen Ort (Punkt) durch Hindernis- und Deckungsmittel derart zu verstärken, daß man ihn einem überlegenen Angreifer gegenüber mit einem Minimum v. Vertheidigungskräften mit Erfolg behaupten kann. Es giebt nun Orte (Punkte), welche voraussichtlich nicht blos für einen Krieg, sondern dauerndeine strategische Wichtigkeit haben, u. solche werden daher schon in Friedenszeiten mit soliden Befestigungen aus Stein, Eisen u. Erde umgeben. Man nennt diese beständige od. permanente Befestigungen; mit ihnen beschäftigt sich die ständige Befestigungskunst, Festungsbaukunst (s.d.). Eine andere Klasse von Befestigungen werden um solche Punkte ausgeführt, welche ihre Wichtigkeit nur für einen speziellen Krieg, also für eine kürzere Zeit behalten. Man nennt sie provisorische. Ihre Erbauungszeit fällt meist in den Krieg selbst und berechnet sich nach Wochen, höchstens Monaten. Ihr Material ist Holz, Eisen, Mauerwerk und Erde. Mit ihnen beschäftigt sich die provisorische Befestigungskunst. Endlich giebt es auch Punkte, die nur für eine schnell vorübergehende Kriegshandlung wichtig sind, z. B. für eine Schlacht. Die Vertheidigungseinrichtung derselben wird passagere oder Feldbefestigung genannt. Sie muß in möglichst kurzer Zeit, meist in wenigen Tagen, oft sogar in einigen Stunden, aus den zunächst vorgefundenen Materialien, Erde, Holz, selten Eisen, hergestellt werden. Mit ihr befaßt sich die Feldbefestigungskunst. Eκ.