FeedArmirung
TechnikBau-Lexikon 1881

Armirung, f., frz. armature, f. ferrure, f. engl. arma⸗- ture, trussing, jedes Beschläge (s. d.). Insbesondere 1. A.eines Magnets, Eisenbeschläge desselben zur Verstärkung seiner Kraft; s. d. Art. Magnet. 2. A. eines Balkens etc., zu Vermehrung seiner Tragkraft; s. d. Art Balken. 3. Zu der A. des Holzwerks rechnet man auch sämtliche Anker, ferner alles andere Eisenzeug, was zur Verstärkung, zum Schutz gegen Zusammendrücken od. Aufspringen des Hirnholzes etc. dient, z. B. Sparrenschuhe, Schuhe unter die Streben, Hängeeisen, Bolzen, Ringe, Schuhe der einzurammenden Pfähle etc. etc.; s. d. einzelnen betr. Art. 4. Bei Lehr- u. Flügelmauern an Wehren, bei Brückenpfeilern re. aus Bruchsteinmauerwerk baut man hervorragende, dem Wasserstoß meist ausgesetzte Ecken od. Rundungen mit starken Quadern aus, um sie so widerstandsfähiger zu machen, zu armiren. v. Mgr. 5. Über Armirung eines Pontons, eines Schiffes etc. s. d. Art. Ausrüstung, A. von Scharten, Kasemattenstirnen etc., bedeckten Geschützständen re., s. v. w. Verkleikleidung derselben mit Eisenpanzern, s. d. betr. Art. PE. 6. Die A. einer Festung zerfällt in artilleristische, d. h. in Beschaffung und Aufstellung resp. Unterbringung der im Armirungsplan ausgeworfenen Geschütze nebst Zubehör von Handfeuerwaffen, Munition etc., und in die fortifikatorische, d. i. Beschaffung des nöthigen Geniematerials, Ausbau der Festungswerke u. Aptirung des Vorterrains. Ferner gehört noch dieVerproviantirung der Festung hinzu. Die A. kann gegen gewaltsamen oder gegen förmlichen Angriff, auch gegen beide zugleich gerichtet sein; in letzterem Fall werden die wahrscheinliche Angriffsfront und die Kollateralfronten gegen den förmlichen, die übrigen gegen den gewaltsamen Angriff armirt. Armirungsarbeiten sind nun bes. folgende: a) Sicherung der Thorpassagen u. sonstigen Offnungen in der Enceinte. — b) Vervollständigung der Sturmfreiheit. — c) Einrichtung der Wälle für den Waffengebrauch. — d) Einrichtung der detachirten Forts zu Aufnahme der Besatzungen und der Kriegswachlokale und Alarmhäuser der Hauptenceinte. — e) Freimachen des Vorterrains der detachirten Forts sowie der Schußfelder im Glacis der Hauptenceinte. —f) Räumung der Friedenspulvermagazine. — g) Herstellung fehlender Verbrauchspulvermagazine und Geschoßräume für die Artillerie. — h) Vervollständigung der Kommunikationen. — 1) Herstellung verschanzter Außenposten (provisorischer Werke). — E) Vorbereitung zu Batterie- und Schützenemplacements im Vorterrain. — )) Vervielfältigung der Deckungen und Unterkunftsräume. — m) Vorbereitung für den Minenkrieg. — u) Palissadirung des gedeckten Weges. — o) Herstellung von Reduits u. Vorbereitung von Abschnitten.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 158Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6