Besprinkling, s.,engl., eigentl. Ansprengung, daher auch eine Art Granit oder Marmorimitation; s. d. Art. Imitation u. Spritzmarmor. Vessemerstahl, m., Zessemermetall, n., frz. acierm. Bessemer, métal Bessemer, engl. Bessemer-stéel, Bessemer-metal (Hüttenw.), wird unmittelbar aus Roheisen dadurch erzeugt, daß der Ueberschuß an Kohlenstoff, welchen das Roheisen gegen den Stahl besitzt, durch Einblasen von Wasserdampf oder von erhitzter atmosphärischer Luft verbrannt wird. Es geschah dies früher, nachdem Henry Bessemer in England das Verfahren, den Bessemerprozeß od. pneumatischen Prozeß, erfunden hatte, was ihm den 17. Okt. 1855 patentirt wurde, in besonderen Oefen, Bessemeröfen, in denen 6 Tiegel neben einander standen. In diese Tiegel wurde das Gußeisen in flüssigem Zustand eingesetzt, jedem Tiegel der nöthige Wind von unten zugeführt u. auf diese Weise durch Entkohlung der B. gewonnen. Neuerdings, wo die Darstellung im großen geschieht und das Verfahren wesentlich verbessert ist, läßt man das Roheisen direkt aus dem Kupolofen in ein an Zapfen aufgehängtes birnenförmiges Gefäß, Bessemerbirne, Konverter, m., frz. convertisseur, engl. converter, laufen, nachdem das gußeiserne, innen mit feuerfestem Thon ausgekleidete Gefäß mittels Kohks u. Zuführung von Gebläseluft weißwarm gemacht worden ist. In einem innerhalb bei dem einen der Zapfen angebrachten Boden dieser Birne, die ca. 100 Centner faßt, befinden sich 30—40 Oeffnungen, durch welche die durch den Zapfen eintretende u. zwischen diesem u. dem Boden erwärmte Gebläseluft unter einem Druck von ca. 1½ Atmosphäre unter dem Gußeisen einströmt eu. dasselbe dadurch entkohlt. Dieser Prozeß dauert gegen 18 Minuten und wird nur dadurch geleitet, daß die abgehenden Gase mittels des Spektroskops beobachtet werden. Zeigt das Spektroskop eine genau bestimmte Vertheilung der Farbenlinien, so wird das Einblasen der Luft eingestellt, u. der B. ist fertig. Zu Abkühlung der weißwarmen Masse werden dann in die horizontal liegende Birne noch kalte Stücken von B. eingebracht, und hat sich die Hitze des Stahls dadurch etwas gemindert, so wird der Inhalt der Birne in einen Kessel u. von diesem in die in einem Kreis aufgestellten Coquillen entleert. Die auf diese Weise gewonnenen Stahlblöcke wiegen ca. 20% weniger als das eingebrachte Gußeisen und werden vor der weiteren Verarbeitung noch unter einen starken Dampfhammer gebracht, um noch größere Dichtigkeit zu erzielen. Das Verfahren unterliegt noch immer Verbesserungen, um die im Anfang dem Biefehlende Elastizität zu erhöhen u. ihn fähig zu machen, beliebig erweicht u. wieder gehärtet werden zu können. — Zu diesen Abänderungen gehört z. B. das Zusetzen von geschmolzenem weißen Roheisen (Spiegeleisen) zu dem durch den Abbrand entkohlten Eisenfluß, um die leicht zu weit gehende Entkohlung zu korrigiren, worauf noch einmal, der besseren Mischung wegen, Luft zugeführt wird. Der B. ist sehr hart u. widerstandsfähig. Gegenwärtig sind die größten Bessemerhütten in England, Essen, Hörde, Bochum, Marienhütte in Sachsen etc.; s. Art. Stahl.