FeedBetüfelung
BaukunstBau-Lexikon 1881

Betüfelung, f, 1. (Maur.), frz. tablement, m. engl. lining-dressing withetables or slabs, Belegung od. Verkleidung mit (steinernen) Tafeln od. Platten. — 2. engl. wainskotting, Bekleidung mit Tafelwerk. Bétarde, f., frz., Baschtarde (Schiffb.), Galére mit 26 bis 36 Ruderbänken zu je 6—7 Rudern. Bétardeau, m., frz., s. v. w. Bär 3. Betbau, m., Zetgebäu, Zethaus, n., s. Art. Kirche u. Betsäl. Betel, m., Beitel, m. (Schiffb.), s. v. w. Stemmeisen. Betfährt, f., 1. s. v. w. Prozession. — 2. s. v. w. Calvarienberg (s. d.). Betfuhre, ittfuhre, f., aus Gefälligkeit oder, besonders nach Feuersbrünsten, infolge eines Landesbrauchs oder einer Gemeindesitte unentgeltlich gethane Baufuhre. Bethalle, f., u. Zetkämmerlein, n., s. Kapelle. betheeren, akt. Z., frz. goudronner, engl. to tar over s. d. Art. Theer. Bethel, Zutylos, frz. bétyle, Stätte Gottes; s. Abadio. Bethkalk, m., s. v. w. ungelöschter Kalk. Beting, f. (Schiffb.), s. d. Art. Beeting. Betlion, m., frz. (Schiffb.), Gallionspitze. Bétoire, m., frz., Senkgrube, Schwindgrube. Béton, m., frz., A. (Maur.) Grobmörtel, engl. grubstone-mortar, beton, concrete, ursprünglich jeder hydraulische, unter Wasser verhärtende, daher zu Gründungen unter Wasser verwendbare Grobmörtel, dann auch übertragen auf im Trocknen verwendete Gußmörtel; 1. von seiner Festigkeit gilt dasselbe, was überhaupt vom Mörtel zu sagen ist; 2. betr. der Mischung sind folgende Vorschriften durch die Erfahrung bewährt: a) 19 Theile Kalk, 33 Th. Sand, 33 Th. Kies u. 15 Th. Bruchsteingrus gehörig vermengt (bei der Brücke von Rouen durch Gauthey angewendet). b) 14 Th. Kalk, 7 Th. Hammerschlag, 29 Th. Sand, 50 Th. Bruchsteingrus v.Kalkstein (Brücke v. Jena, Paris). c) 21 Th. Kalk, 28 Th. Puzzolanerde, 7 Th. Hammerschlag, 14 Th. Sand und 30 Th. Steingrus (Hafendamm zu Toulon). d) 1 Volumth. hydraulischer Kalk, 1 Th. grober Sand, 2 Th. Kiesel oder Steingrus. e) 3 Th. hydraulischer Kalk, 3 Th. Ziegelmehl, 3 Th. mittelfeiner Sand, 2 Th. grober Sand, 4 Th. Steinbrocken (England). f) B. aus Traßmörtel (Schnellmörtel, s. d.) und Steingrus. Man nimmt dabei im allgemeinen an, daß die durch den Schnellmörtel auszufüllenden Zwischenräume der Steinchen ½ des Kubikinhaltes derselben betragen, wozu noch ¼ zu Umhüllung derselben zugegeben wird; geschieht dies nicht, so kann eine B.-Gründung leicht vom Wasser ausgewaschen werden; man bereite nicht zu viel auf einmal. Zu 12 Kbm. B. braucht man 7 Kbm. Traßmörtel. g) 3 Th. zu Staub gemahlener Wettertalt, 2 Th. roh gemah lene Eisenschlacken, 2 Th. Ziegelmehl, 1 Th. Marmorbröckchen u. 2 Th. grober Fl ußsand mit gekochtem warmen Wasser Aarhenchte u. in Haufen gebracht; hat die Misch ung sich gehörig erhitzt, wird sie auf der Reibmühle in zähen Teig verwandelt und verbraucht. h) Sehr geschätzt wird der gegossene u. komprimirte B. von Coignet, der aus einer Mischung von Steinkohlenasche u. fettem Kalk besteht; die nur mit wenig Wasser angefeuchtete Masse wird in Holzformen für die zu errichtende Mauer gebracht und festgestampft. In wenigen Monaten werden solche Mauern hart wie Quaderstein. Da nicht überall Steinkohlenasche zu haben ist, so hat Coignet zwei Arten B. zusammengesetzt, die er ökonomischen B. und harten, festen B. nennt. Der erste besteht aus 7 Th. Sand, Kies, Kiesel, 3 Th. gewöhnlichem fetten, ungebrannten Thon und 1 Th.ungelöschtem Kalk. Auch kann man nöthigenfalls gewöhnliche reine Erde anwenden, wenn man sie mit einer gewissen Quantität fetten od. hydraulischen Kalkes vermischt. Der harte, feste B., verdichtete B., franz. b. aggloméré, engl. condensed concrete, besteht aus 8 Th. Sand, Kies u. Kiesel, 1 Th. gewöhnl. gebrannter u. zerstoßener Erde, 1Th. zerstampfter Steinkohlenasche u. 1½ Th. fetten od. hydraulischen Kalks. 3. Bereitung: Auf den Boden eines Kastens von den durch die Größe der Gründung bedingten Mäßen werden zunächst z. B. 7 Raumtheile Mörtel ausgebreitet, mit 12 Th. Brocken bedeckt und dieselben in den Mörtel eingestampft; nachdem 3 solcher Schichten auf einander liegen, wird die Masse umgewendet und mit starken Schaufeln u. Hacken geknetet, bis die Brocken, ganz von Mörtel umhüllt, an der Farbe nicht mehr zu erkennen sind. Bei Anwendung von Ziegelbrocken kann mandieselben vorher besprengen, aber nicht gänzlich durchnässen. Weniger mühsam u. gleichmäßiger geschieht die Knetung in Trommeln; diese werden von starken Bretern oder Pfosten gezimmert, mit gutem eisernen Gebinde versehen und haben eine Klappe, welche durch Schubriegel befestigt wird. Die durch die Trommel gehendeeiserne Stange liegt an beiden Seiten auf Stempeln auf und ist an jeder Seite mit Drehern versehen, so daß, wenn die Trommel mit den Materialien gefüllt ist, dieselben durch Umdrehen gehörig u. mit leichter Mühe gemischt werden können. — Aus 4 Volumtheilen B.⸗Masse werden 3 Volumtheile gelegter B. 4. Verwendung: a) Zu Gründung von Wasserbauten wird er in Kästen, Säcken oder Körben in das Wasser versenkt und unter dem Wasser ausgeschüttet; s. darüber den Art. Gründung. b) Zu Gründung auf dem Lande, bei feuchtem oder sonst unzuverlässigem Baugrund wird er einfach in die Grundgrube geschaufelt, schichtenweis geebnet und gestampft. Ist der umgebende Baugrund sehr ausweichend, so thut man gut, die Grundgrube auszuschalen. B.- Gründung muß sehr breit angelegt werden und ist bei weitem nicht so zuverlässig, als man meist annimmt. c) Zu Herstellung von Gußgewölben (s. d.) wird er auf mit gehobelten Bretern verschalten Gerüsten in der gewünschten Gewölbform ausgegossen, wo dann die Rüstung erst nach dem Trocknen des B.s herausgenommen wird. d) Auch Fußböden kann man aus B. gießen, s. d. Art. Fußboden, Kalkgußfußboden u. Anstrich. B. Im Kriegsbau nennt man so gewisse Kitte. Man verwendet bes. Cement-B. u. Blei-B (Blei u. feine Eisentheile) als elastische Zwischenlage zwischen Panzerplatten. Derartige Ponz er bestehen z. B. aus 3,2 em. starken Platten mit 2,2 em. starken Zwischenlagen von B.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 358Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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