Bezeichnung, f., Auszeichnung, f., Werkzeichen, n., franz. repaire, repère, signal, m., engl. mark, sign. Die Werkleute pflegen Steine, Hölzer und andere Bautheile, die zur Verwendung an einer bestimmten Stelle zugerichtet sind, statt mit gewöhnlichen Ziffern und Buchstaben, häufig mit besonderen Zeichen zu versehen, die sich leicht mit den Werkzeugen ausführen lassen. 1. B. der Steine, Versetzzeichen (s.d.) an den Hausteinen, mit Steinmetzzeichen (s. d.) zu verwechseln. 2. B. der Höhen, Tiefen etc. in Situationsplänen; s. d. Art. Kotirung. 3. B. der zu fällenden Bäume und dergl.; s.d. Art. Anlaschen, Lasche, Waldhammer etc. 4. B. für das Mäß etc., s. d. Art. Mäß. 5. B. der chemischen Stoffe, s. d. Art. Zeichen. 6. B. der Zimmerwerkhölzer. A. Vor dem Abbinden. Bei großen Zulagen liegen die beschlagenen Hölzer oft lange, ehe sie abgebunden werden. Um nun ohne langes Suchen und Messen gleich sehen zu können, zu welchem Zweck ein oder das andere Holz passend beschlagen ist, bezeichnet man sie durch Schnurschläge mit Röthel oder Schwärze, kurz mit der nassen Schnur, u. zwar erhalten: einen Schlag, Mauerlatten u. Unterbalken; zwei parallele Schläge Unterzüge, Balken zu den oberen Lagen und Schwellen; drei parallele Schläge Rahmen, Balken zur dritten Lage etc.; einen Kreuzschlag Dachbalken und Stuhlbalken; einen Kreuzschlag mit Mittelschlag die Spannriegel; einen Spitzschlag (zwei in einer Spitze sich vereinigende Linien) die Sparren; drei Linien in einem Spitzschlag die Säulen. B. Auf der Zulage. Da die Hölzer der Zulage nach Vollendung derselben abgeräumt, auch wohl erst nach dem Bauplatz transportirt werden müssen, so muß man auch sie bezeichnen, um zu wissen, in welche Etage, zu welcher Wand etc.sie gehören. Man hat dazu folgende Zeichen: 1.in Leipzig u.Umgebung bis nach Magdeburg u. Berlin hin. a) Zu B. der Balkenlagen Schläge mit einem schmalen Stemmeisen, Fig. 567; die erste Balkenlage bekommt keinen, die zweite wird nach a Fig. 567, die dritte nach b gezeichnetu. sofort. Die Dachbalkenlagen erhalten einen Schlag und einen Stich davor, s. e Fig. 567, die Kehlbalken haben das Zeichen d. Neben dieses Beizeichen werden links davon die Balkennummern in römischen Ziffern gesetzt I, IL, III, IIII, V, VI, VIIIi VIIILꝰre. b) Zu B. der Binder oder Querwände, wobe, Fig. 568. Bezeichnung der Binder, Wände etc. in Leipzig. etc. werden, dienen die Stiche, Fig. 568, und zwar bedeutet jedes Zeichen die in der Figur darunter gesetzte Zahl; Säulen u. Riegel jeder Wand werden von vorn nach hinten laufend mit römischen Ziffern bezeichnet; e) Zu B. der Langwände dienen Ruthenschläge, Fig. 569, wo ebenfalls jedes Zeichen die darunter geschriebene Zahl bedeutet; Säulen und Riegel werden von links nach rechts in jeder Æ Wand mit römischen Ziffern be— . zeichnet. Der Riegel wird an seinem rechten Ende mit der Zahl — der Säule bezeichnet, in die er sich an dieser Stelle einzapft. Die Bänder jeder Wand werden gleich den Säulen, aber für sich von links nach rechts numerirt; beide erhalten das Zeichen unten in der Nähe des Standzapfens. d) Zu Bezeichnung der Sparren dienen die römischen Ziffern, u. zwar werden die Sparren des vorderen Dachhanges am unteren, die des hinteren am oberen Ende numerirt; ist das Gebäude abgewalmt, so erhalten die Sparren des linken Walms neben der Nummer noch einen Stich, die des rechten zwei Stiche. e) Zu Bezeichnung der Seitenflügel dienen die Hohlschläge, Schläge mit dem Hohlmeißel, und zwar erhält der linke Seitenflügel das Zeichen à Fig. 570, der rechte das Zeichen b. Sonach würde z. B. das Zeichen Fig. 570 Fig. 570. Diverse Bezeichnungen im sächsischen Flachland. bedeuten: 6. Säule (oder Riegel an der 6. Säule) der 2. Querwand im dritten Geschoß des rechten Seitenflügels, das Zeichen daber den 16. Kehlbalken im Hauptgebäude, das Zeichen e endlich die 3. Säule (Band oder Riegel) in der zweiten Langwand des Dachs im linken Flügel. — 2) In Böhmen, Schlesien, im sächsischen Hochland etc. Fig. 571. Bez. der Balkenlagen, Binder etc. in Böhmen etc. a) Zu Bezeichnung der Balkenlagen Stiche an den Kanten des Holzes, Fig. 571 a, b, e; wie viel Stiche, die sovielte Balkenlage ist gemeint. b) Zu Bezeichnung der Binder oder Querwände kurze Hiebe (mit der kurzen Schneide der Queraxt), Fig.57 1 d, e, f(wenn sie zu größerer Sicherheit gegen das Verquellen aufgeschnitten Bez. der Wände in Böhmen re. Sparren die Stiche Fig. 568. e) Zu Bezeichnung der Seitenflügel ein Lund K mit dem Meißel eingehauen. Sonach würde z. B. das Zeichen Fig. 573 a dasselbe bedeuten, wie Fig. 570 6, Fig. 573 b wie Fig 570 d, und Fig. 573 C6dasselbe wie Fig. 570 e; das Kreuz Fig. 574 bedeutet, daß der neben dem Kreuz stehende Bleistiftstrich (Riß) die Bundseite eines Holzes anzeigt, dessen Masse dann nach der dem Kreuz abgewendeten Seite des Risses hin liegt; ein Doppelkreuz, Fig. 574 b, bedeutet, daß das betreffende Holz ein Binder ist; nach Fig. 574 % u. e würde an den Schwellen die Stellung zweier Thürsäulen bezeichnet werden, Fig. 574 d ist das Zeichen für eine Mitte. Alle Provinzialabweichungen hier zu erwähnen, würde zu weit führen. Zum Verständnis des Systems genügt das Gesagte. Einzelne Meister pflegen sich sogar eigene Systeme zu schaffen.