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BaukunstBau-Lexikon 1881

Bibliothek, f., Bücherei, f., Liberei, f., Züchersäl, m., frz. bibliothèque, f., Iibrairie, f., engl. Iibrary, griech. BißNeo9νn; entweder ein ganzes Gebäude oder auch blos ein oder mehrere an einander stoßende Zimmer oder Säle zu Aufbewahrung einer Büchersammlung; im ersteren Fall ist die B. gewöhnlich eine öffentliche, gemeinnützige, und sind dann mit derselben oft noch andere wissenschaftliche Sammlungen verbunden, so daß blos die oberen Räume für die Bibliothek benutzt werden, da helle, trockene und luftige Räume zu diesem Zweck unbedingt erforderlich sind; zu Aufbewahrung der Bücher selbst dienen gewöhnlich Repositorien oder Schränke, am besten eignen sich jedoch Glasschränke. Begreiflicherweise hat man vorzüglich auf eine möglichst raumsparende und doch bequeme Aufstellung der Repositorien und Schränke zu sehen. Bei Anlage von dergleichen Been ist auf die dem Bedürfnis entsprechenden Lesezimmer, sowie auf die wegen Feuersgefahr streng vom Bibliothekraum geschiedene Wohnung des Kastellans Rücksicht zu nehmen; auch dem Bibliothekar wird öfters seine Wohnung mit hier angewiesen. Die größte bekannte B. des Alterthums wurde um 300 aber nicht winklig u. auch nicht zu schmal sein dürfen. 4. Rücksicht auf Vergrößerung. Zu Ermöglichung einer Vergrößerung der Sammlungslokale lege man gleich beim Bau einige Zimmer in Vorrath an, richte auch das Gebäude so ein, daß ein Anbau leicht zu bewerkstelligen ist. Für den regelmäßigen Zuwachs der Sammlung muß in den sofort den Büchern eingeräumten Lokalen, in den zu Aufstellung derselben bestimmten Repositorien etc. so viel Platz sein, daß die Bücher blos in einer Reihe neben einander aufgestellt werden und doch noch auf jedem Fach Platz bleibe zu Aufstellung etwaigen Zuwachses in demselben Wissenschaftszweig, für neufolgende Bände begonnener Werke etc. Hinter einander dürfen Bücher eben so wenig gestellt als über einander gelegt werden; die Höhe der einzelnen Regale darf auch nicht so gering bemessen werden, daß man die Bücher nach dem Format placiren muß; denn in derselben Wissenschaft giebt es oft Folianten und Werke in Duodezformat, die doch, bei einer wissenschaftlichen Ordnung der Bibliothek, neben einander stehen müssen. 575. Bodley-Bibliothek in Oxford. Bibliothekare, welche von da aus nach den eigentlichen Bibliothekräumen gelangen können, ohne das Lesezimmer zu passiren, und ohne daß das Publikum dahin gelangen kann. Zweckmäßig ist es, das Lesezimmer durch etwa 2m. hohe Wände in offene Zellen abzutheilen, damit sich die Leser nicht gegenseitig stören. Bei sehr großen vielbenutzten Blen pflegt man auch wohl im Lesezimmer selbst einen Theil der B., namentlich Wörterbücher, Encyklopädien, Zeitschriften und andere vielgeforderte Werke, aufzustellen; s. Fig. 576. 7. Einrichtung der Bücheraufbewahrungsräume. Um den Zugang zu den Repositorien zu erleichtern, bringt man an denselben in der Höhe von 2 —2,0 m. über dem Fußboden eine leichte Galerie von 0,% —1½%½ m. Breite mit Geländer an; wo der Grundraum beschränkt ist, kann man die Säle höher machen u. dann zwei solcher Galerien über einander anbringen. Bei solchen hohen Sälen läßt man dann am liebsten die Seitenfenster ganz weg und beleuchtet sie lediglich durch Oberlicht über den Gängen; wo dies nicht geht, mache man Pfeiler u. Fenster möglichst breit. Fig. 575 und 576 zeigen die Einrichtung ziemlich deutpickaxe, jede, bes. die zweispitzige Spitzhacke, auch Karst genannt; s. d. Art. Zweispitze und Spitzhacke.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 370Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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