FeedAnatomiegebäude
HeilkundeBau-Lexikon 1881

Anatomiegebäude, n., das für den anatomischen Unterricht, bestimmte, möglichst von anderen Gebäuden isolirt zu stellende Lokal hat zu enthalten: 1. einen gewölbten, möglichst kühlen Ort zur Aufbewahrung der Leichen, die zum Unterricht benutzt werden. 2. Lokale für die Sammlungen an Präparaten, Wachsmodellen, Skeletten etc., meist auch eine Bibliothek; ein Kabinet für den Professor, ein Versammlungszimmer zum Luftschöpfen u. zur Erholung für die Studirenden, und endlich den Hörsäl selbst, das anatomische Theater; dieses ist entweder halbkreisförmig, oval oder kreisförmig zu machen, bekommt im ersten Fall an der gekrümmten Wand, im zweiten ringsum amphitheatralisch sich erhöhende Sitze, bei großer Zuhörerzahl auch Galerien, die aber nicht zu hoch sein dürfen, um von ihnen herab den Leichnam genau erkennen zu können; dieser befindet sich in der Mitte der Arena auf einer langen Tafel, die durch eine Versenkung im Fußboden in den darunter liegenden Raum verschwindet u. von da aus aufsteigt; bei allen Räumen muß für sehr vollständige Lufteirkulation gesorgt sein. s.)

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 94Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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