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BaukunstBau-Lexikon 1881

Beleuchtung, k., frz. éclairage, m., engl. lighting, 1. im allgemeinen das Licht, welches auf einen Gegenstand fällt. — 2. Die Anordnungen, um ein Gebäude in allen seinen Theilen hinreichend mit Licht zu versehen. Da nun Helligkeit der Wohnungen eines der wichtigsten Erfordernisse ist, so kommt es beim Bau derselben vorzüglich auf richtige Anlage und Vertheilung der Lichtöffnungen an; nur wo dergleichen durchaus gar nicht anzubringen sind, muß man diesem Mangel durch künstliche B. abzuhelfen suchen. Manttheilt die B. überhaupt folgendermaßen ein: a) Natürliche, durch Tageslicht hervorgebrachte B. — 1. Direkte B. Darunter versteht man alles Licht, welches durch Hausthüren od. Fensteröffnungen unmittelbar ins Innere eines Gebäudes fällt. Ueber zweckmäßige Gestaltung und Stellung der dasselbe vermittelnden Oeffnungen s.d. Art. Fenster. — 2. Indirekte B. Hierbei erhält der betreffende Raum sein Licht durch ein Oberlicht oder gewöhnliches Fenster od. auch durch eine Glasthüre, stets aber von einem andern Raum aus, wie dies z. B. bei Vorsälen, Korridoren, Alkoven etc. der Fall ist, wobei man auch gern mattes oder gemustertes Glas anwendet, um das Durchsehen zu verhüten, die Schärfe der Schatten zu vermindern u. die Verbreitung der Lichtstrahlen zu befördern. Treppenhäuser, Höfe, mitunter auch Wärenlager, erhalten ihr Licht oft durch sogen. Oberlichter (s. d.); unterirdische Gänge, Keller etc. werden auch wohl durch in die Decke eingelegte Glastafeln von hinreichender Dicke beleuchtet, wie auch bei Kajüten u. Zwischendecken der Schiffe geschieht. Näheres s. Art. Fenster, Lichthof, Oberlicht etc. b) Künstliche Beleuchtung. Dieselbe wird durch die Verbrennung gewisser Stoffe (s. Beleuchtungsmaterialien) od. mit Hülfe von Elektrizität erhalten. Zunächst ist für gehörige Sicherung der Flammen zu sorgen. Im Freien birgt man die Flamme meist in verschlossenen Laternen, damit der Wind sie nicht verlösche. Ueber Vertheilung u. Stellung derselben s. d. Art. Laterne u. Straßenbeleuchtung. Im Innern von Gebäuden wird man an zugigen Stellen, z. B. in Treppenhäusern, Hausfluren etc., seine Zuflucht ebenfalls zu geschlossenen Lampen oder Laternen nehmen müssen; s. daher d. betr. Art. In Zimmern wird die B. durch Lampen u. Leuchter der verschiedensten Art bewerkstelligt. In Arbeitszimmern müssen über den Pulten oder Arbeitstischen Armleuchter, Blitzleuchter, Hängeleuchter, Stellleuchter, Schiebelampen od. dergl. so angebracht werden, daß man Lage u. Höhe der Flamme leicht reguliren kann, daß aber jedenfalls das Auge, während es auf die Arbeit gerichtet ist, nicht direkt von den Strahlen der Flamme getroffen wird, daß aber auch auf die Arbeit kein Schatten fällt. In Wohn-, Lese- u. Plauderzimmern bringt man die Leuchter oder Lampen am besten über der Mitte des gemeinschaftlichen Tisches an. etwas über Augenhöhe sitzender Personen, oder so, daß sie nach Belieben tiefer oder höher geschoben werden können; in Gesellschaftsräumen sind Kronleuchter, Hängeleuchter und Wandleuchter zu empfehlen, da diese niemand im Wege sind, müssen aber über Augenhöhe stehender Personen angebracht sein; in Toilettenzimmern dürfen Spiegelleuchter nicht fehlen, die aber auch in Gesellschaftszimmern den Glanz der B. erhöhen. Kandelaber empfehlen sich für Korridors, Vorsäle, Treppenhäuser etc. Für die B. der Speisetafeln eignen sich Girandolen, Kugellampen u. Hängeleuchter; für Billardzimmer Hängelampen und Wandlampen mit Reverberes oder Reflektoren etc.; s. d. Art. Leuchter, Lampe, Salon etc. Oft kann man die B. sehr vortheilhaft mit der Ventilation (s. d.) in Verbindung bringen, indem eine Art Oberlicht angeordnet wendet. Es wird hierbei der Plafond theilweis aus mattgeschliffenen Glastafeln hergestellt, über welchen in 15 bis 30 em. Entfernung ringförmig gebogene, sternförmig od. dergl. angeordnete Gasröhren parallel zur Ebene der Glasplatten angebracht sind; diese Ringe sind mit einer beliebigen Anzahl von Gasbrennern versehen, in der Weise, daß die Flammen dem Glas möglichst parallel brennen. Doch werden diese sogen. Gassonnen auch oft direkt im Raum, ohne Glastafeln darunter Zu bringen, angeordnet, und dienen zugleich als Sauger für darüber aufsteigende Ventilationsrohre. Die Erfindung der Mitrailleusenbrennen mit Vorwärmung des Gases durch Siemens in Dresden hat diese Verwendung der Gasflammenhitze zu Ventilation auch schon für einzelne Flammen möglich gemacht. Fast wöchentlich tauchen neue Vervollkommnungen der Brenner für Gas sowohl als für Petroleum auf, und fast ebenso schnell schreitet die Ausbildung der elektrischen B. vor. Weiter in dieses Thema eingehen, hieße die Grenze dieses Lexikon überschreiten. — 3. (Kriegsb.) a. die B. der Minengänge geschieht für die Arbeiten durch das gewöhnliche Bergmannsgeleucht, am besten durch Davy' sche Sicherheitslampen, welche von Strecke zu Strecke in der Galerie aufgehängt werden. b. Die B. der Pulvermagazine u. Geschoßräume geschieht durch Lampen, welche vom Vorhaus oder von besonderen Beleuchtungsgängen aus in Beleuchtungsnischen eingeschoben werden. Diese Nischen sind durch starke Glastafeln gegen das Magazin etc. u. das Vorhaus, beziehentlich den B.s-Gang abgeschlossen und besitzen Luftzüge für die Luftversorgung der Lampe, die in den Gang etc. münden. C. B. einer Festung. Um nächtliche Belagerungs— 5 erkennen und beschießen zu können, wendet man Leuchtraketen, die man in kurzen Zwischenräumen steigen läßt, oder elektrisches und Drummondsches Kalklicht mit Reflektoren an. — d. Ueber die Stärke der B. s. d. Art. Leuchtkraft, Photometer und Flamme.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 337Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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