Blechschneidemaschine, k., frz. cisoir m. mécanique, engl. shearing-machine. Bei Blechschéren, welche durch mechanische Kraft in Bewegung gesetzt werden, wendet man drei verschiedene Konstruktionen an. a) Mechanische Blechschere mit Hebelbewegung, frz. cisoir à levier, diese haben im wesentlichen dieselbe Konstruktion wie die Handblechscheren, s. d. Art. Blechschére 1. — Man bewegt nur den drehbaren Schenkel mittels eines Excentriks od. einer Lenkerstange mit Krummzapfen. Beide Schneiden sind entweder gerade, oder die bewegliche Schneide ist nach einer logarithmischen Spirale gekrümmt. b) Schére mit Parallelbewegung, frz. cisoir à va-et-vient; sie wird jetzt fast überall angewendet, wo zu deren Bewegung eine mechanische Kraft verwandt wird; sie hat den Vortheil, daß sich der Schneidewinkel nicht ändert u. verhältnismäßig breite Bleche damit geschnitten werden können. Die Konstruktion besteht darin, daß eine gerade und horizontal gestellte Schneide festliegt, während die bewegliche, in einem Schérenwinkel von 10—20 Grad schief gestellte Schneide in paralleler Richtung in aufrechten Kulissen auf- und abgeführt wird, wobei die beiden schneidenden Kanten so weit von einander entfernt werden, um auch die dickste zu schneidende Blechsorte dazwischen bringen zu können. Länger als 58 cm. werden die Schneidbacken selten gemacht; sind breitere Bleche zu durchschneiden, so bewirkt man dies durch mehrere hinter einander folgende Schnitte. Die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Backen an einander vorbeibewegen, beträgt ca. 2½ —3 m. pr. Minute. Die erforderliche Kraft hängt von der Blechstärke ab. Mit diesen Schéeren mit Parallelbewegung werden häufig Blechlochmaschinen von ganz ähnlicher Einrichtung in der Art verbunden, daß auf einer Seite der Maschine die Bleche geschnitten und auf der andern gelocht werden können, s. Fig. 667. Der Untersatz besteht hier aus einem scharfkantigen eylindrischen Stahlring, worauf das zu durchlochende Blech gelegt wird und in den sich ein auf- und ab-Fig. 669. Arbeit die Abstände der Löcher merklich größer werden, als beabsichtigt, ein Loch nach dem andern gestoßen u. die Entfernung für das folgende erst dann abgemessen u verzeichnet, wenn das vorhergehende Loch bereits durchstoßen ist. Fig. 667—669 zeigt in ½ der natürlichen Größe eine Maschine zum Schneiden und Lochen starker Bleche bis zu 2/ em. Dicke, gefertigt von Claird & Comp. in Greenock, ! nach Fink, „Schule des Bauschlossers“, Leipzig, Otto d Spamer. Fig. 667 ist eine Vorderansicht der ganzen Ma-i schine, Fig. 668 Seitenansicht mit der Schére, Fig. 669 die e zweite Seitenansicht mit der Lochvorrichtung. In Fig.670 ff ist die Haupttriebwelle mit dem beweglichen Scherenstück e an der einen und dem Lochstempel an der andern Seite dargestellt. Das Gerüst a besteht aus einem einzigen masf-t siven Gußstück und enthält die Auskragungen be für die Schére und d e für die Durchstoßvorrichtung; k ist die Transmissionswelle, auf welche das konische Rad g auf-1 gekeilt ist, mittels dessen und des konischen Rades h die vertikale Welle i in Umdrehung versetzt wird. Die Welle if; trägt oben das Schwungrad k. Durch den auf derselben Welle befindlichen Trieb wird das Zahnrad m und die Zapfen 00 (Fig. 670), welche in die Geleitstücke pp greifen, an welchen der bewegliche Theil der Schére g und der Durchstoßstempel rangeschraubt und gekeilt sind, und die sich vertikal in Kulissen des Gestecks a führen. Die Warzen 0 o sind gerade entgegengesetzt gestellt, so daß, wenn die eine, welche die Schere trägt, oben ist, die andere, welche den Durchstoßstempel führt, unten steht, also Schneiden u. Lochen abwechselnd geschieht. c) Schére mit Rotationsbewegung, frz. cisaille f. cylindrique, engl. rotatory shears, besteht aus einem geradlinigen Messer und einer rotirenden Scheibe. Dabei wird entweder die Scheibe gedreht, das zu schneidende Blech auf ein geradliniges Messer gelegt u. der Scheibe entgegengeführt, od. das Blech liegt auf dem geraden Messer fest, u. die rotirende Scheibe bewegt sich dem Blech entgegen. d) Die Kreis- oder Cirkularschére, frz. cisaille circulaire, engl. circular shears, bei welcher sich zwei Stahlscheiben mit auf ca. 80 Grad abgeschrägten Rändern drehen, gegen welche das Blech angedrückt wird, lassen sich nur für dünne Blechsorten mit Vortheil verwenden. Dagegen haben sie den Vortheil, daß man nicht nur gerade, sondern auch gekrümmte Schnittlinien damit erzeugen kann. Scπ½o.