FeedArum J.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Arum J., Pflanzengattung aus der Familie der Aroideen, deren Arten in Deutschland im allgemeinen Aronsstab genannt zu werden pflegen. Es sind lauter ausdauernde Kräuter mit meist knolligem Wurzelstock, grundständigen, langgestielten, großen, ganzen ober elappten, saftvollen Blättern und einem kurzen, blattlosen Stengel oder Schaft, welcher einen von einem großen, bauchigen Scheidenblatt ganz oder teilweise umschlossenen Kolben von verschiedener Gestalt, lum tets mit nackter Spitze trägt, an dessen unkerm Teile sehr unvollkommen gebildete weibliche und darüber männliche Blüten (oft nur Fruchtknoten und Staubbeutel) itzen, oft noch getrennt durch spitzige, fleischige arzen. Aus den Fruchtlnoten entwickeln sich einbis viersamige Beeren. Die meisten Arten dieser Gattung wachsen in den Tropenländern, und viele von diesen sind schöne Dekorationspflanzen der Warmhäuser geworden. In Europa kommen nur wenige Arten, in 1 land eine einzige vor, nämlich A. maculatum L., der gefleckte A. (wegen der schwarzgefleckten Blätter, welche die Pflanze in manchen Ländern besitzt; in Deutschland sind sie fast immer ungefleckt) oder gemeine, auch Aronswurzel und Zehrwurz genannt. Diese Pflanze, welche in schattigen Laubgebüschen und Wäldern auf feuchtem, humosem Boden wächst, hat einen weißlichen Knollen, pfeilförmige Blätter und innerhalb der außen Reichgrünlichen, inwendig schön weißen einen einen nach der Spitze hin eulenförmig verdickten, violetten oder rotbraunen Kolben, an Die Basis sich später scharlachrote Beeren befinden. Die Pflanze blüht im Mai und Juni und enthält in allen Teilen einen brennendscharfen Saft, besonders in den Knollen, welche unter dem Namen Rhizoma oder Tubera Ari und Dracontii minoris offizinell gewesen sind. Sie enthalten eine ziemliche enge Stärkemehl (Aronsstärke), weshalb sie in getrocknetem Zustande in manchen Gegenden gegessen werden, obwohl die Pflanze gewöhnlich wegen Wah scharfen Saftes als giftig angesehen wird. ährend der Blütezeit entwickelt sich infolge einer bedeutenden Ene muübl von Kohlensäure durch die Staubbeutel eine fühlbare Wärme innerhalb der Kolbenscheide, welche um 11—12 R. höher ist als die Temperatur der Luft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 30Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6