FeedAst (Georg Ant. Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ast (Georg Ant. Friedr.), verdienter Philolog und cas „geb. 20. Dez. 1778 zu Gotha, besuchte ymnasium daselbst und studierte seit 1798 in Jena zunächst Theologie, bald jedoch vorzugsweise Philologie und Philosophie. Nachdem er sich 1802 in Jena als Docent der Philosophie und der Philologie habilitiert, erhielt er 1805 einen Ruf als Professor der klassischen Litteratur nach Landshut, von wo er in gleicher Ei dabeo 18²6 nach München übersiedelte. Er starb daselbst 31. Okt. 1841. A.s philos. Hand⸗ und Lehrbücher waren der Aun sehr geschätzt. Dahin gehören: „System der Kunstlehre oder Ästhetik' (Lpz. 1805), Wissenschaftliche Darstellung der Grammatik, Hermeneutik und Kritik (Landsh. 1808), Grundlinien der Philosophier (2. Aufl., Landsh. 1809), in denen er sich den Ansichten Schellings nähert; „Grundriß der Geschichte der Philosophies (Landsh. 1807; 2. Aufl. 1825), „Hauptmomente der Geschichte der Philosophieß (Münch. 1829) und «Entwurf der Universalgeschichtes (Landsh. 1810). In späterer Zeit bedaret er sich fast ausschließlich mit der Erklärung der Platonischen Werke. Außer einer Einleitung in das Studium derselben, Platos Leben und Schriftene (Lpz. 1816), die zu den besten derartigen Untersuchungen gehört, und der Bearbeitung mehrerer einzelner Schriften des Plato, namentlich des „Phaedruss (Lpz. 1810) und der Politiao (2 Bde., Lpz. 1814), veröffentlichte er eine kritische Ausgabe sämtlicher Werke Platos mit lat. Übersetzung und reichhaltigen Kommentaren (11 Bde., Lpz. 1819— 32), 3 0 er ein umfassendes Lexicon Platonicumo (3 Bde., Lpz. 1835—39) hinzufügte. Aesta oder Asta Regia, röm. Kolonie in Hispania baetica, s. Xeres de la Frontera. starabad, Astrab ad oder Isterabäd, pers. rovinz von 14591 qkm mit etwa 80000 E. — ie Hauptstadt A. liegt 30 EKm von der Südostecke des Kaspischen Meers, in alderen Alust Ebene am ß eines hohen, dichtbewaldeten usläufers des lbursgebirges und im Hintergrunde des Golfs von A. oder von Aschraf, eines Haffs, das 65 km lang, gegen 15 km breit ist und von einer schmalen, sandigen, der Küste parallel gegen Osten auslaufenden Nehrung, der Halbinsel Miyan-Kaleh (Potemkin bei den Russen) begrenzt wird. Die Stadt ist weitläufig im Viereck gebaut und von einer hohen mit Schießscharten pathehenen Mauer umgeben. Die Straßen sind nicht eng, gut gepflastert und mit sorgfältig erhaltenen Wasserabzügen versehen. Die aus Lehm erbauten, mit spitzen Ziegeldächern gedeckten Häuser sind nach den Straßen hin meist von langen Gartenmauern eingefaßt. Die Menge zerfallener Gebäude, unter denen die Trümmer des von Schah Abbas erbauten Prachtschlosses, geben der Stadt ein ödes Ansehen, das nur durch den Moch Bazar, die Karawanserais und viele offene Roscheen einigermaßen gemildert wird. Das stattlichste Gebäude ist das russ. Konsulat mit prächtigem Garten. A. zählt 10000, nach andern nur 5000 E. und zeichnet sich durch kein eigentümliches Gewerbe aus; nur Sesamöl wird im großen gewonnen. Die Umgegend ist ein zerrissenes Terrain, ungeregelt urbar gemacht, an vielen Stellen sumpfig, daher ungesund, aber überaus fruchtbar, reic an Wald, an Orangen und Citronen, aber auch an Tigern Aaa Moct Leoparden, Hyänen und Schalalen. a Mohammed verpflanzte den Stamm der Kadscharen hierher, der durch das ihm ange-Diei e Fürstenhaus zum herrschenden im Persischen eiche geworden ist. Nur spärliche Reste der Kadscharen leben noch hier, und zwar in größter Dürftigkeit. A. ist ein Asth für die von den Schiiten verfolgten Sunniten, denn es ist das „Haus der wahren Gläubigen» (Där-el-Mumenin). Die sehr alte Stadt A. wurde 1384 von Timur erobert; Mißtrauen gegen die Einwohner veranlaßte Schah Nadir, das feste Schloß zu schleifen, und seitdem geriet sie mehr und und in Verfall. Erst seit neuerer Zeit hat sich ihr Handel wieder gehoben, da sie viel von Russen besucht wird, welche die nahe Insel Aschur-ade (s.d.) besetzten und nordöstlich von dieser unweit von der Küste, ein Fort anlegten, wie auch weiter östlich am Görgen-Rud das Fort Kyzyl-Alan. Außer Baumwolle, Reis, Seide, Rohrzucker, den Hauptstapelprodukten der Provinz, sowie Teppichen, Pferdedecken, Gerste, Naphtha, Salz, Seife aus Sesamöl bringen die Rusf en auch Hausenblase, Musene Hausen und eine große Menge Kaviar zur Aushr. Der ansehnliche Handel hat jährlich einen Wert von 160000 Pfd. St. Die Ein⸗ und Ausfuhr von A. vermittelt der Ort Ges, westlich von A., mit etwa

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 89Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6