Baal (d. i. Herr) ist die männliche Hauptgottheit in den Religionssystemen der altsemit. Völker, die namentlich bei den Babyloniern (wo die Namensform Bel lautet), Phöniziern und Hebräern verehrt wurde. Sein mytholog. Wesen ist mannigfach entwickelt und nach Ort und Zeit verschiedenartig ausgebildet worden. Ursprünglich ist B. als Gett der Soun der befruchtenden Naturkraft der ott der Sonne nach allen ihren 3. Hand als und verderblichen Wirkungen. Dem B. stand als weibliche Gottheit eine Baaltis (Aschera) zur Seite, die jedoch gewöhnlicher Astarte (s. d.) genannt wird. Der Dienst des B. war prachtvoll und lärmend; Tempel mit Bildsäulen des Gottes wurden auf Anhöhen errichtet und blutige Opfer ihm dargebracht. Auch Die Denel wurden dem Sonnengotte zugeworfen. Die Vergleichungen des B. mit einer höhern oder niedern Gottheit der Griechen sind meist sehr willkürlich; doch haben die Sagen von Hercules und dessen Verehrung manches mit dem Baalsdienste übereinstimmende. Insonderheit ist der tyrische Hercules (Melkarth), der zu Tyrus und Karthago verehrt wurde, ein B. gewesen. Auch das Alte Testament erwähnt den B. in sehr verschiedenen Arten und Formen, daher mit allerlei Beinamen, unter denen Baalsebub oder Beelzebub (ss. d.) der bekannteste ist. Viele babylon., B un und karthag., auch israel. Namen sind mit zusammengesetzt, so Hannibal, Hasdrubal u. s. w. Auch tragen Städte, wo B. besondere Verehrung 2½ von diesem Gotte ihre Namen, z. B. Baalad (Gott des Glücks), Baal-Hermon, Baal-Zephon (Typhon) u. a. Die Einführung des sinnlichen Kultus dieser Gottheit bei den Israeliten und unter den pätern jüd. Königen erregte den gerechten Zorn er Propheten, die in kräftigen Worten dagegen eiferten. Dadurch sind die Worte Baalsdienst und Baalspfaffe identisch geworden mit «falb Gottesdiensto und «heuchlerischem Diener er Gottheito.