Atacama ist der Name der von Bolwi Provinz von Chile und der südlichsten von Bolivia an der Westküste von Südamerika, im engern Sinne aber der größtenteils wüsten Plateaulandschaft am Fuße Cordilleren. 21. Plateaulandschaft erstreckt 9 von Copiapô (27½ südl. Br.) nordwärts über ie 4.— von Chile (24 südl. Br.) hinaus bis zu dem Küstenflusse Loa oder der Grenze Bolivias gegen Peru (21 ½ südl. Br.). Sie erhebt sich unmittelbar aus dem Meere, wo die sog. Kustenkette 800 —1000 m, in einzelnen Punkten bis über 1700 m aufsteigt, und lehnt sich im O. an die Cordillera de los Andes. Das Tafelland ist 800 — 1600 mhoch, von Querspalten und wenigen Küstenbächen durchschnitten, an deren Rändern sich hier und da dürftige Grasplätze, seltener kultivierte und kultivierbare Oasen finden. Die völlig wasser- und vegetationslose Strecke, welche die eigentliche Wüste von A. ausmacht, reicht von der Quebrada de Botija (24 ½) bis 21½ südl. Br. und gehört größtenteils der Republik Bolivia an. Sie⸗ besteht aus einem kaum 70 km breiten Littoralstreifen, dessen Boden fast durchweg steinig und kiesig, seltener sandig, hier und da mit höchst natvoner Vegetation versehen und mit einer Menge von Keeln und Berggruppen besetzt ist. Hinter diesen üsteneien steigt die 4000 m hohe Cordillera von A. nebst den daranstoßenden Plateaus und Salzlagunen auf. Unter den letztern ist die Salina de A. die größte, ein meist ausgetrockneter Salzsumpf, der über 2700 km einnimmt und 2250 m über dem Meere liegt. An seiner Nord-Ped 95 das Städtchen Atacama oder Sanedro de A. mit 2 — 3000 E., Gärten und Obstbäumen, und 30 km im NO. von demselben der Vulkan von A. oder Volcan de San-Pedro de A., unter 22 16 südl. Br. Südlicher liegt in 2664 m Höhe die Salina de Punta-Negra, ebenfalls ein großer, ausgetrockneter, von —. und Gräsern umstandener Salzsumpf, und östlich von diesem erhebt sich unter 24½ südl. Br. der 6200 m hohe Vulkan Llullaillaceo. ie chilenische Provinz A., die nördlichste und aem des Staates, hat mit Einschluß der 30000 qkm großen Wüste insgesamt 100 728 ꝗlem Areal, zählt aber (1878) nur 73 405 E. und ist die volksärmste des Staates. Dabei aber bildet sie dessen wichtigstes Bergwerksgebiet. Die Bewohner sind in den zwei weidereichen Thälern der Flüßchen Copiapo und Huasco, sowie in der Nähe der Fxrr werke konzentriert. Zwischen den zwei ebenfalls bewohnbaren Zonen, deren östliche den Bergwerksort Tres-Puntas, die westliche die Küstendörfer Paposo, Flamenco und Peeitet de las Animas (1875: 3084 E.) enthält, breitet sich die 1600 m hohe, von fünf Thalspalten zerrissene Plateauwüste aus. Der mehr kiesige als sandige Boden verrät überall vulkanische hetener, Kiesel mit Metalluren und, obwohl seltener, Granit und Glimmer. orherrschend scheinen Thonarten, Syenit, Porhyr und lavaartige Massen zu sein. Unter den Reen der Provinz sind besonders die reichen upferlager der Küstenkette wichtig, die 7 in alter Zeit abgebaut worden sind, namentlich auch die von Checo und im O. von Nantoco. Guayacan hat das ach d Kupferschmelzwerk der Welt; es liefert jährlich 8—10000 Tons, die fast gänzlich — engl. Markt kommen. Gold findet sich im WNW. von Tres-Puntas, einer Bergstadt von 2—3000 E., welche die reichsten Silberminen hat, neben Chanarcillo und Copiapo. Silber findet sich außerdem noch an vielen andern Orten, die sämtlich in einer schmalen Zone, in der westl. Thalsenkung der Andes, liegen. Die Zahl der Silberminen ist 509, die der Kupferminen 116, die der Goldminen 17. Sie beschäftigen insgesamt nur 6869 Arbeiter. Viele Gruben aber sind erschöpft und verlassen. Ferner ist vorhanden silberführendes Blei, Nickel, Kobalt und Eisen. Ausgezeichnetes Kochsalz liefern die beiden erwähnten Salzlagunen; die Cordilleraschluchten des Checo enthalten bedeutende Glaubersalzlager. Der Reichtum an Chilisalpeter ist beispiellos. Die Küstenkette bietet Gips, das Gestade Guano, der von Mejillones und vom Eiland Blanca ausgeführt wird. Die Hauptstadt ist 1½* (s. d.). Die beiden Hauptausfuhrorte für Minenprodukte sind Huasco und Caldera (1875: 3082 E.). Von letzterm Orte Cen. seit 1875 eine 82 km lange Fiuß bahn nach Copiapö, und von da zunächst im Fluß-Min⸗ weiter nach Pabellon und dann nach dem von Copiapb. Philippi, «Reise durch di Wüste A.v (Halle 1860. 23 Die bolivianische Provinz A. oder Cobija (früher Depart. Litoral), die südlichste, ärmste, volkslichteste des Staates, ist, obgleich vorherrschend Wüste, demselben doch von großer Wi tigkeit, weil er nur durch sie mit dem Ocean in Verbindung steht. Sie ist 181 760 akm groß und zählt (1865) 7948 E. Der Mangel an Wasser it in dieser Provinz so groß, daß man es oft auf 130 km weit nicht Gradi Die ganze ch tbare Oberfläche und das Grasland schätzt Tschudi auf höchstens 4—500 qkm. Nur einige Querspalten sind fruchtbar und begünstigen den Weinbau; das höher gelegene Innere scheint für die Landwirtschaft etwas edl er zu sein, ermangelt aber noch zu sehr der evölkerung; man gewinnt im Innern sehr gute Vicufawolle. In der neuesten, Zeit hat man der Küste I Aufmerksamkeit zugewendet, namentlich der Anlage von Häfen und Verbindungswegen wn dem Innern. Die Bucht von Mejillones wird mit Hafenanlagen versehen und eine 40 Lieues lange Eisenbahn von diesem Orte nach Caracoles (2740 m hoch) gebaut, wo sich sehr reiche Silberminen finden. Silber, Gold und namentlich Kupfer sind die Hauptschätze von A., die aber zu wenig ausgebeutet werden. Als Häfen sind bereits in Aufnahme gekommen Antofagasta (s. d.), Cobija (s. d.) und die Algodonalesbai (s. d.). Die reichen Mineralschätze dieser Provinz wurden durch Chilenen ausgebeutet, die durch Verträge mit der bolivian. Regierung dazu berechtigt waren. Der Bruch dieser Verträge seitens Bolivias veranlaßte 1879 den Krieg zwischen Chile und Bolivia, mit dem sich Peru verbündet hatte, infolge dessen Chile alle Ha⸗ „Atacamit oder Salzkupfererz, ein in rhombischen, meist prismatischen Formen krystallisierendes, smaragdgrünes Mineral, welches aus Kupferchlorid und Kupferoxydhydrat (Cu Cl. + Cu, H O,) besteht und sich gangartig in Chile, Bolivia (Algodonalesbai), Australien, auch als Anflug auf Laven des Vesuv und Ätna findet.