Anahnae, der südl. Teil des großen Tafellandes von Mexico oder Neuspanien in Amerika, vor Ankunft der Europäer Hauptsitz der dort eineimischen Kulturvölker, der Tolteken, Chichimeken, colhuer und Azteken, noch jetzt Hauptbestandteil des mexic. Staats, erhebt sich unter 17° nördl. Br. aus den Ebenen von Tabasco und Tehuantepec und erstreckt sich, allmählich an Breite zunehmend, bis zum 24. nördl. Br., wo es in der Sierra Madre und über die Hochebenen von Queretaro, San-Luis-de-Potosi und Xalisco hinaus mit dem System der Felsengebirge in Verbindung tritt. Das A., von entschiedenem Charakter eines zusammenhängenden, nicht zergliederten Massengebirgs, steigt im O. aus den Tierras-Calientes der Küstenebene von Cuetlachtlan in steilen Stufen und Terrassen plötzlich auf, die öfter kaum 20 km breit, nur an einer einzigen Stelle, bei Jalapa, einen fahrbaren Paß besitzen. Ein hohes Randgebirge, das in dem Citlaltépetl oder Pik von Orizaba (5450 m), dem Cofre de Perote oder Nauhcampatépetl (4070 m), dem Popocatépetl (5391 m), dem Iztaccihuatl (4785 m) und dem Nevado de Toluca (4655 m) die hier 4500 m hohe Schnee—⸗ grenze überragt, umgrenzt im O. das Hochland, welches bei einer Erhebung von 13001600 m im allgemeinen von O. nach W. geneigt ist und durch wenig erhobene Ketten mit einzelnen, hoch emporragenden Gipfeln in mehrere besondere Hochebe—⸗ nen, wie die von Tlascala mit 2192, von Tenochtitlan oder Mexico mit 2277, von Toluca mit 2705 und von Michoacan mit 1800— 1950 m mittlerer Erhebung, geschieden wird. Nach W. zu senkt sich das Tafelland über die weiten, von Thälern zerrissenen Terrassenlandschaften, die herrlichen Tierras-Templadas, allmählich zu der Küstenebene von Colima ab. Die Ebene des 1759 entstandenen, 1266 m hohen Jorullo liegt in einer Höhe von 1065 m. Außer den Alpenseen der Tafelländer zählt das A. nur wenige Gewässer, namentlich fehlt es an schiffbaren Flüssen, da bei der Schmalheit der Küstenebenen sich kein Unterlauf entwickeln kann. Bei der Steilheit der Terrassen ergießen sich die Flüsse meist nach kurzem, reißendem und von Schnellen und Stürzen unterbrochenem Laufe ins Meer oder einen der Seen. Viele der kleinen Gewässer fließen in den oft in vollkommen ebenen Flächen plötzlich auftretenden und jede Kommunikation unterbrechenden Barrancos oder von steilen Felswänden begrenzten Schluchten, die zum Teil 300 m tief sind. Die eigentümliche Konfiguration des Landes bedingt die wunderbarste Verschiedenheit in Klima und Erzeugnissen. Während die Küstenebenen echt tropischen Charakter haben, schmückt die westl. Absenkungen ein ewiger Frühling; die Mitteltemperatur von Mexico beträgt 16, C. (im Sommer 18,8, im Winter 11,5“; im Jahre fallen 663 mm Regen). Während an den Ufern des Mexicanischen Golfs das Gelbe Fieber den Europäer hinrafft, wird die Kühle auf der Hochebene von Toluca selbst empfindlich und unangenehm. Die förmliche Durch don des Plateaus von der Küste, die teils durch den Mangel an schiffbaren Strömen, teils durch die Unzugänglichkeit der Randgebirge im O. bewirkt wird, tuste der Mangel eines guten Hafens an der Ostküste sowie das mörderische, der i Niederlassungen unmöglich machende Klima der Küsten selbst, sind die Hauptursachen, weshalb diese herrlichen und fruchtbaren Länder im ganzen im Verkehr zurückgeblieben sind. ‚