Athanasianisches Symbolum (oder nach dem Anfangsworte Symbolum quicunque), heißt das dritte der drei ökumenischen Symbole, weil es dem Athanasius (s. d.) armmin wurde. Dasselbe enthält eine Zusammenfassung der auf den vier ersten allgemeinen Kirchenversammlungen Meuschrer Lehren über die Dreieinigkeit und die nenschwerdung Gottes, indem es im ersten Teile die Dreiheit der göttlichen Personen, welche doch nur ein einziger Gott, im zweiten die Zweiheit der Naturen in Christus, welche doch nur eine einzige Person sind, bekennt. Alle Abweichungen werden verdammt und die Seligkeit bereits von der Anabhun eines formulierten Glaubensbekenntnisses abhängig gemacht. Die Abfassung durch Athanasius ist zuerst (1642) von Gerhard Joh. Voß bestritten und jetzt allgemein aufgegeben, doch herrs cht über den wirklichen Verfasser noch Unsicherheit Das Symbol findet sich zuerst benutzt bei Cäsarius von Arles (503—543), weshalb manche vermuten, es sei gegen Ende des 5. Jahrh. in Südgallien oder Burgund entstanden und beim Übertritt von Arianern zum Katholizismus angewandt. Von Gallien aus gewann es seit dem 6. Jahrh. in der abendländ. Kirche allgemeine Verbreitung und Anerkennung, während die griech. Kirche es erst seit dem J. 1000 kennt und nie angenommen hat. Andere vermuten (schon Quesnel), es stamme aus Nordafrika und sei von Vigilius von Thapsus (um 484) verfaßt. Als «Athanasianisch » ist es erst seit 772 bezeugt. Unter allen ökumenischen Symbolen ist das Athanasianische das dogmatisch schroffste, aber wegen seines hohen Ansehens auch von den Protestanten, mit Ausnahme der Socinianer, angenommen worden. Achauastus, Bischof von Alexandria, im Arianischen Streite (s. d.) unermüdlicher Vorkämdem der vollen Wesensgleichheit des Sohnes mit em Vater, daher auch Vater der Orthodoxies genannt. A. wurde 288 als Sohn un seh Eltern geboren, fing die gelehrte Bildung seiner Zeit und wandte si strenger Ascese zu, ward 319 durch Bischof Alexander zum Diakon geweiht, gewann durch Eifer und Beredsamkeit zu Nicäa 325 großen —— . auf die Entscheidung der Synode und folgte 9. Juni 328 4en anders Tode diesem in der Bischofswürde. Von seinen Arianischen Gegnern mit den 1 vondert Beschuldigungen überschüttet, ward A. von der Synode zu Tyrus 335 a und vom Kaiser, dem man eingeredet atte, A. wolle die jährliche Geneideausfuhr von lexandria nach Konstantinopel hindern, 336 nach Trier verbannt. Nach dem To Konstantins * kehrte A. im Herbst 338 zurück, aber sein energisches Einschreiten gegen die Arianer erregte deren Haß so burg daß im Frühjahre 340 ein Arianer Gregor durch den kaiserl. Statthalter mit Waffenewalt als 5 Ron von Alexandria eingesetzt ward. floh nach Rom zum Bischof Julius I., unter dessen .v eine Synode zu Rom 341, sowie die abendländ. Synode zu Sardica 343 ihn für unschuldig und seine Lehre für rechtgläubig erklärten. Auch Konstans, Kaiser des Abendlandes, war A. günstig gesinnt und bewirkte bei seinem Bruder Konstantius, daß derselbe nach Gregors Tode Okt. 346 nach Alexandria zurückkehren durfte. Nachdem aber Konstantius als Alleinherrscher dem Arianismus 355 zum Siege verholfen hatte, mußte auch A. wieder weichen. Der Kappadocier Gregor ward als Bischof eingesetzt, und als 9. Febr. 356 nächtlicherweile Soldaten in die Kirche des heil. Thomas eindrangen, wo A. inmitten der Gemeinde die Vigilien eines Festes feierte, floh dieser in die undve Wüste. Durch sein persönliches Ansehen und eine Reihe von Schriften übte er auch von hier aus 995 Einfluß. Nach dem Regierungsantritte des Julianus Apostata ward Gregor in einem Volksaufstande getötet, und A. durfte Febr. 362 urückkehren, aber seine eifrige Wirksamkeit für den Frieden der Kirche erregte des Kaisers Unwillen, und schon 25. Okt. 362 mußte er zum vierten male ins Exil wandern, diesmal in die Thebaische Wüste. Nach Julians Falle kehrte A. Febr. 364 zurück, aber unter Kaiser Valens mußte er noch einmal von Okt. 365 bis Febr. 366 die Stadt inen 55 seitdem blieb er unbehelligt bis an seinen Tod 3. Mai 373. A. war 45 Jahre Bischof und darunter fast 20 Jahre in der Verbannung. Der Charakter des A. ist schon zu seinen Lebzeiten verschieden beurteilt worden. Von seinen uls ein bis in den Tod gehaßt, von den Seinigen als ein Heiliger ker den hat er durch Schrift, Wort und That unter den wechselndsten Schicksalen unerschrocken für einen einzigen großen Gedanken gekämpft, mit dessen Anerkennung nach seiner liberzeugung die christl. Kirche stand und fiel. Die gewaltige Härte, welche seine Feinde ihm ahu hathaben sie ihm 9017 so oft sie die Macht dazu hatten, reichlich vergolten. Ein Kirchenfürst nach dem strengsten Ideale seiner Zeit, her er trotz seines unscheinbaren Außern die Geister in seine Bahnen zu zwingen verstanden und seine Lehre der ganzen Kirche als Erbteil hinterlassen. In seinen ahlreichen dogmatischen und polemischen uichhe zeigt sich neben glühendem Eifer uch Dr ö thodoxie eine hohe spekulative abung, durch welche er seinen Gegnern weit überlegen war, und mit der Wärme tiefster — önlicher Uberzeugung verbindet sich Klarheit, Umsicht und Bestimmtheit der Darstellung. Seine „Geschichte der Arianer fr die Mönches ist wesentlich eischrift, aber fr die Kenntnis der großen Kämpfe jener Zeit ein unschätzbares Denkmal. Minder bedeutend sind seine Audaalchde und moralischen Sch Die beste Ausgabe besorgte Montfaucon (3 Bde., Par. 1698). ls eine Ergänzung derselben ist der zweite Band von Montfaucons „Bibliotheca patrum (Par. 1706) zu betrachten. Thilo gibt im ersten Bande seiner „Bibliotheca patrum graecorum dogmatica (Lpz. 1853) nur die dogmatischen Hauptschriften. Wichtig, namentlich für die Zeitrechnung, sind die in syr. Sprache aufgefundenen riese des A. (deutsch von Larsow, Lpz. 1852). Darstellungen seiner Lehre haben Ritter, Baur, Dorew und Voigt gegeben. Vgl. Möhler, A. der Große und die Kirche seiner Zeito (2 Bde., Mainz 1827); Böhringer, «Kirchengeschichte in Biographieno (Bd. 1, Zür. 1842); derselbe, A. und Arius oder der erste große Kampf der Orthodoxie und Heterodoxies (Stuttg. 1874). ö