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Sport & SpielBrockhaus 1882

Athlet (arch urie) hieß im allgemeinen im Altertum ein ettkämpfer, der sich an den gymnischen Spielen beteiligt und in denselben als Wettläufer, Ringer oder sonstiger Kämpfer öffentlich auftritt. Das Wort A. bezeichnete somit diejenigen Agonisten oder Teilnehmer an den Kampfspielen (. Agon), die, Lorvaftich durch Gymnastik, im Bewußtsein ihrer körperlichen Tüchtigkeit und Gewandtheit den Siegerkranz als Zeichen persönlicher und nationaler Ehre erstrebten. Als jedoch etwa seit dem 5. Jahrh. v. Chr. die Sitte um sich griff, daß kampfrüstige junge Männer häufig von geringerer Herkunft, gelockt durch den Ruhm des Siegs und durch den Wert der ausgesetzten Preise, ihre Kraft Haskih der agonistischen Kunst widmeten, wurde das Kampfspiel mehr und miter ein Erwerbszweig und die Athletik eine Kunstfertigkeit, deren Erlernung und Ausübung eine eigentümliche Lebensweise erforderte und an besondere Regeln gebunden war. Die Bezeichnung A. erhielt nun eine engere Bedeutung, indem man unter A. jetzt vordie ubun⸗ diejenigen Wettkämpfer verstand, welche ie Übung der athletischen Kunst zum Lebensberufe machten. War nun die Ausbildung des Athletentums selln durch die vielen, allmählich zu bloßen Schaustellungen herabsinkenden Kampfspiele in den michen u kleinern Staaten und Städten des hellenischen Europa und Asien W Atblet so machte sich das Handwerksmäßige der thletik noch viel bestimmter geltend, als das hellenische Leben sich mit dem m. In 3 zu befreunden und zu vermischen begann. In Rom traten die ersten A. 186 v. Chr. auf, die zu diesem Zwecke in Griechenland gedungen worden waren. Dasselbe wiederholte sich bei den Triumphen Sullas und Cäsars sowie bei andern Anlässen. Völlig zunftmäßig ausgebildet erscheint dann das Athletenwesen in der rom. Kaiserzeit, wo es Athletengenossenschaften fast in allen rößern Städten des Reichs gab. In Italien und om wurden die Athletenkämpfe seit dem Beginn der Kaiserzeit immer Dwurden und beliebter. Geschenke und Ehrenzeichen wurden den Siegern in reichem Maße gespendet. Da bei den Wettkämpfen in den Löre des Verfalls der hellenischen Gymnastik das örpergewicht des Kämpfers von Ioßem orteile war, so wandten sich dem Athletengewerbe vorzugsweise große, starkknochige, muskulöse Männer zu. Deshalb verband man später mit dem Begriff A. auch die Vorstellung einer großen n sch ge annes-Shaut n neuerer Zeit nennen sich gern solche chaukünstler A., die hervorragende Leistungen in Körperkraft, sei es im Heben, Tragen Stemmen, sich zu eigen gemacht haben. Vgl. J. H. Kraufe, Die Gymnastik und Der der Hellenenv (2 Bde., pz. 1841) Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Romsv (3. Aufl., Bd. 2, Lpz. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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