Atlantis war einem Mythos nach, den nach Plato im „Timäoso und „Kritiaso ein Name Priester dem Solon erzählt haben soll, der Name einer ½ Insel im Atlantischen Ocean, die angeblich größer als Asien und Libyen zusammen war, infolge eines Erdbebens aber dann versunken sein soll. Möglich, daß Plato durch eine Sage wie die von den Inseln der Seligen zu seinem Mythos von der A. sich hat anregen lassen. Manche wollten in den Canarischen Inseln Überreste der Iurmerga A. wiederfinden; andere, wie Rudbeck in seiner Atlantican, verstehen darunter lar die Skandinavische Halbinsel. Vielfachen Anlang hat in neuerer dpa immer wieder die von Bircherod in einer Abhandlung De orbe novo non novop (Altdorf 1685) ausgeführte Vermutung gefunden: daß vielleicht phöniz. oder karthag. Handelsschiffe, durch Stürme und Strömungen von ihrem Wege abgetrieben, an die amerik. Küste verschlagen worden und von dort später glücklich nach ihrem Vaterlande zurückgekehrt sein könnten. Auf ihren Erzählungen beruhe die Sage von jener Insel, und unter der A. des Plato sowie unter der 17 von *1 Diodorus und Plinius sprechen, ei das heutige Amerika zu verstehen. Aber wenn auch zu Plato irgendwelche Schiffernachrichten, etwa von den Canarischen Inseln, gelangt sein mögen, so bemerkt doch schon Strabo, der Philoso habe die A. entstehen und wieder r Griechen lassen, wie der Dichter die Mauer der Griechen vor Troja. Vgl. Martin, Etudes sur le Timée de Platon (Bd. 1, Par. 1841) und Susemihl in den Jahrbüchern für Philologies (Bd. 71). ö tlantischer Ocean oder Atlantisches Meer 2 derjenige Teil des Weltmeers, welcher die Alte Welt auf ihrer Westseite von der Neuen Welt trennt und seine Hauptausdehnung von N. nach S. hat. Dieses wahrscheinlich nach der fabelhaften Insel Atlantis (s. d.) benannte Meer trennt oder verbindet in seiner nördl. Hälfte die bevölkertsten und civilisiertesten Teile der Erde, und ist daher, obwohl das stürmischste aller Meere, doch das am meisten befahrene. Nach A. von Humboldts Ausdrucke gleicht dieses Meer in der Parallelität seiner Küsten fast einer mächtigen Strombahn, indem, den vorspringenden Teilen der Kontinente entsprechend, gegenüber ein Zurückweichen der Küsten stattfindet. Der nördl. Teil gliedert die Küsten Nordamerikas durch das Eingreifen des Lorenzbusens, des Mexikanischen und Karaibischen Golfs fast 918106 wie Europa durch die Ost⸗ und Nordsee, das Aquitanische, das Mittelländische und das Schwarze Meer, während der südl. Teil des Atlantischen Oceans die südamerik. und die afrik. Küsten nur wenig zersplittert. Der Einbiegung des Golfs von Guinea in Afrika entspricht die Ausbiegung Brasiliens, ebenso der Hervorragung Senegambiens und Sudans die Einspülung des Antillenmeers. Die Inselbildung des Atlantischen Oceans ist nur reichhaltig in der Nähe von Nordamerikas und Europas Küsten. Im freien Ocean steht die Inselbildung der des Stillen Meers bei weitem nach. Als Stationen erscheinen wichtig: Island und die Färöer zwischen Europa und dem polaren Amerika; die Azoren und die Bermudagruppe zwischen Europa und dem mittlern und füdl. Nordamerika; Ascension, St. Helena, Trinidad und Tristão da ddie d zwischen Afrika und Südamerika; endlich die Falklandsinseln, Südgeorgien und Sandwichsland zwischen Südamerika und den antarktischen Gestaden. Die von dem Atlantischen Ocean bedeckte Fläche umfaßt allein 79721274 qkm, mit den Nebenmeeren (Mittelländisches Meer, Ostsee, Nordsee, Kanal, Irisch-Schottische See, Lorenzogolf, Golf von Mexiko und Karaibisches Meer) aber 88 634 133 akm. Die Länge von N. nach S. beträgt 13335 km, seine größte Breite 9000 km zwischen Senegambien und dem Busen von Mexiko; die geringste 1445 km zwischen Norwegen und Grönland (7225 km zwischen Georgien und Afrika, 7225 km zwischen Kap Horn und Kap der Guten Hoffnung, 5550 km zwischen Brest und Neuyork, 5605 km. zwischen Liverpool und Neuyork, 3100km zwischen Kap San-Roque und Sierra Leone). Kein anderer Ocean zeichnet sich er 2 eine so reiche Küstenentwickelung aus, wie der Atlantische Ocean; denn die Gesammtlänge seiner Küsten übertrifft die aller übrigen Meere zusammengenommen. Vom nördl. Eismeere ist er zwar nur durch eine imaginäre Linie, den nördl. Polarkreis, getrennt, doch findet diefe Linie Jusehz. Unterstützung durch Ländermassen und Inseln, r ndl. die Grenze gegen das südl. Polarmeer, der südl. Polarkreis, nirgends auf die Kontinente trifft, südlich von Kap Horn und Nadelkap fließen die Gewässer des Atlantischen Oceans mit denen des Stillen und Indischen Oceans ungehindert ineinander, und man ist genöthigt, auch hier Meridßnn Grenzlinien zu ziehen, als welche sich die Meridiane der genannten Südspitzen der Kontinente am meisten empfehlen, falls man nicht als sechsten Ocean ein besonderes Australmeer südlich vom 40. Parallelkreise annehmen will. Das Becken des Atlantischen Oceans ist erst in neuerer Zeit einigermaßen resunge worden, alle schen angestellten Tiefenmessungen im Atlantien Ocean ließen die Tiefe weit größer erscheinen, als sie wirklich ist. Nachdem Maury zuerst die Aufmerksamkeit der seefahrenden Völker auf die Untersuchungen der Meerestiefe gelenkt hatte, war es das Bedürfniß telegr. Verbindung der Alten mit der Neuen Welt N—— diesen Untersuchungen eine große praktische Wichtigkeit Ratbod und dadurch zur Vervollkommnung der nesu en außerordentlich beitrug. (S. Tiefenmessung.) Das Becken des Atlantischen Oceans stellt sich dar als aus zwei im allgemeinen von N. nach S. laufenden Diele dund en bestehend, die in 1660—1830 m iefe durch einen breiten, plateauartigen Rücken, welcher fast nur vulkanische Inseln trägt, geschieden werden. Derselbe ist ziemlich vollttändig erkannt und Im aul worden. Der Scheiderücken schmiegt sich im allgemeinen der Parallelform der beiderseitigen Küstenlinien an; er beginnt bei Jsland und zieht in südwestlicher Richtung bis etwa zum 50. Breitengrade, allmählich in die Tiefe sinkend. Da wo er von den nordatlantischen Kabeln gekreuzt wird (etwa 52 nördl. Br., 20˙ westl. L. von Ferro), beträgt seine Tiefe 2834 m (1550 Faden). Weiter südli von hier bis zum Wendekreise des Krebses Dolphin-Rücken genannt, senkt er sich noch etwas und wendet sich südsüdöstlich, allmählich wieder n der Grrz bis er zwischen 40 und 35* nördl. Br. in der Gruppe der Azoren über den Meeresspiegel emporragt. Doch steigt diese Inselgruppe noch ziemlich steil aus dem Meere empor, da der weniger als 1828 m (1000 Faden)y tiefe Teil des umgebenden Meers an Fläche kleiner zu sein scheint als Portugal. Von 1 aus läuft der Scheiderücken wieder südwestlich und kreuzt den 20. Parallel etwa in 28˙ westl. L. (von Ferro) in einer mii von 3474 m (1950 Faden). Nun läuft er südlich, schließt sich in etwa 7“ n. Br. mit 3500 m Tiefe an die Guianaküste und trennt somit die westl. Mulde in eine nördliche und südliche. Von hier wendet er sich ostsüdöstlich als Verbindungsrücken in der Richtung auf die Insel St.⸗Paul, und unter dem Aquator wendet er sich in 5 östl. L. als Challenger-Rücken nach S., wo er bis in 405 südl. Br. Mud ist, in 1400 — 1800 m Tiefe. Von den beiden Mulden, die er trennt, ist die westliche nach den bisherigen Beobachtungen die tiefere und reicht auch in zwei Armen nördlich bis an die Grenze des Atlantischen Oceans, indem in der Danemarkstraße zwischen Island und Grönland Tiefen bis zu 2900 m und zwischen Grönland und Labrador bis zu 4500 megemessen worden sind. Weiter südlich nimmt diese Mulde an Tiefe zu; östlich von Neuyork fand man bis 6770 m (3700 Faden) und unmittelbar am Rande der Antillengruppe, nur 1 nördlich von Anegada wurden durch die Challenger-Expedition 7086 m (3875 Faden) gemessen. Überhaupt zeichnet sich der Ostrand der kleinen Antillengruppe durch den steilen Abfall zu großen Tiefen aus, und auch die Kanäle zwischen denselben besitzen Thomma außerordentliche Tiefen, z. B. zwischen StThomas und Sta.⸗Cruz 4720 m hinad Faden); viele derselben gehen unter 2000 m inab. Weiter südlich finden sich auf dieser Seite des Atlantischen Oceans meist Tiefen von 4000— 4500 m. Zu den tiefsten bekannten Stellen in der südl. Westmulde gehören neben den Martin Vaz2 die Tiefen von 4900 und 6000 m. ie östl. Mulde scheint nicht über die durch die Färöer bezeichnete Grenze hinauszureichen; denn die größte zwischen diesen und 4½ gemessene Tiefe erreichte nur an einer Stelle 1170 m, blieb aber sonst überall unter 700 m. Auch ihre Tiefe nimmt nach S. allmählich zu; in der Breite des Kanals beträgt sie bis 4500 m, nordwestlich von Madeira etwa ebenso viel, und wächst unter dem nördl. Wendekreise bis auf 5760 m. Im südl. Atlantischen Ocean scheint sich das Verhältnis umzukehren, sodaß die größten, mit Sicherheit gemesse nen Tiefen auf der östl. Seite liegen. Die tie sten Stellen fanden sich etwa 105 westlich von den Kapweluch v. Inseln mit 6000 m; ferner etwa 107 westlich von der Mündung des Oranje mit 5300 m 10°westlich von Benguela mit 5500 m. An den Küsten tritt der Atlantische Ocean im allgemeinen mit ziemlich bedeutenden aber heran, namentlich iehen sich die Mulden von über 3700 m in den Bujen von Biscaya und in die Nähe der Straße von Gibraltar. Dagegen erstrecken sich mehrfach große Untiefen weit hinein, wie z. B. die Bank von Neufundland mit weniger als 300 m Wasser, sowie die verhältnißmäßig Hishrsn Tiefen, welche die canarische und kapverdische Inselgruppe mit dem afrik. Festlande verbinden, mit weniger als 2000 m, nach der afrik. Küste hin immer mehr abnehmend. Die 100 Fadenlinie (180 m) läuft aus dem Biscayischen Busen in einem Bogen um die brit. Inseln herum bis in die Nähe der norwegischen Küsten. Untiefen in der Mitte des Atlantischen Oceans sind selten; die bisjetzt bekannten sind für die Schifffahrt nicht gefährlich. Im allgemeinen ist der Boden des Meeres außerordentlich eben, steilere Abhänge haben sich bisjetzt fast nur in der Nähe der Küsten nachweisen lassen. Die heraufgebrachten Proben des Grundes zeigen in der Nähe der Küsten meist Sand und Lehm, selten Felsboden; in größern Tiefen ist der Boden fast ausschließlich bedeckt mit Tierresten, namentlich den kieseligen und kalkigen Schalen kleiner Diatomeen und Foraminiferen, eingebettet in eine Schicht organischer Materie, welche Huxley „Bathybiuso genannt hat. Unter derselben tritt stellenweise roter und grauer Thon hervor. Das Wa sser des Atlantischen Oceans hat ein spezifisches Gewicht von 1,0267 und die aufgelösten Salze betragen ungefähr 3,62 Proz. Drei Viertel davon macht das Chlornatrium aus; + finden sich noch Chlormagnesium, Chlorkalium, Bromnatrium, schwefelsaurer Kall und schwefelsaure Magnesia. In der heißen Zone, namentlich in der Nähe der Sahara, steigert sich der Salzge⸗ — bis auf 3,0 Proz., während er in der Davistraße durch Beimengung des Schmelzwassers von Gletschern und Eisfeldern auf 3,32 Proz. sinkt. Unter den Strömungen desdltlantij chenOceans sind zu unterscheiden konstante und Driftströmungen. Die letztern sind ganz flache Oberflächenströmungen und entstehen überall da, wo ein nicht zu schwacher Wind anhaltend weht; dieselben sind also meist sehr veränderlich 3 2 ist die durch die Drur zt zu beiden Seiten des Aquators erzeugte rift ziemlich gleichmäßig und erreicht eine Geschwindigkeit von 15—18 Em im Tage. Aber auch die konstanten Strömungen werden namentlich, wenn sie schwächer sind, in Richtung und Stärke durch anhaltende Winde bedeutend beeinflußt. Unter den konstanten Strömungen zeichnet sich vor allen der Aquatorialstrom aus, welcher den