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TierreichBrockhaus 1882

Andreas, Apostel Jesu Christi, war der Bruder des Petrus und trieb mit diesem zu Kapernaum am Galiläischen See das Fischergewerbe, als Jesus ihn zu seiner Nachfolge berief Matth. 4, 18 90 Nach der Darstellung des Johannes (Joh. 1, 41) war er dagegen vorher ein seinem ohannes' des Täufers und wurde noch vor seinem Bruder am Jordan von her 5 berufen. In der griech. Tradition führt er da-Nach der evang. 9nhetden Sr bildete er mit seinem Bruder und den beiden Söhnen des Zebedäus den engern Jüngerkreis. Nach der kirchlichen Tradition soll er das Evangelium gemeinsam mit seinem Bruder den »Scytheno gepredigt haben, d. h. den Völkerschaften am südlichen, östlichen und nordöstlichen Gestade des Schwarzen Meeres. In Sinope wurde noch im 9. Jahrh. sein Lehrstuhl von schwarzen Steinen gezeigt. Vom Pontus soll er über die Propontis nach Thrazien und Griechenland ekommen und in Patras durch den Prokonsul geas oder Ageates gekreuzigt worden sein. Unter dem Namen «Akteny oder « haten des A. y ist, wenn auch nur in verschiedenen spätern Bearbeitungen in griech. und lat. prache, eine apokryphische Apostelgeschichte erhalten, die schon dem Eusebius bekannt war und den Gnostiker Charinus zum Verfasser Iude, e Griechisch sind außerdem noch zwei Auucht tücke, Die Thaten des A. und Matthäus (nicht Matthias) unter den Menschenfressern» und die Passionsgeschichte (das Martyriumv) des Apostels, so- wie einige Fragmente der (Thaten des Petrus und A.» erhalten, sämtlich bei Tischendorf in den Acta apostolorum apocryphorumo (Lpz. 1851) und in dem Anhange — den Apocalypses apocryphaes (Lpz. 1866). Lat. Bearbeitungen der „Virtutes Andreaer, welche sämtliche Reisen des Apostels von Pontus bis Griechenland uusen (h und der (Passio Andreaed sind von Nausea (Köln 1531) und in der Sammlung des sog. Abdias herausgegeben. Die Passiod bildet die Grundlage zu einer angelsächs. Dichtung, die in dem Codex Vercellensisd enthalten ist und von Grimm (A. und Elener, Kass. 1841) sowie von Grein in Bibliothek der angelsächs. Poesies (2 Bde., Gött. 1857-58) herausgegeben wurde. Eine jüngere Legende macht den A. zum Apostel von Konstantinopel, woselbst er den ersten Bischof Stachys eingesetzt haben soll. Sehr spät ist die Sage, daß er an ein Kreuz mit schräggestellten Balken (Andreaskreuz) gescha25 worden sein soll. Die Schotten verehren den postel als Schutzheiligen ihres Landes und die Russen als den Sendboten, der ihnen das Evanhewen ebracht und ihre Kirche gestiftet hat. In eiden Ländern wurden ihm zu Ehren Andreasorden (s. d.) gestiftet. Der Gedächtnistag des Heiligen fällt —— 3 den 30. Nov. Die vorhergehende Nacht heißt im Volksmunde der Andreasabend oder die Andreas nacht, in welcher nach dem Glauben des Volks jungen Mädchen und Burschen das Bild ihrer zukünftigen Gatten erscheint.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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