FeedAttälus I.
GeschichteBrockhaus 1882

Attälus I., Herrscher von Pergamum, folgte 241 v. Chr. seinem Vetter Eumenes I. in der Regierung und nahm nach einem bedeutenden Siege über die damals in Asien übermächtigen kelt. Raubscharen, die Galater, (zwischen 239 und 236) als der erste seines Geschlechts den königl. Titel an. Sein und seines Hauses Macht konnte aber nur auf Kosten der Seleuciden I+ dies bestimmte zunächst des A. Hrert „ Er erkämpfte (228 und 227 v. Chr.) mehrere glänzende Siege über . Hierarx, den jüngern Sohn von Antiochus II. von Syrien, der im Kriege gegen seinen Bruder Seleucus in einem Teile Kleinasiens behauptet hatte. A. Cren dadurch seine Herrschaft weit über die alten renzen seines kleinen Gebietes aus, wurde aber seit 222 durch Antiochus III., der sich später auch mit Philipp V. von Macedonien verbündete, schwer bedrängt und suchte endlich 211 unter diesen mißlichen Umständen die Allianz mit den Römern. Mit wechselndem Glücke kämpfte er von nun an in dem damals laufenden Kriege und später wieder 101 201 v. Chr. auf Seite der Römer gegen Philipp; während Antiochus 198 v. Chr. durch eine Gesandtschaft des röm. Senats veranlaßt wurde, die Feindseligteiten gegen A. einzustellen. Aber noch vor der entscheidenden Schlacht bei Kynoskephalä (197 v. Chr.), in welcher der Konsul Flaminius den König Philipp gänzlich schlug, in Theben vom Schlage getroffen, sarb bald darauf in dem Alter von 72 J. — A. II. Philadelphus, Sohn des vorigen, 1. den . uerst seinen ältern Bruder Eumenes II., den achiolger seines Vaters in der Regierung, und übernahm nach dessen Tode (159 v. Chr.) die Herrschaft. Er hielt unter allen Umständen fest an dem Bündnisse mit dem seit dem Falle des macedon. Reiches gegen die Pergamener ziemlich unfreundlich auftretenden Rom und war in alle Kriege verwickelt, welche damals in Kleinasien und Griechenland geführt wurden. Er starb 138 v. Chr., 82 J. alt. — Ihm folgte sein Neffe, A. III. Philometor, Eumenes' II. Sohn. Kaum war dieser zur Regierung gelangt, als er wie ein Wahnsinniger gegen Freunde und Verwandte zu wüten begann. Darauf fiel er in Schwermut, zog sich von aller Gesellschaft zurück und beschäftigte sich ausschließlich mit Gärtnerei und m Ten Er starb 133 v. Chr., nachdem er in seinem Testamente die Römer zu Erben seines Reichs eingesetzt hatte. Alle drei A. hatten viel Sinn für Kunst und Wissenschaft. Vgl. Manso, „Über die Attalen » (Bresl. 1817); «Pergamenisches Reichvy von M. H. E. Meier, in Ersch und Grubers «Allgemeiner Encyklopädie (Sekt. III, Bd. 16); Wegener, De aula Attalica literarum artiumque fautrice (Kopenh. 1836).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 158Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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