Atterbom (Peter Daniel Amadeus), schwed. Dichter und Philosoph, geb. 19. Jan. 1790 im Kirchsprengel Asbo in Ostgothland, Sohn eines Landgeistlichen, besuchte das Gymnasium von Linköping und kam 1805 auf die Universität Upsala. Frühzeitig hatte er sich mit der deutschen Litteratur bekannt gemacht, die wichtigen Einfluß auf seine litterarische Laufbahn ubte. Mit mehrern Freunden stiftete er 1807 eine poetisch-kritische Gesellschaft, Musis Amici, die 1808 den Namen Aurora-Forbundet (Bund der Aurora) annahm und die vaterländische Litteratur aus den Banden akademischer Steifheit und franz. Ziererei zu befreien suchte. Aus mannigfachen Arbeiten der Mitglieder des Bundes entstand 1810 in Upsala die Zeitschrift Phosphoros v, die bis 1813 bestand. In den J. 1812—22 gab A. den Poetisk kalenderv Deuicch 1817—19 unternahm er eine Reise durch eutschland nach Italien und wurde nach seiner Rückkehr Lehrer des Kronprinzen Oskar in der deutschen Sprache und Litteratur. Von Upsala begleitete er denselben 1819 nach Stockholm, wurde hier 1821 zum Docenten der Geschichte ernannt, 1824 zum Adjunkten der Philosophie in Upsala, 1828 zum Professor der Logik und Metaphysik befördert, vertauschte aber 1835 diese Professur mit der der Asthetik. br 5 seine Aufnahme in die Akademie (1839) war der Streit zwischen den Phosphoristen und der Akademie vollends beseitigt. A. starb 21. Juli 1855. Von den Schriften seines reifern Alters sind besonders hervorzuheben: Lycksalighetens 05 (2 Bde., Ups. 1824 — 27; 3. Aufl., Srebro 1875; deutsch „Die Insel der Glückseligkeit o, 2 Bde., Lpz. 1831 — 33); «Samlade diktero (2 Bde., Ups. 1837— 38), durchgehends lyrischen Inhalts; Svenska siare och skalder eller grunddragen af svenska vitterhetens häfder intill och med Gustaf III. tidehvarfo (6 Bde., Stockh. 1841— 55; 2. Aufl. 1862—63; Supplement 1864), ein litterar-histor. Werk von großem Werte. Eine Gesamtausgabe seiner Werke (ESamlade dikterv, Bd. 1—6, und «Samlade skrifter i obunden stilv, Bd. 1—4) erschien 1854 — 64 zu Orebro. Der zweite Teil der Gesamtausgabe enthält das geistvolle Werk «Poesiens historia (4 Bde., Grebro 1861 — 62). Als Dichter ist A. tief, sinnig und reflektierend; seine Sprache und Verse sind von sophis am Anicht als Philosoph neigt er sich 85 theoophischen Ansichten hin und sucht die Philosophie mit dem Christentume in Einklang zu bringen.