Attitude (vom mittellat. aptitudo, aus dem altlat. aptus, geschickt, passend), ein franz. Kunstausdruck, der eine charakteristische und zur Hervorrufung eines künstlerischen Eindrucks geeignete Stellung oder Lage lebender Figuren Dezeichnet. Zu diesem Zwecke müssen die Figuren nicht nur die Formen der Körper und die sie umhüllenden Gewänder in einem vorteilhaften, das Auge erfreuenden Bilde zeigen, sondern auch einen lebhaften Gemütszustand oder einen bedeutungsvollen Moment darstellen. Durch die Kunst der A. und Pantomime (s. d.), die sich wie Ruhe und Bewegung zueinander verhalten läßt sich das Gemälde sowohl wie die Natur plastisch wiedergeben. Zu einer für sich bestehenden Kunst wurde die A. zuerst gegen Ende des 18. Jahrh. durch Lady Hamilton (s. d.) .7 Höher noch gestaltete die deutsche Schauspielerin Händel-Schütz (. d.) diese Kunst. Der letzte Versuch in dieser Art waren die pantomimischen Darstellungen der Sophie Schröder, welche diese auf ihren Gastreisen gab und worin sie die Gewandung und das sonstige Nebenwerk unterordnete, um durch den mimischen Ausdruck der verschiedensten Affekte in ihrer höchsten teller von A. in 5 zu wirken. Als männlicher Dareller von A. ist der in Amerika verstorbene Seckenorff (Patrik Peale) zu nennen, welcher seine Dar-Ium eDor mit Vorlesungen begleitete und in seinen (Vorlesungen über Deklamation und Mimiko (2 Bde., Braunschw. 1816) der A. eine bedeutende Stelle einräumte. Zu den A. gehören die sog. lebenden Bilder (tableaux vivants, living statues), welche im Theater und in Privatkreisen häufig dargestellt werden. — Im Ballett werden alle Stellungen auf einem Fuße, ohne Rückden auf die Bedeutung der Stelllung, Attituen genannt.