Atzen H gravure chimique, 206 etching) heißt in der Technik das Verfahren, bei welchem auf einer Metall⸗, Glas-oder Steinfläche bestimmte Teile durch ein Auflösungsmittel weggenommen werden, um entweder vermöge der so entstandenen Vertiefungen oder (seltener) vermöge der zwischen ihnen Lam bleibenden Erhöhungen eine Schrift oder Zeichnung zu bilden. Zu Zwecke über5355 man gewöhnlich die ganze Fläche mit einer ünnen Lage Atzgrund (Komposition von As. phalt, Wachs und Pech), ritzt oder schabt (radiert) 0h überall weg, wo der Stoff angegriffen werden soll, und gießt endlich die auflösend wirkende Flüssigkeit, das Atzwasser, darauf. Die Beseitigung des Atzgrundes in den zu vertiefenden Linien geschieht mittels einer feinen Stahlspitze (der Radiernadel), während zum Wegschaben desselben an breitern Stellen eine kleine, spitze Messerklinge dient. Um die UÄtflüssigkeit (fast ausnahmslos eine verdünnte Säure) auf die entblößten Stellen wirken +* lassen, wird zuvor die Fläche mit einem aus achs gebildeten Rand umgeben. Sollen in der Zeichnung verschiedene Abstufungen oder Töne erreicht und deshalb einzelne Linien mehr oder weniger vertieft werden, so wird auf die + schützenden Teile mittels eines Pinsels eine Lösung des Atzgrundes in Terpentinöl aufgetragen und hiernach das A. fortgesetzt. Mit einer gleichen Lösung werden öfter bei feinen Stahlwaren die Linien selbst auf die polierte Fläche aufgetragen, um als Schrift oder Rumdzu e länzend auf mattem, etwas vertieftem Grund zu er cheinen — ein Verfahren, welches man als damaszierte Arbeit bezeichnet —, worauf das Arbeitsstück den durch Salzsäure entwickelten Dämpfen ausgesetzt wird. In der ntet in stecherkunst wird das A. als ein wichtiges Mittel in großer Ausdehnung angewendet, weshalb ein gewisser Zweig derselben wwaser i hi den Namen Atzkunst führt. Das Atzwasser ist hier im wesentlichen Kupferchlorid, welches man für Kesan Zweck darstellt, indem man Kupfer in Salpeterfäure lost und der Flüssigkeit eine Auflösung von Salmiak in Essig zusetzt; doch sind auch andere Mischungen gewräuchit Zum A. in Stahl eignet sich eine wästerige Auflösung des Quecksilbersublimats mit ein abch ne Lösung und Salpetersäure, oder besser —0 eine Lösung von Jod in Jodkalium. Auf Glas wird Fluorwasserstoffsäure als Atzwasser gebraucht, auf e. Iilder chan Kalkstein verdünnte Salpetersäure. Silber und Messing werden, leichfalls auch Marmor und Perlmutter, durch alpetersäure, Gold nur durch an Werchin angegriffen; 9 kieselhaltigen Steinen (Bergkrystall, 9a pis, Achat) kann mit Fluorwasserstofffäure, auf Bernfr mit Schwefelsäure geätzt werden, während ur Alabaster destilliertes Wasser genügt, doch kommen solche Atzungen, die nicht zum Abdruck, sondern zur Verzierung, namentlich um dem Grabstichel vorzuarbeiten, angewendet werden, im allgemeinen selten vor. Wo man die ganze Fläche der ätzenden Wirkung einrebas da ist durch das uneiche Verhalten der einzelnen Schichten der Masse em Auflösungsmittel gegenüber ein Schluß auf die Qualität des Materials dere zur Diese Prüfungsmethode wird insbesondere zur Untersuchung von Eisen und Stahl benutzt. Das Ä. in Kupfer durch Galvanismus, oder die Galvanokaustik, ist eine leicht — zu entbehrende Methode, deren vorteilhafter Erfolg sogar bestritten wird. In der Medizin nennt man A. das künstliche Zerstören organischer Gewebe durch chem. Mittel oder hohe Hitzegrade. Je 100 der Heftigkeit der Wirkung des Atzmittels erfolgt diese Zerstörung entweder unmittelbar oder infolge einer durch das Mittel veranlaßten heftigen Entzündung, welche besonders bei fortdauernder Einwirkung den brandigen Zerfall des Gewebes herbeiführt. Stets tritt hierbei in der Umgebung des zerstörten und meist einen Schorf bildenden Gewebes eine Entzündung ein, durch welche der Schorf abgestoßen und die Heilung der wunden Fläche sehr versched wird. Das A. wird in der Medizin zu sehr verschiedenen Zwecken angewendet: um Wie entartete Haut⸗, Schleimt⸗ oder Wundflächen zu zerstören; krankhafte eubildungen (Krebse, Polypen u. s. w.) zu entfernen; das Gift in vergifteten Wunden zu vernichten; ferner zur Eröffnung von Abscessen u. s. w., sofern die Anwendung des Messers aus irgendwelchem Grunde nicht statthaft ist; Erregung einer heftigen Entzündung, beziehentlich einer Eiterung, welche ableitend auf andere kranke Teile wirken soll; um einen 1 en Reiz auf das Nervensystem aus-Iweg endlich um durch Herstellung eines Schorfs chwer zu stillende Blutungen zu unterdrücken. Je nach dem Zwecke ist die Wahl, die Art und Stärke der Anwendung des Atzmittels zu 1 Ma Die chem. Atzmittel werden entweder als b asse mit dem angefeuchteten Gewebe in Berührung gebracht, oder als Pulver aufgestreut, oder in Lösung aufgepinelt, oder in Form eines Teigs aufgelegt. Alle diese ttel können auch, wenn sie sehr verdünnt oder 1 fluüchtig angewendet werden, als bloße Reizmittel dienen und rufen dann nur eine Rötung oder leichte Gerbung und nachfolgende mäßige Entzün½ Die Hitze wird als Atzmittel mittels des Glüheisens oder mittels der Moxa (s. d.) oder mit Hilfe eines durch den galvanischen Strom glü-Zuer gemachten Platindrahts oder mittels des Guen chen. s. d.) angewendet. Die hauptsächlichsten chem. Ime Höllenstein, weißes Arsenik, Atzsublimat, Chlorzink, Antimonbutter, Brechweinstein, schwefelsaures Kupfer, Atznatron, tzkali, Atzammoniak, Atzkalk, Schwefelsäure, Salpetersäure u. s. w. bindungen).