Aude (Atax, Narbo, Attagus), Fluß in Südfrankreich, entspringt in den Ostpyrenäen, 8 km nordwestlich von Mont-Louis am Roc d'Aude in 2377 m Höhe, fließt erst gegen N. durch die 500m tiefen Schlünde von Carcanières, dann durch das Defile von Pierre-Lis mit steilen Felsenwänden, über Quillan, wo er flößbar wird, und Limoux, wo er in die Ebene tritt, nach Carcassonne und dann, auf dem linken Ufer vom Südkanal begleitet, ostwärts durch den Strandsee Vendres in das Mittelmeer, 18 km jenseit Narbonne, nach einem Laufe von 208 km. Von Puillan an ist die A. auf 143 km schiffbar. Das franz. Departement Aude ist begrenzt im O. vom Mittelländischen Meer, dann von den Depart. Hérault, Tarn, Obergaronne, Ariége und Ostpyrenäen. Es umfaßt die ehedem zu Languedoc ehörigen Grafschaften Lauraguais, Carcassez und Razez nebst der Diöcese von Narbonne und dem Pays de Sault. Es hat zur Hauptstadt Carcassonne, zerfällt in die vier Arrondissements Carcassonne, Castelnaudary, Limoux und Narbonne, und zählt auf 6313,24 qkm (1876) 300 065 E. (gegen 285 927 im J. 1872, Zunahme 4, Proz.). Den südl. Teil erfüllen die Vorpyrenäen zu beiden Seiten der obern A. Die östl. 9130 es Corbières, steigen im Puy-de-Bugarach 1231 m hoch auf und treten, wie die westlichen, bis an die Bodensenkung des untern Audethals und des Canal-du-Midi, dessen größere +1. diesem Departement zugehört. enseit dieser Thalfurche, an der Nordgrenze, ereben sich die Schwarzen Berge, die süd ichsten usläufer der Cevennen im Pic de Nore 1210 m hoch. Die Küste ist flach, hat keine Buchten und Rheden, aber mehrere Strandseen, z. B. den von Bages und Sigean, der den Robinekanal (den alten Hauptfluß Robine) von Narbonne aufnimmt und den Hafen La Nouvelle bildet. Das Klima ist warm, aber sehr veränderlich durch den kalten Nordwestwind oder Cers und den oft orkanartigen Seewind Autan, dessen erstickende Hitze im Sommer an den Sirocco erinnert. Der Boden der Ebene ist vorherrschend kalkartig und, außer an der Küste, wo man Seesalz und Soda gewinnt, sehr fruchtbar. Das Departement hat einen großen Reichtum an Eisen und Steinkohlen; Mineralquellen finden sich in Alet, Campagne u. s. w. In der Ebene baut man alle Cerealien, Obst, Oliven, mittelmäßige Rotweine, aber geschätzte Weißweine (Blanquette de Limoux); 43 Proz. sind ackerbarer Boden, 30 Proz. Sahr auscht fast 13 Proz. Wein, 8 Proz. Gehölz. Sehr ansehnlich ist die Schafzucht, die Gänsemästung und der Gewinn von Honig (von Narbonne). Lebhafte Industrie zeigen die Tuch- und Seidenfabriken, Branntweinbrennereien, die zahlreichen Hohöfen und andern Eisenwerke und Sägemühlen. Der Handel mit Getreide, Wein, Branntwein, Backobst, Salz, Eisen ist von Bedeutung. Das 1. Bal. Soan wird von der Südbahn durchschnitten. Vgl. Joanne, «Géographie dukdépartement de I'Audes (Par. 1879).