FeedAufmarsch it eine Evolution
GeschichteBrockhaus 1882

Aufmarsch it eine Evolution, mittels deren eine in geöffneter Kolonne (s. d.) Font, i Truppe in eine eeren von breiterer Front, sei es wiederum Kolonne oder Linie, übergeht. Das Mittel zur Ausführung ist der schräge Vormarsch der betreffenden Unterabteilungen in das neue Alignement. Im weitern Sinne wird jede Entwickelung in die Front⸗ oder in die Schlachtlinie A. und zwar taktischer A. genannt, im Gegensatz der st rategischen A., welcher das Versammeln der Streitkräfte aus den Friedensgarnisonen in bestimmte Aufstellungslinien begreift, in der Absicht, von hier aus die Operationen zu beginnen. Eine Truppe, welche vor dem taktischen A. oder während desselben vom Gegner überrascht wird, befindet sich stets im Nachteil, da sie nur einen Teil ihrer Kräfte unmittelbar verwenden kann. Man sichert den A. daher S.Avergeschobene gefechtsbereite Abteilungen. (S. Avantgarde.) Roch weit nachteiliger gestaltet sich eine ÜUberraschung vor Vollendung des strategischen A.; man führt diesen deshalb entweder in weiterer Entfernung vom Gegner oder hinter einer strategischen Barriere (z. B. einer befestigten Stromumnie) aus. Im Sommer 1870 hatte es 3. B. erst den Anschein, als ob es notwendig werden würde, die deutschen Armeen hinter der Rheinlinie * konzentrieren; nachdem sich indes herausgestellt, aß die Franzosen weder die Fähigkeit noch den Willen hatten, die Initiative zu ergreifen, war man deutscherseits im Stande, den strategischen A. nach vorwärts zu verlegen. Die Erste Armee sammelte 0 daher östlich von Trier, die Zweite zwischen Alzei und Mannheim, die Dritte ½ Landau und Germersheim, wodurch der Weg für die beginnenden Operationen wesentlich verkürzt wurde. einen kleinern oder größern Teil der Erdoberfläche nach einem verjüngten Maßstabe so auf einer Ebene zu verzeichnen, daß das Bild dem 3e Abur möglichst ähnlich wird. Eine vollkommene Ähnlichkeit ist wegen der Krümmung der Erdoberfläche, wenigstens bei größern Landstrecken, nicht möglich. Die Aufnahme jeder Fläche beruht stets auf der Entfernung bestimmter Punkte; diese Entfernungen werden aber auf der Oberfläche, also in einer krummen Linie, gemessen, man bestimmt die sog. geodätische Entfernung, während die geradlinige Entfernung, auch Horizontalweite genannt, die Kugelsehne zwischen beiden Punkten wäre. Bei kleinern Flächen verschwindet dieser Unterschied zwischen der geodätischen und geradlinigen Entfernung, da letztere um so näher mit der krummen Oberflache zusammenfällt, in je kleinerm Maßstabe die Karte ausgeführt wird. Um Karten ganzer Länder möglichst naturgetreu verzeichnet zu erhalten, dienen die Kartenprojektionen. (S. Projektion.) Uber das tunf ren bei geodätischen Aumnahmen s. Feldmeßkunst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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