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ReligionBrockhaus 1882

Augustiner, der letzte große Bettelorden der kath. Kirche, führt seinen Ursprung auf den heil. Augustinus (s. d.) zurück. Nach seiner Taufe mut Gll sich dieser in der Gegend von Tagaste mit Gleichgesinnten zu einem geistlichen Leben (888). Das wachsende Ansehen des Stifters förderte auch das Aufblühen dieser Geno enschaft. Als Regel diente anfangs nur das Evangelium, später einige Anweisungen, welche Augustin in wei Reden De moribus clericorum und in zwei riefen an die Nonnen zu Hippo (423) gegeben hatte. Ahnliche L. di Hohamt bildeten sich später in Italien, z. B. die Jo annboniten, die Eremiten von Toscana, die Brittinianer u. a. Diese verband Innocenz IV. zu einer Genossenschaft, gab ihnen den Namen A. und 17. Jan. 1244 die sog. Regel des heil. Au Wherandz deren Ursprung unbekannt ist. Unter. Alexander IV. ward 1256 ein Generalprior gewählt und vier Provinziale für talien, Spanien, ½ Deutschland, der den ward von der gewöhnlichen Gerichtsbarkeit befreit und erhielt das Privilegium, daß der Sakristan der päpstl. Kapelle stets aus seinen Angeörigen genommen werde. Im V. 1580 ward ihre Regel erweitert; an der Spitze schr ein General2• zu Rom, ihm zur Seite sehr einflußreiche efinitoren (Generalräte), alle saun Jahre tritt ein allgemeines Generalkapitel zusammen, mit dem Rechte, den Generalprior abzusetzen und neu zu wählen. Die Regel ist ascetisch milde, doch treten u den t heneht ar Fasten noch besondere hin u, ie Tracht besteht aus weißen wollenen Unterk eidern nebst Skapulier, darüber schwarze Kutten mit langen weiten Armeln Kapuzen nebst einem ledernen Gürtel. Papst Pius V. setzte die A. 1567 unter die vier Bettelorden (Dominikaner, Franziskaner, Karmeliter, A.). Als im 14. den b die ursprüngliche Strenge nachließ, bildeten sich zahlreiche neue Kongregationen, unter ihnen diejenige von Sachsen (1493), der Staupitz (s. d.) und Luther angehörten. Thomas von Jesus in Portugal (gest 1582) begründete die ahnne ßer mit strengen Fasten und Übungen, denen Gregor XV. 1622 eine besondere Verfassun 195 und die sich besonders nach Japan, den Phi ippinen, Peru u. s. w. verbreiteten. Augustinerinnen ESawener sich schon in Hippo unter Augustins chwester Perpetua. Alexander III. gründete 1177 ein Kloster derselben in Venedig, dessen erste Abtissin die Tochter • Friedrichs I., Julie, ward. Auch barfüßige Augustinerinnen wurden CI und 1603 durch Mariana Manzanedo von t. Joseph Schwestern von der Rekollektion mit noch strengerer Regel. Seit dem 15. Jahrh. haben die A. auch Tertiarier, und zwar für Männer wie fa Frauen. Während seiner Blütezeit im Anmakt des 16. Jahrh. zählte der Orden, mehr durch praktische Seelsorge als durch wissenschaftliche Studien oder kirchliche Thaten ausgezeichnet, Rehie. 2000 Mönchs⸗ und 300 Nonnenklöster. Der Re-Duh eng schlossen sich in Deutschland viele A. an, och bestanden im 18. Jahrh. noch 42 Erresen in außer den Kongregationen und den Vikareien in Indien und Mähren. Seit der Reere 4 Revolution ist der Orden in Fran ech, panien, Portugal und Deutschland teilweise aufgehoben, Deshnun. und Italien wenigstens stark eschränkt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 221Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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